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Die Geschichte der Harzburg 2 

Alte Postkarte vom Burgberg

Unsicher und im einzelnen nicht ├╝berpr├╝fbar sind verschiedene ├ťbermittlungen ├╝ber Wiederaufbaut├Ątigkeit im sp├Ąten 11. und in der ersten H├Ąlfte des 12. Jahrhunderts. Um 1140 wurde versucht, auf dem kleinen Burgberg eine neue Burg zu erbauen. Durch den Bischof Rudolf von Halberstadt wurde das aber verhindert. Noch schwelte der alte Konflikt zwischen Franken und Sachsen. Ein volles Jahrhundert lag die gro├če Harzburg in Tr├╝mmern. Dann erkannte ein neues Kaisergeschlecht, die Staufer, die Bedeutung der Burg ├╝ber dem Radautal zum Schutze Goslars und des umliegenden Reichsgutes. Friedrich I., Barbarossa, lie├č um 1180 eine gro├če Burg wiedererstehen. Sie hatte allerdings nicht mehr die Ausma├če wie ihre gewaltige Vorg├Ąngerin. Der Schwerpunkt lag jetzt mehr auf dem westlichen Teil. In dieser Zeit entstand wohl auch der Graben, der noch heute beide Burgteile trennt und mit einer 1902 gebauten  Br├╝cke ├╝berspannt wird. Die ├ťberlieferungen lassen aber eine gesicherte Erkenntnis nicht zu. Fest steht indes, dass die Burg in den K├Ąmpfen zwischen Welfen und Hohenstaufen eine besondere Bedeutung zukam. In ihr starb der erste Kaiser aus dem Welfengeschlecht, der ungl├╝ckliche Otto IV., der Sohn Heinrichs des L├Âwen 1218 auf besonders tragische Weise an einer Durchfallerkrankung. Er hatte sich, nach dem die Krankheit lebendbedrohlichen Ausma├če angenommen hatten,  von der Harliburg aus auf die wohl bequemere und angemessenere Harzburg zur├╝ckgezogen. Er hinterlie├č ein Testament, das Aufschluss ├╝ber seine Baut├Ątigkeit auf dem Burgberg gibt.

Von nun an wechselten sich als Besitzer der Burg Lehnsleute  und F├╝rsten ab, sie sah Raubritter und Heerf├╝hrer als Herren, wurde in Kriegen verteidigt und  mehrfach eingenommen. Letzteres  geschah oft auf spektakul├Ąre Weise. 1370 brachte sie Otto der Quade von Braunschweig-G├Âttingen in seinen Besitz. Ein sich ungerecht behandelnd f├╝hlender Bediensteter der Burg verriet ihm die M├Âglichkeit bei Nacht und Neben die Festung im Handstreich zu erobern. 1412/13 wurde die Burg  den Grafen von Schwiechelt zweimal von vereinten Streitkr├Ąften der Umgebung abgenommen, weil diese ihr Raubritter-Unwesen zu toll getrieben hatten.  Sie gelangte jetzt in den Besitz der Herz├Âge von Braunschweig-Wolfenb├╝ttel. Im Jahre 1483 wurde die Burg von Abenteurer und Wegelagerer Herwich von Utze im Handstreich eingenommen.  Es gelang ihm mit seiner Bande die schlecht bewachte Burg zu erobern. Das Spuk dauerte aber nur wenige Tage, dann wurde er von Herzog Heinrich dem Friedfertigen wieder verjagt. 1486 wurde sie dann noch einmal erobert und zwar von Goslarern, sp├Ąter aber an die Braunschweiger Herz├Âge zur├╝ckgegeben.
In den Blick der ├ľffentlichkeit geriet die Burg  noch einmal 1574, als Herzog Julius von Braunschweig, der f├╝r seine sparsame Haushaltsf├╝hrung gekannt war, untersuchen lie├č, ob die alte Verteidigungsanlage  zu einer Renaissance-Festung zu machen sei. Die ermittelten Kosten lie├čen ihn aber von dem Vorhaben Abstand nehmen. Die Untersuchungen hatten jedoch den Vorteil, dass es aus dieser Zeit einen Plan der Burg und eine den damaligen Tatsachen entsprechende Abbildung  des Bauzustandes gibt.