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Sachsengott Krodo... auf der Harzburg 

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Weitere Götter

Flins

In seiner "cronecken der sassen" berichtet der Verfasser Bothe über die sieben "Planeten"götter hinaus  auch noch von einigen weiteren slawischen Göttern, an deren Existenz lange Zeit

"hartnäckig geglaubt" wurde. An erster Stelle steht dabei der Abgott "Flyns" (bei Pomasius "Flynß"). Leonhard Franz schreibt in seiner 1941 erschienenen ikonographischen Studie "Falsche Slawengötter": Dieser Flins spielt seit Bothe eine riesige Rolle im Schrifttum; immer wieder wird er dem Leser vorgesetzt, und bis in jüngste Tage hat man, besonders in der Lausitz, nach seinem Heiligtum gesucht...". Bothe schreibt den Gott den am Harz wohnenden Resten der Wenden und den Lausitzer Wenden zu und schildert ihn folgendermaßen (in neuhochdeutsch): Der Abgott hieß Flins, denn er stand auf einem Flinssteine, und er sah aus wie ein Toter mit einem langen Mantel; in der Hand hatte er einen langen Stab mit einer brennenden Fackel und auf der linken Schulter einen aufgerichteten Löwen, der sie erwecken sollte, wenn sie stürben. Auch für Flins gibt es, wie bei den anderen Göttern in seinem Werk keine ältere Quelle.

Prono, Ridegast und Siwe

Von weiteren drei Göttern weiß Bothe im Zusammenhang mit Thronstreitigkeiten der Wenden im Raum Schleswig zu berichten. Obwohl schon einmal christianisiert, fielen zwei mörderische Vettern, die ihren König umgebracht  hatten, in den alten heidnischen Glauben zurück. "und waren auf die Christen sehr blutgierig". So werden sie beschrieben (Übesetzung Pomasius):
,"Ihr Abgott zu Oldenburg hieß Prono, und stund auff einer Sewle, hatte in der Hand eine rote Proueyse und einen Bannerstab, hatte zwei lange Ohren, mit einer Krone, trug ein Paar Stieffel an, und unter einem Fusse eine Schelle.
Der Obertriten Abgott zu Meckelnburg hies Ridegast, der hatte für der Brust ein schildt, darinnen stund ein schwartzer Püffelskopff, und in der hand ein Streitaxt, und auff dem heupt ein Vogel.
Die Abgöttin hies Siwe, die hielt die hende uberrück, in der einen hand hatte sie ein gülden Apffel, in der anderen ein Weintraubel, mu einem grossen blate, und ihre Haare hingen ihr bis in die Waden."

Jodute

Eine seltene Mischung aus Heidentum und christlicher Glaubensüberdeckung stellt der Abgott Jodute dar. Nach einer Schlacht auf dem Lerchenfeld am Welfesholz im Mannsfelder Land im Jahre 1115, die von den Sachsen gegen kaiserliche Truppen gewonnen worden war, wurde ein Siegeszeichen in der Gestalt eines geharnischten Mannes aufgestellt. Natürlich stand auch er, wie fast alle Götzen bei Bothe auf einer Säule. Auf den Darstellungen Bothes wie auch des Pomasius hat er eine gezackte Keule, die wie zum Kampf erhoben ist. Während bei der ersteren der Schild aber Streifen und eine Kronenreihe trägt ist bei Pomasius der Schild schon mit dem weißen Sachsenross im roten Feld geschmückt. Die Bauern beteten dieses Standbild an. Darum verfuhren die christlichen Missionare nach altem Brauch und gründeten hier ein Kloster des Predigerordens, nachdem sie den Jodute zum Heiligen gemacht hatten. Als Ort wird "wederstidde" oder "Wiederstedte" angegeben. Um diesen Jodute entwickelte sich ein solcher Rummel, dass das Standbild ins Kloster Wiederstedt gebracht und an die ursprüngliche Stelle eine Kapelle errichtet wurde. Die Menschen wollten aber ihren Jodute wiederhaben und stellten in der Kapelle gleich wieder eine Figur auf, weil ihr heilende Kräfte zugeschrieben wurden.  Weil aber jeder einen Span der wundertätigen Figur haben wollte, war sie bald nur noch ein Torso. 1570 wurde sie deshalb ganz entfernt.

Schlusswort

Als Schlusswort unter diese Untersuchungen soll die Erkenntnis Leonhard Franz? aus seinem Werk über die Falschen Slawengötter dienen. Er schreibt: "Erscheinungen wie die Götter Bothes erklären sich aus der im Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert hinein wirksamen Mischung von Kritiklosigkeit mit Sensationslust. Sehr viele Verfasser von Büchern konnten sich dem Bestreben, Sensationelles zu bieten und die Vorgänger zu übertreffen, nicht entziehen. Da diese Sensationslust auch Bücher beherrscht, die wissenschaftlich gemeint sind, und nicht allein für die breite Masse geschrieben waren, bezeugt sie einen sehr starken Mangel an Kritik. Es musste ein weiter Weg zurückgelegt werden von dem naiven Erfassen historischer Tatsachen, das sich im wesentlichen auf Analogieschlüsse und ungehemmter Phantasietätigkeit aufbaute, bis zur kritischen Wissenschaft der Gegenwart."