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2 Wiesenhänge - Kasbek

3 Tsminda Sabena, die

4 Dreifaltigkeits-Kirche

5 Körperkontrolle bei der Einreise

6 Kasbek 5047 m

7 das Tor des Erwachens

8 Stepantsminda

9 Glockenturm-Kasbek-Dreifaltigkeitskirche

10 Einreisestempel

11 auf der Suche nach

12 dem besten Bild

13 Veilchenflechten

14 Wege zum Kasbek

15 alte Mauern von 1318

16 Wallfahrer

17 Abschied

Seite 2 

1 Gergeti--Tsminda Sabena--Kasbek

Gudauri ist eine Baustelle. Hotels für den Schneespaß werden hier erneuert, neu aufgebaut. Ein Skizentrum wächst hier heran. Seilbahnen, Heliski, steile, markierte Abfahrten, weiße unberührte 4000m hohe Hänge soll und lockt finanzkräftige Russen, Mitteleuropäer, Araber. Selbst an die Einheimischen, die Köche, die Bettenbauer, die Geringeren die die Grundlage für alles bringen, wird gedacht, werden Wohnungen gebaut. Gudauri, zur Zeit noch ein wenig wild, doch ein perfekter Winterzirkus  für Morgen.
Etwas weiter, etwas höher taucht auf einem Bergsporn ein einzigartiges großes rundes, nach Norden offenes Mosaikrondell auf. Ein Erinnerungsmosaik an die Zeit als Russland sein Sagen den Georgiern (1983) zurückgab. In schönen bunten Steinen wird hier die gemeinsame russisch- georgische Vergangenheit erzählt. Rechts des Betrachters die Geschehnisse Russlands, links der Georgiens. Die Mitte nimmt, in weiß gekleidet, Mütterchen Russland ein. Hält den grauweiß gekleideten Knaben Georgien mit der Rechten an beiden Händen, legt schützend ihre Linke um Schulter und Leib. Aussichtsbögen geben dem Mosaik etwas Schwebendes. Einzig ist auch der Blick von hier in die Schlucht des herauf schimmernden Aragvi, den grünen, baumlosen, in die Täler stürzenden bewaldeten, felsigen Hänge, der weich zeichnenden Hügeln der Berge unter den weißen Wolken im Blau des Himmels. Unwirklich, in den Höhen, den Kuppen der Hügel verschwindet  die Trasse der Georgischen Heerstraße. Traumhaft. Das finden auch die zahlreichen Distelfalter die hier auf der Höhe an den Blüten der Kletten saugen. Wohin treibt es sie, die Wanderfalter Europas /Asiens? Wollen sie auch über den Jvari, den Kreuzpass wie wir? Ein Sattel zwischen zwei Bergen ist der Jvari. Die Wasserscheide zwischen Aragvi, dem Terek/Tergi, dem die Heerstraße weiter nach Norden folgt.
Ziemlich unspektakulär der Übergang. Ein kleines unscheinbares Steinkreuz beim Vorüberfahren. Es geht wieder abwärts. Steile Kurven, die aber bei weitem nicht beängstigend, wie auf er Gegenseite wirken. Rostfarbene Sinterterrassen, vom warmen Wasser kleiner Mineralquellen aufgebaut, neben der Straße. Kobi der erste Ort am Terek, hinter dem Pass. Hier soll einmal die neue Trasse der Heerstraße auf die jetzige treffen. Tunnel und Brücken werden mit einer schnelleren gefahrloseren Verbindung, die alte Strecke die wir gefahren sind, dem Skiort Gudauri etwas mehr Ruhe vom Durchgangsverkehr geben. Noch aber bestimmt das Geröllbett des Terek/Tergi das Tal. Keine Baustelle, kein Durcheinander. In Stepantsminda/ Kasbegi 1700 m/NN, unterhalb der Kirche Tsminda Sameba 2170 m/NN, der Dreifaltigkeitskirche auf dem Berg Kvemi Mta, warten, auf einem extra Parkplatz, schon Taxifahrer mit nicht so ganz Vertrauen erweckenden Fahrzeugen, die Besucher, der bald 500 m höher, ca. 6km entfernt liegenden Kirche und Wallfahrtsort. Die Fahrer streiten um die Gäste, stecken vier bis sechs in ihr klapperiges Gefährt und brausen, als wollten sie Weltrekorde brechen, zur Höhe. Nichts schreckt sie. Nicht die scharfen Kurven, die Engstellen der Baustellen, die entgegenkommenden Kollegen. Vielleicht einmal ein kotzender Fahrgast oder der leere Tank. Sonst aber Niemand! Hart zu sich selbst, zu ihren Gästen. "In einer Stunde wieder hier" ist das Wort das gesprochen wird, das man sich merken sollte. Strahlend blau der Himmel über dem Kasbek 5033 m/NN. Weiß seine Flanken, schroff seine Hänge. Die Nordseiten der ihn umgebenen, niederen Berge mit Wald bewachsen, die Südseiten grau vom verdorrten Gras. Ein niedriger Eingang innerhalb der Kirche weckt manchen Besucher. Manche aus dem Schlaf, andere aus ihren Träumen. Denn dazu wird man hier verführt. Harmonie und Schönheit wohin der Blick fällt. Hat man jedoch die Decke geküsst, den Kopf angestoßen, eine Beule auf Stirn oder Haupt wird der frische Wind spürbar, werden die Reißverschlüssen geschlossen, der Schal fester um Kopf und Hals gewickelt. Es ist bald so als ob die Schönheit mit der Zeit gekoppelt ist. Sie verfliegt schneller wenn beide aufeinander treffen. So auch hier. Schnell ist die Stunde um und unser : "In einer Stunde", verschwunden. Sophia, die Gute, lockt uns alle wieder zusammen. Ein anderer todesmutiger Fahrer mit noch klapperiger Kiste, bringt uns ins Tal nach Stepantsminda, zum Bus. Leider ist ein Besuch der Daryal-Schlucht in Richtung Russland nicht im Programm, auch das Alexander-Kasbegi-Museum in dem die Lebensgeschichten um die Fürstenfamilie Kasbegi, von reisenden Schriftstellern, von furchtlosen Einheimischen erzählt werden, bleibt für uns geschlossen. Es wird Zeit die Rückfahrt anzutreten. Fährt man die gleiche Strecke die man kam, zurück, bleibt auf dem gleichen Sitz hocken, erlebt sich's alles Neu. Der Fluss wird gegen den Anstieg breiter, die Berge haben andere Dimensionen, ein anderes Licht umspielt sie. Oder sind es die ermüdeten Augen die uns das vorspielen? Wieder wird Rast gemacht im "Toiletten"-Café Gudauri. Diesmal mit richtiger Einkehr. Auch im Kleinen gilt: Gibst du mir (den kostenlosen Toilettengang), gebe ich dir (die Lari für Verzehr und Getränke). Sophia hat dieses Procedere, ganz heimlich, so eingefädelt.
Auf der Terrasse des Cafés brennt der Grill. Die Gesättigten von uns sehen zu wie die Fleischspieße auf georgische Weise zubereitet werden. Russische, vollbeladene  Laster schleichen vorbei, ziehen Pkw und, mit schnarrenden, angezogenen Bremsen andere der Vollbeladenen hinter sich her. Wilde Überholmanöver sind, selbst auf dem kurzen, geraden Straßenstück im Ort selbstverständlich. Mut, Glück und Können braucht man schon, um dort hinzukommen wo man möchte. Der Abschnitt, den der Neubau der Heerstraße betrifft, fällt den zu Tal fahrenden besonders ins Auge. Kein Wald, kein Baum verdeckt die Baustellen. Offen, für kurze Momente nur sichtbar, zeigen sie sich. Gelbe, chinesische Gesichter unter bunten Schutzhelmen versteckt, in gelbe Schutzanzüge verpackt sind da am Werke. China baut! Die Chinesen bauen, die Bewohner der Dörfer am Schwarzen Agravi  schauen zu.  Dreht es sich beim Straßenbau um ein Puzzle, einem winzigen Teil einer Nord-Süd Strecke des Chinesischen Traums, der vielgestaltigen neuen Seidenstraße?
Im Dämmern kommen nach Tiflis. Steigen über Stufen ins Lokal zum Abendessen. Wie üblich folgt das "Georgische Mahl". Diesmal mit der Besonderheit gefüllter Teigtaschen, den Khinkali. Die haben es in sich, scheinen zu leben. Greift man sie beim Schopfe, (so soll es sein) beißt hinein (wird verlangt) strömt die heiße Brühe der Fleischeinlage auf Hemd und Bluse. Manchmal zur ganz besondern Freude der Umsitzenden, sogar etwas weiter. Auch so ein weiteres georgisches geheimnisvolles Spiel. Wenn dazu noch die Musiker mit ihren Instrumenten, den Augenblick des Brühestroms besonders betonen, ist das Glück des Betroffenen vollkommen.


18 der Terek / Tergi

19 Kreuzpass

20 Rast in Gudauri

21 an der Heerstraße

22 in Gudauri

23 lukullische Gespräche

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