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Neue Bewohner 

Schrein Harzsagenhalle

So ganz ohne Bewohner blieb der Burgberg aber auch in der Folgezeit nicht. In den Ruinen hatte Herzog August 1667 wieder ein kleines Haus errichten lassen, das als Wohnstatt f√ľr den Forstaufseher diente. Wie lange dieses Haus als solches genutzt wurde, ist heute nicht mehr feststellbar. Erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts tauchen in den Kirchenb√ľchern Meldungen √ľber neue Bewohner auf. Von zwei Menschen ist die Rede, Bruder und Schwester, die hier auf ungew√∂hnliche Weise hausten. Burgmieke und Burghansj√ľrgen wurden sie genannt, und man betrachtete sie mit einiger Scheu. Sie hielten Vieh auf dem Gel√§nde und pflanzten sich Gem√ľse an. Es war aber auch die Rede von dunklen Gesch√§ften, von Hilfeleistungen, die man gefallenen Jungfrauen erwies. Das stie√ü den Beh√∂rden √ľbel auf und sie verjagten das Paar vom Burgberg.

Von der Baut√§tigkeit des 19. Jahrhunderts verdient die Errichtung einer Gastst√§tte Erw√§hnung. 1846 errichtete der Gastronom Friedrich Wilhelm Reusche ein erstes festes Geb√§ude, das Gasthaus zum Krodo. In der Folgezeit wurde daraus ein √ľberaus renommierter Betrieb, in dem sogar der K√∂nig von Hannover mit seiner Familie mehrfach abstieg. Aber auch das ging zu Ende. W√§hrend des letzten Krieges und in der Zeit danach verfielen die Geb√§ude mehr und mehr und wurden am Ende der 60er Jahre v√∂llig abgebrochen. 1973 wurde der Betrieb eines provisorischen neuen Cafes aufgenommen, dem nach Abschluss der Grabungen ein Geb√§ude im Tiroler Stil folgte. Nachdem 2009 die Firma Junicke Gel√§nde und Geb√§ude √ľbernommen hatte, wurde das Caf√© 2011 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die Gastst√§tte  ,,Aussichsreich" wurde am 25. Januar 2015 er√∂ffnet.

Noch einem weiteren kleinen Geb√§ude auf dem Burgberg muss Erw√§hnung getan werden, der Harzsagenhalle. Sie bot lange Zeit einen betr√ľblichen Anblick und war viele Jahrzehnte geschlossen. Dadurch verfiel sie immer mehr und drohte, ganz zu verschwinden. Dabei enth√§lt sie ein Kunstwerk der besonderen Art: In Stein gebannte Harzsagen. Die Harzsagenhalle und ihr Kunstwerk entstanden in den Jahren von 1928 bis 1932. Geschaffen hat sie Franz Bergmann, der zu seiner Zeit ein bekannter Bildhauer und Maler war. Dargestellt sind in einem Eichenholzschrein die bekanntesten Harzsagen. Die Figuren und auch die sie umgebende Landschaft sind kunstvoll aus Marmor herausgeschnitzt. Bergmann starb 1948 an den Folgen eines Kriegsleidens. Die Ehefrau betrieb die Harzsagenhalle weiter, bis sie aus Altersgr√ľnden aufgeben musste. Mit Unterst√ľtzung der Harzburgstiftung gelang es, Geb√§ude und Kunstwerk zu restaurieren. Am 8. August 2014 wurde die ,,Harzsagenhalle" festlich eingeweiht und steht heute mit Einschr√§nkungen dem Interessierten wieder zur Verf√ľgung.