WillkommenWanderungenWanderstreckenGasthäuserServiceKontakt

Die Geschichte der Harzburg 

Eisenmodell nach einer Zeichnung von 1574


In der Nacht vom  9. auf den 10. August 1073 ereignete sich  auf dem Burgberg eine hochdramatische Geschichte. Der vermutlich in Goslar geborene deutsche K√∂nig Heinrich IV., der 1084  zum deutschen Kaiser gekr√∂nt wurde, musste aus der von ihm hier gebauten Burg, die von Tausenden aufst√§ndischer Sachsen belagert wurde, fliehen. Das geschah der Sage nach auf ganz besonders spektakul√§re Weise durch einen geheimen Gang im Burgbrunnen. Es gibt zwar einen Wasserzufluss-Kanal f√ľr den Brunnen, ob er aber als Fluchttunnel in Frage kommt, ist umstritten. Fest steht allerdings, dass der Kaiser fliehen musste, und zwar Hals √ľber Kopf, um nicht in die H√§nde der w√ľtenden Bewohner des Landes zu geraten.

K√∂nig Heinrich IV., fr√§nkischer Herrscher aus dem Geschlecht der Salier,  hatte die Burg in der N√§he seiner Kaiserpfalz Goslar um das Jahr 1065  bauen lassen. 1068 war sie soweit fertig gestellt, dass er dort seinen Hofstaat versammeln konnte. Architekt war der Ratgeber des noch jungen K√∂nigs, Benno, der sp√§tere Bischof Benno II. von Osnabr√ľck. Der Bau der Harzburg, diente, wie der Bau einer Reihe von anderen Burgen auch, zur Sicherung der Macht, die von den einheimischen Sachsen immer wieder in Frage gestellt wurde.  Die wichtigste und gr√∂√üte unter diesen Burgen des Harzes wurde jedoch die Harzburg. Hier befand sich der k√∂nigliche Sitz und der Standort eines ungew√∂hnlich aufw√§ndigen Kollegiatsstiftes. Die Burgstelle war hervorragend gew√§hlt. Sie befindet sich auf einer weitgehend isolierten, von drei Seiten durch Steilh√§nge bereits nat√ľrlich gesch√ľtzten Bergkuppe, welche das an einer Seite unter ihr liegende Radautal um etwa 180 Meter √ľberragt. Von hier aus war ein gro√üer Teil des Nordharzgebietes zu √ľbersehen.
Der Bau der Harzburgen, wie auch eine wenig diplomatische Regierungsweise des noch jungen K√∂nigs  f√ľhrten schon bald zu immer st√§rkerem Widerstand im s√§chsischen Volk, das f√ľr den  Burgenbau zu schwerer Fronarbeit herangezogen wurde. 1073 kam es zu offener Emp√∂rung. Ein gewaltiges Sachsenheer, es ist von 20 000 Mann die Rede, zog gegen Goslar. Als Heinrich IV.  von dort auf seine neue  Festung fl√ľchtete, wandten sich die Aufst√§ndischen gegen die Burg und schlossen sie am 5. August 1073 ein. Wenige Tage sp√§ter gl√ľckte dem Kaiser jedoch auf die oben beschriebene Weise die Flucht mit den Reichsinsignien. √úber den von ihm genommenen Weg √ľber den Harz, er hei√üt heute der Kaiserweg,  gelangte er √ľber Eschwege und Hersfeld nach Ostfranken. Die jetzt wohl nur noch halbherzig vorgenommenen Angriffe gegen die Harzburg scheiterten trotz der gro√üen Zahl der Belagerer und der relativ geringen der Verteidiger auf der Harzburg. Ein Zeugnis aus jener Belagerung ist noch heute sichtbar. Die so genannte Harzburger H√∂hle, ein Stollen, der von der Krodotalseite  des Burgberges auf den Fu√ü des Burgbrunnens zielt, wird als der Versuch gewertet, den Belagerten das Wasser abzugraben.

Das Schicksal der ersten gro√üen Harzburg erf√ľllte sich aber trotz des heldenhaften Einsatzes der Burgbesatzung. Der K√∂nig sammelte ein Heer und zog gegen die aufst√§ndischen Sachsen. Am 27. Januar 1074 kam es bei Hersfeld  zu einer Schlacht, die mit einer schweren Niederlagen Heinrichs endete. Bei Friedensverhandlungen 1074 in Gerstungen musste er  unter dem Druck der erlittenen Niederlage dem Schleifen seiner Harzburg zustimmen. Im M√§rz hielt sich Heinrich wieder in Goslar auf und belohnte die Besatzung der Harzburg wegen ihres Ausharrungsverm√∂gens auf  provokative Weise. Er versuchte auch das Schleifen der Burg aufzuhalten. Drei Tage nach der Abreise des K√∂nigs geriet der Volkszorn jedoch  aus den Fugen. Die Burg wurde niedergerissen, die Kirche zerst√∂rt, die Gr√§ber gesch√§ndet und gepl√ľndert. Das rief allgemein gro√üe Emp√∂rung im Lande hervor. Heinrich IV. konnte ein neues Heer sammelt. 1075 kam es zur Entscheidungsschlacht und diesmal unterlagen die Sachsen total.