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1. Sommer-Adonis

2. Heide- oder Genfer G├╝nsel

3.Zypressen-Wolfsmilch mit Blattwanze

4. Weisses Waldv├Âgelein

5. Dreiz├Ąhniges Knabsnkraut

6. Brand Knabenkraut

7. Brand Knabenkraut

8. Gro├če Windr├Âschen

9. Frauenschuh

10. Frauenschuh

11. Purpur-Knabenkraut

12. Sommer-Adonis Gelbe Veriante

13. Sommer-Adonis

14. Frauenschuh

Helm-Knabenkraut

Zu Elft reisen wir an.

Etwas weit ist es schon, dieses einmalige Wandergebiet aufzusuchen. Gute 100km sind von Bad Harzburg zu fahren um die Stelle zu erreichen wo die Wipper ihren Durchbruch in die Hainleite gewaschen hat. Aber wenn wir angekommen sind ist die lange Anfahrt schon fast vergessen, wobei auch diese einen besonderen Reiz und Scharm aufweist. Hinter Seega auf einen Waldparkplatz lassen wir die Fahrzeuge stehen und erklimmen den Kohnstein. Dabei finden wir schon das Bleiche Waldv├Âgelein, das Sanikel, T├╝rkenbund, Haselwurz, Blaurote Steinsame und junge Elsbeeren; den Baum des Jahres 2011. Auf der H├Âhe angekommen wenden wir uns nach rechts zur Aussicht. Ein Panoramablick ins Wippertal an seiner wohl engsten Stelle ist der Aufstiegslohn. Eine au├čergew├Âhnliche Flora um uns.

Als erstes f├Ąllt uns ein feinfiedriges Gr├╝n ins Auge, ein wenig bl├Ąulich schimmernd und damit beginnen schon Bestimmungsprobleme, ist es nun der Pferde- Sesel oder der Steppen-Sesel? Einer von beiden wird es schon sein! Nicht ganz einfach. Doch den eingestreuten Blauen Lattich, das Mittlere Leinblatt, die Astlose Graslilie, die Bl├Ątter der Wiesenraute, der Kleine Wiesenknopf  bl├╝ht, der Aufrechte Ziest in blassgelb. Wolliger Schneeball, Hartriegel und Federgras begleiten uns auf dem schmalen Pfad, der sich am Hang, oberhalb des Flusses hinzieht. Auf  und ab, doch immer auf halber H├Âhe bleibend finden wir bald weitere, schon erbl├╝hte Bleiche Waldv├Âgelein. Erstes Purpur-Knabenkraut taucht unter den B├╝schen auf. Auf kleinen Freifl├Ąchen der Fliegenragwurz und die Hexenbesen der K├╝chenschelle, das zierliche Gr├╝n mit Fr├╝chten des Fr├╝hlings-Adonisr├Âschen und bl├╝hender Rauhaariger Aland. Auf einer gr├Â├čeren Wiesenfl├Ąche taucht das Brand-Knabenkraut, viele Exemplare des Purpur- Knabenkrauts, Helm-Knabenkraut und einzeln die Waldhyazinthe auf; dazwischen leuchten silberfarben die Hexenbesen der K├╝chenschelle.
Bl├Ąulinge umflattern uns, finden sie hier am sonnigen, trockenen Hang doch beste Lebensbedingungen. Zahlreiche V├Âgel singen.
Leider hat die diesj├Ąhrige Trockenheit und wohl auch der harte Sp├Ątfrost die Vegetation auf den freien Fl├Ąchen arg in Mitleidenschaft gezogen, viele Orchideen haben gelbe Bl├Ątter und einen verhaltenen Wuchs, sind klein geblieben von der Trockenheit, teilweise hat der Frost die Bl├╝ten zerst├Ârt. Doch an den Randlagen und unter den Str├Ąuchern finden sich auch farbenpr├Ąchtige gro├če Pflanzen. Das Gro├če Windr├Âschen ist im abbl├╝hen.

Die weite Wiesenfl├Ąche, die wir dann erreichen, beschert uns das Dreiz├Ąhnige Knabenkraut, das kommt hier an der Wipper gemeinsam mit dem Brand Knabenkraut vor; dieses Gemeinsame soll einmalig in Th├╝ringen sein.

Ein Wunderbeutel wird von einigen Mitwanderern aufgetan, so eine reiche Bl├╝tenpracht war nun doch nicht erwartet worden. Begeisterung ├╝berall!

Pause auf den M├╝hlberg. Eine einsame Spinnenragwurz wird entdeckt, die Bienenragwurz versteckt sich.
Auf dem Weg zum Jakobsborn, eine Quelle die schon einmal bessere Tage gesehen hat, an der Pflaumenallee schaut uns dunkel, zur├╝ckhaltend die Hundszunge an. Nicht weit daneben leuchtet strahlend dunkelblau der Genfer G├╝nsel, ein St├╝ckchen weiter ein einsamer Sommer-Adonis. Im Luzernefeld rechts von uns, am Abzweig zum Born, dann ein Wundern ├╝ber eine Gruppe von Sommer-Adonis, rot mit schwarze Mitte in der sich ein paar mit gelber Bl├╝tenfarbe mischen. F├╝r manchen ein Ersterlebnis!

Der Weg ist fast zugewachsen, die gro├čen Bl├Ątter der Klette schaben an nackten Beinen. Ein alter Baumstamm ist von vorj├Ąhrigen Ranken des Hopfens ├╝berzogen. Neue Triebe ├╝berwachsen die trockenen. Das Blatt des Hopfens ist rau und kann auf der Haut Juckreiz ausl├Âsen.

Gr├Ąser reichen bis an die Oberschenkel. Angst vor Zecken bestimmt das Gespr├Ąch!
Geschnittene Wei├čdornb├╝sche t├Ąuschen kleine B├Ąume vor, noch vereinzelte duftende Bl├╝ten.
Rastplatz mit kleinen Schnapsflaschen; alle leer. Nach dem sie ausgetrunken waren sind sie f├╝r den Trinker wohl zu schwer geworden. Volle Flaschen tragen sich leichter, vor allen von "Flaschen"!
Das Zweiblatt was am linken Wegrand bl├╝ht wird quatschend ├╝bersehen, umdrehen will keiner.
Oberhalb des Feuergrundes bei den beiden geschneitelten Linden eine lehnenlose viersitzige Bank. Pause mit Blick auf Wipper und G├╝nserode. Die gelaufene Strecke und die noch zu wandernde vor Augen.
Mein Apfel ist mol, verschwindet im Geb├╝sch, findet bestimmt noch einen Verwerter.  
Am Wipperufer, unter bl├╝henden Rosskastanien bis zur alten, gesperrten Br├╝cke, rechts den Weg mit Wiesensalbei bewachsenen B├Âschung hoch, ein abzweigender Pfad leitet uns auf eine kleine Wiese mit Esparsette, die gerade erst Farbe zeigt, Nat├╝rlich immer wieder Orchideen in den S├Ąumen. Die Rote Schwarzwurzel bl├╝ht abseits vom Wege und weil sie ihre Sch├Ânheit nur am Morgen darbietet lassen wir sie heute rechts liegen.
├ťber die Schwedenschanze erreichen wir wieder den Kohnstein und schnell haben wir wieder unseren Parkplatz erreicht.
Wir haben noch Zeit. Beim Vorschlag in G├Âllingen den Klosterturm oder noch den Frauenschuh aufzusuchen, der aber eine weitere halbe Stunde Fu├čmarsch erfordert, siegt zu 100% der Frauenschuh.
Der Wunderbeutel wird noch einmal ge├Âffnet, in der feien Landschaft das Besondere, nur von Bildern den meisten Begleitern bekannt. Nun die Pracht vor Augen.
Die Begeisterung wird dann etwas getr├╝bt durch einen hinzukommenden ├Ąlteren Herrn, der uns Bewunderer so richtig saftig anmault. Ein Tollpatsch von uns hatte auch einen bl├╝tenlosen St├Ąngel den Frauenschuh schief getreten, unbeabsichtigt zwar, doch gerade stand er nicht mehr. Es stellte sich heraus dass er dieses Gebiet seit sehr langer Zeit ├╝berwacht und der Bestand ├╝ber die Jahre immer kleiner geworden ist. Um die Art hier zu erhalten wacht er mit Argusaugen ├╝ber sein kleines Reich und w├╝nschte uns, wenigstens zu Beginn unseres Treffens in die hei├česte und finsterste H├Âlle.

Um seinen Frauenschuhbestand zu mehren l├Âst er den Schuh, der als Kesselfalle dient und nur von bestimmten Insekten aufgesucht werden kann, ab. Er legt die Geschlechtsorgane frei, macht sie f├╝r in der Natur nicht vorgesehenen Best├Ąubern, Insekten die nicht in die Falle des Frauenschuh tappen w├╝rden, zug├Ąnglich. Das hat wohl auch Erfolg, den er berichtet von einem 100% Fruchtansatz.

Er macht sich, wenn ich das auf meine Art so sagen darf, zum Puffvater. Alles gut gemeint, doch k├Ânnte es nicht auch sein dass durch diese Ma├čname etwas in den Frauenschuherbmasse ver├Ąndert wird und dadurch Fehlentwicklungen auftreten?
├ťberall dort wo der Mensch den Sch├Âpfer spielen will treten meist Defekte auf.
Nicht umsonst macht der Frauenschuh mit seiner Kesselfalle nur wenigen Partnern die Freude.
Vielleicht liegt ja auch mein Gedanke v├Âllig im Mist! Ich gebrauche nicht das andere Wort!
Ich w├╝nsche dem Herrn, von dem wir dann auch ganz vers├Âhnlich schieden, viel Erfolg bei seinen Bem├╝hungen diesem Bestand eine dauerhafte Zukunft zu geben.
Alle Hochachtung f├╝r ein solches andauerndes, immer wieder von Besuchern gest├Ârten, Engagement!
Der Mitmensch braucht auch Erlebnisse die sein Herz ├Âffnen, ihm Freude bereiten und ├╝ber diese das Gute weiter tragen.
In diesem Sinne: Habt Freude an der Arbeit. Das Sch├Âne liegt vor uns, sehen wir es.

Zum Wipperdurchbruch:

 B 4  Hohegei├č - Nordhausen - Sondershausen .
Am Ortseingang Sondershausen im Kreisel geradeaus in Richtung Bad Frankenhausen.
( die Wipper flie├čt rechts neben der Stra├če, Schlo├č und Kirche dahinter)
 Hinter Berka  rechts ab. Hachelbich - G├Âllingen - Seega.
In Seega scharfe Rechtskurve mit altem auffallenden kleinem Industriegeb├Ąude.
 Hinter dem Ort abbiegen in den erste Feldweg links, - das links der Stra├če begleitende Geb├╝sch endet ÔÇô Achtung der Feldweg taucht urpl├Âtzlich auf!
 Ca. nach 300m Picknickstelle mit kleinem Parkplatz und Treff!!
 Wenn die Wipper links der Stra├če fliest, ist der Feldweg verpasst!

Weitere Info finden Sie unter dem Link