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Reuscheteich

Während die Stauanlage der neuen Leitung im Stübchental als Quellfassung noch besteht und den Sachsenbrunnen speist, ist von dem alten historischen Stauwerk im kleinen Spüketal nichts mehr zu erkennen. Zwar liegen verstreut im Bachbett ungewöhnlich viele Granitblöcke, die im Zusammenhang mit dem alten Bauwerk stehen könnten, es ist aber nicht möglich, sie einem solchen zuzuordnen. Die Zerstörung vor mehr als 100 Jahren war wohl schon sehr gründlich, den Rest hat dann die Zeit und das Wetter besorgt. Durch Karl Weidemann (Die Wasserleitung der Harzburg, 1978) gibt es zwar eine genaue Stellenbeschreibung, im Gelände ist sie aber nicht mehr nachzuweisen. Insgesamt war die alte Röhrenleitung 1300 m lang und bestand aus rund 3009 Tonröhren.

Auf die Idee, die alte Wasserleitung anzuzapfen und einen Brunnen zu bauen, waren 1987 der damalige Kurdirektor, Horst Woick und der amtierende Harzklubvorsitzende Werner Käsewieter gekommen. Kurgärtner Franz Meyer hatte sich an eine alte Wasserleitung an der Säperstelle erinnert. Beim Nachgraben kam sie in Form eines Bleirohres ans Tageslicht. Es war wie ein Wunder, denn als sie aufgeschnitten wurde, kam sofort Wasser. Der erste Schritt zum ,,Sachsenbrunnen" war damit getan. Im Rahmen eines Festaktes wurde er dann von Bürgermeister Klaus Homann eingeweiht.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Existenz zweier Teiche oberhalb der Quelltäler. Im Stübchental ist es der ,,Grimmeckenteich". Von Teich kann allerdings heute keine Rede mehr sein. Wieries schreibt in seinem bekannten Werk über die Flur- und Forstnamen, dass er schon seit 1680 wüst sei. Vom ,,Grimpenteich", so der ursprüngliche Name des Teiche, wird berichtet,  dass darin die Pferde der Burg abgespült worden seien. Grimpen sind übrigens kleine Fische (Gründling), die sich gern in schlammreichen Gewässern aufhalten. Ein Zusammenhang mit der Burg wird für den Grimmeckenteich auch in einem alten Erbzinsregister hergestellt: ,,An diesem Ort findet man Mauersteine zur Hartzburg", heißt es da.

Weiter oben, in der Nähe der Tiefen Kohlstelle liegt der Reuscheteich. Auch er ist im Zusammenhang mit der Wasserversorgung des Burgbergs zu sehen. Angelegt hat ihn nachweislicher der Erbauer des ersten Burgberghotels, Friedrich-Wilhelm Reusche im Jahr 1846. Der Teich diente seinem im gleichen Jahr erbauten Hotel zur Wasserversorgung. Später ließ er dann, 1867, den Brunnen ausräumen und 1898 die oben erwähnte Wasserleitung bauen. Benutzt wurde der Teich auch, um im Winter Eis zu holen.

Die Wasserversorgung der Einrichtungen auf dem Burgberg ist übrigens heute nach modernen Gesichtspunkten geregelt. Seit Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts ist alles an das Bad Harzburger wassernetzt einschließlich Entsorgung angeschlossen.