WillkommenWanderungenWanderstreckenGasthäuserServiceKontakt

Sachsengott Krodo... auf der Harzburg 

Seite 3 

"König" Cäsar baut sieben Burgen

Hier beginnt dann die eigentliche Geschichte. Nach einem kurzen Exkurs √ľber die Gr√ľndung Roms durch ,Romulo" waren da ,"dry K√∂nige", die sich das Reich teilten. Das waren Crassus, Pompejus und Julius. (Offensichtlich sind hier die Mitglieder des Ersten Triumvirats, 60 v. Chr., gemeint). Julius (C√§sar) bekam das Land ,"beim Rein, da Wormbs, Mens, Colln und Trier drinnen liegen". Hier nun entwickelte ,"Julio" eine besondere T√§tigkeit. Er baute, in ,"dem Lande, das nun Westphalen hei√üt",  sieben Burgen und setzte, nachdem er die Leute zum r√∂mischen Glauben gebracht hatte, auf jede dieser Burgen einen r√∂mischen Gott. In Wolgast setzte er auf die Burg den Gott Merkurius, auf die Mar√üborch (Eresburg) den Gott Mars, auf die Ilenborch (Hamburg) den Hauptgott Jupiter, auf die luneburg (L√ľneburg) den Gott Luna, auf die harte√üborch (Harzburg) den Gott Saturn, den ,"de lude unde dat meyne volck krodo heten", auf die Burg in Soltwedel (Salzwedel) den Sol und auf die megdeborg (Magdeburg) die G√∂ttin Venus, hier parthema genannt, mit ihrem weiblichen Gefolge. (Siehe Anhang)

Am Ende dieser Aufz√§hlung kommt der Verfasser zu seinem eigentlichen Anliegen, das ihm als Christen wohl besonders am Herzen gelegen hat. Er unterbreitet gen√ľsslich die Nachrichten wie Karl der Gro√üe ,"dusse affgode vorstorde", wie er sie also im Zuge der Christianisierung der Sachsen verschwinden lassen hat. Er begn√ľgt sich dabei nicht mit einer einmaligen kurzen Ank√ľndigung sondern verhei√üt mit den Worten: ,"so gy hyr Inne vinden werden", darauf dass er im einzelnen im Text noch einmal genauer darauf zur√ľckkommen will. In der Tat geschieht das auch mit Ausnahme von Wolgast sogar mit jeweiliger Illustration. Wie weit dabei der Autor Einfluss auf  die Gestaltung der G√∂tterdarstellungen genommen hat oder ob sie allein der Phantasie des Holzschneiders entsprungen sind, ist unbekannt. Ganz unverkennbar ist jedoch die Tatsache, dass durch die Bilder die Schaulust der potentiellen K√§ufer des Werkes angeregt werden sollte. Hier spannt sich also ein ganz klar erkennbarer didaktischer Bogen: Julius C√§sar, der heidnische Vertreter der vorchristlichen Zeit, installiert im heidnischen Land heidnische G√∂tter und der gro√üe Christianisierer Karl sorgt daf√ľr, dass sie wieder verschwinden.

Dass diese Darstellung nicht unwidersprochen bleiben konnte und auch nicht wurde, leuchtet ein. Zwar wurde die Thematisierung der auf C√§sar zur√ľckgef√ľhrten Gr√ľndungsgeschichte, die wohl erst durch die Sachsenchronik verbreitet worden ist, allgemein positiv aufgefasst, aber schon fr√ľh regte sich Widerspruch. Der Hamburger Gelehrte und Geistliche Albert Krantz (1448-1517), Autor der 1520 entstandenen ,"Saxonia", empfand die Berichterstattung als ,"√Ąrgernis" und bezeichnete den Chronisten sogar als ,"Schafskopf". Pomasius zitiert Krantz in seiner ,"Chronica der Sachsen und Nidersachsen" ,"dass Julius C√§sar nie ein K√∂nig gewesen und niemals so lange in Deutschland gesessen, das er Schl√∂sser und Festungen darinnen gebawet haben sollte". Pomasius erg√§nzt die sp√ľrbare Ablehnung mit den Gedanken, dass man in dieser Zeit in Deutschland weder ,"vom gebrauch des Kalckes, Steine und Ziegel etwas gewust" habe. Fest steht, dass zu Zeiten von Leonhardt und Delius, die sich Anfang des 1900 Jahrhunderts ein heftiges Duell um die Existenz Krodos lieferten die C√§sar-Burgen-Theorie schon nicht mehr aufrecht erhalten wurde. Die Existenz Krodos blieb aber weiterhin in der Diskussion.

Die sieben Götter

Merkur (Wolgast)

Bleiben wir aber erst einmal bei dem Versprechen Bothes, auf die sieben G√∂tter im Einzelnen noch einmal einzugehen. Bis auf Wolgast hielt er sein Versprechen. Bei der eingangs erw√§hnten, C√§sar zugeschriebenen G√∂tteraufz√§hlung hei√üt es aber immerhin: ,"Und bawete eine Burg unter den Ruyanern, die hie√ü Juliana und satzte darauf den Gott Mercurium." Heute ist Wolgast nicht mehrmit dem Botheschen Merkurius in Verbindung zu bringen. √úberliefert ist jedoch ein Gott Jarovit, ein slawischer Gott des Krieges und des Fr√ľhlings, dessen Kult aus Wolgast und Havelberg auch heute noch bekannt ist.  Er war der oberste Gott der Ranen. (Wikipedia). √úbermittelt ist der Kult Jarovits durch den Bamberger Bischof Otto, der hier im 12. Jahrhundert missionierte. Der √úberlieferung nach hing in Jarovits Tempel ein goldener Schild, der nur zu Kriegszeiten hervorgeholt werden durfte. In der Stadtkirche in Wolgast gibt es ein vermeintliches Abbild des Gottes Jarovit.