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Muna Eingang

Burgberg Linde

Unter der Linde

Stapelburg-Ort

Ruine-Stapelburg

Hinweis

Toreingang

Sohlgleite-Stimmecke

Abgang-Stimmecke

Grenzstein P/B

Bahndamm

Alter Abgang-Stimmecke

Stauschieber-Stimmecke

Altes Stimmeckewehr

Flaschen von Jungborn

vergangen

Keller vom Eckerkrug

Licht-Luft-Lehm-Wasser

da geht`s lang

Alter H├╝ttenplatz

An der Ecker 

Die Ecker

2012.01.25. An der Ecker
Immer wieder zieht es mich an die Ecker. Zu jeder Jahreszeit bietet sie einen neuen Zauber.
Der Winter mit seinen bizarren Eisgebilden, der Fr├╝hling bringt das Bl├╝hen in Gang, der Sommer vollendet es, der Herbst hat Pilze und Fr├╝chte.
Auf weiten Teilen ihres Laufes bildet sie die Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Kurz vor Abbenrode verl├Ąsst sie die Landesgrenze, flie├čt nun komplett in Sachsen- Anhalt, um gleich hinter Abbenrode wieder Landesgrenze  nach Niedersachsen zu wechseln. N├Ârdlich von Lochtum geht ihr Lauf, von der gro├čen neuen Br├╝cke der B6n ├╝berspannt, unterhalb der Aussiedlungsh├Âfe Wennerode/Vienenburg. Sie nimmt im abknickenden Lauf die Schamlah auf um durch Wiedelah zur Oker zu eilen. Als zweites ├Âstliches gr├Â├čeres Gew├Ąsser nimmt die Oker die Ecker auf. Das  erste Gew├Ąsser ist unsere, durch Bad Harzburg flie├čende, Radau. Weiter geht ihr Wasser ├╝ber Aller, Weser zur Nordsee.
Ihren Ursprung hat sie am Eckersprung zwischen den Hopfens├Ącken und dem K├Ânigsberg.
Nur ein paar Meter weiter s├╝dlich kommt die Bode, die Kalte Bode an die Oberfl├Ąche um ├╝ber die Saale der Elbe zu zuflie├čen.
Wir bleiben bei der Ecker. Erst ist es nur ein sumpfiger Pfad der in oder an ihr entlang f├╝hrt. Bald jedoch. so nach 300 Metern. h├Ârt man erstes Gurgeln im Moos und Gras. Ein kleines Gerinne wird sichtbar. Dann wird der Pfad zum Weg. Die Ecker hat nun ihr eigenes Bett links des Weges. Noch immer ein kleines B├Ąchlein, kommt das Wasser des K├Ânigsbachs hinzu. Der sammelt sein Wasser am Brocken und K├Ânigsberg. Jetzt stellt sie schon etwas dar, ist ein kleiner Wildbach geworden. Etwas weiter unten s├╝dlich der "Lorenzbr├╝cke" kommt das ├╝brig gebliebene Wasser der Abbe hinzu. Im Sommer ist die Abbe h├Ąufig trocken, wird ihr Wasser doch vom Abbegraben geschluckt. Dieser dient dem Dammgraben und damit der Oberharzer Wasserwirtschaft, als ├Âstlichster Zufluss.
Vom "Kleinem Brocken" kommend, bringt  noch  der Morgenbrodsbach sein Wasser in die Ecker.
Nun poltert die Ecker als Wildbach ├╝ber und unter gro├čen Granitsteinen in einem wundersch├Ânen Bett, auf Nieders├Ąchsischer Seite vom "Pionierweg" begleitet, in die Eckertalsperre. Die ist als Trinkwasser- und Hochwasserschutzsperre gebaut. Der tiefere Sinn zum Bau lag jedoch in der Stahlproduktion bei den Salzgitter Werken. Zur besten Stahlerzeugung braucht man weiches Wasser. Das hat die Ecker. Die Wasserversorgung der Werke wurde weitgehend aus dem Raum um B├Ârsum betrieben und hier gibt es nur hartes, kalkhaltiges Wasser.
Bester Stahl wurde gebraucht im Krieg Deutschland gegen den Rest der Welt. Viel Anteil hatte das Eckerwasser nicht daran, der Bau Talsperre zog sich hin, wurde nicht zur rechten Zeit fertig. Nach dem Krieg ging das meiste Wasser nach Wolfsburg zu VW. Wenn da dann die Werksferien waren, brachte das f├╝r die Harzwasserwerke einen Umsatzknick. Heute wird alles ├╝ber einen Wasserverbund verteilt und der Knick ist fasst nicht mehr sp├╝rbar.
Hinter der Staumauer flie├čt nur noch ein kleines Rinnsal im alten Eckerbett. Der Fuhler Lohnbach  und der Hasselbach, beides westliche Zufl├╝sse f├╝llen sie ein wenig auf. Vom Osten kommen noch die Wasser vom Gro├čen Maitzental, dem Gro├čen- und Kleinen Zwi├čeltal hinzu. Die Felsbarriere der Ahlsburg umflie├čt sie links im engen Bogen. Hier befand sich ein Wehr in der Ecker, das Wasser in den von links kommenden St├Âttertalsbach leitete um die unter liegende, alte Pappenfabrik mit Brauchwasser zu versorgen. Das Wehr ist jedoch zur├╝ckgebaut, die Durchl├Ąssigkeit f├╝r aufw├Ąrts schwimmende Fische und andere Wasserbewohner wieder gegeben.
Bei entsprechender Wetterlage zieht sich der Betriebsduft der Papierfabrik weit ins Eckertal hinein. Bei der Gr├╝ndung des Nationalparks wollte man den gesamten Betrieb auslagern. An den hohen Kosten scheiterte dann aber letztendlich der Umzug. So bildet diese Fabrik, zwar am Rand und auch versteckt gelegen, doch einen weniger sch├Ânen Fremdk├Ârper im Nationalpark. Eine ├änderung ist auf weiteres wohl nicht in Sicht.
Bei der Br├╝cke des Ilsenburgerstiegs misst ein Pegel das Eckerwasser. Dieser Pegel dient wahrscheinlich den Harzwasserwerken, den Betreibern der Talsperre, zum Regeln des Restwassers was unterhalb der Sperre in die Ecker gelassen werden muss, um das Leben in der Ecker zu gew├Ąhrleisten. Hier am Ilsenburgerstieg verlassen wir mit der Ecker den Nationalpark Harz.
Etwas weiter erfolgt eine weitere Verbauung der Ecker. Die Ableitung der Stimmecke.
Bis 2011 regelte ein Wehr mit einer Fallh├Âhe von ca. 70cm und ein Abzweiggraben mit Sch├╝tt diesen Vorgang. Die  H├Âhe der Wehrkrone sorgte f├╝r einen Wasserstau vor dem beweglichen Sch├╝tt. Kurbelte man das Sch├╝tt in die H├Âhe str├Âmte mehr Wasser in die Stimmecke, senkte man es, entsprechend weniger. Eine weitere Weiche dahinter, mehr ein kleiner ├ťberlauf, leitete wenn einmal mehr Wasser als gew├╝nscht zur Stimmecke abfloss, das "Mehrwasser" zur├╝ck zur Ecker. Viele Jahre funktionierte das fasst reibungslos, ohne gr├Â├čeren ├ťberwachungs- und Kontrollaufwand.
Nun wurde dieses Wehr zur Sohlgleite umgebaut. Hierbei ist leider ein Fehler eingetreten der den Baumeistern nicht h├Ątte passieren d├╝rfen. Das Waagerechte der beiden Abfl├╝sse ist verloren gegangen. Es flie├čt mehr Wasser zur Stimmecke als ihr zusteht. Jetzt versucht man mit Behelfsmitteln, wie Querbalkenbau mit eingeschnittenen ├ľffnungen, vor dem Abzweiggraben zur Stimmecke, diesen gravierenden Fehler zu korrigieren. Gelingen wird das damit bestimmt nicht!
Die Sohlgleite sonst ist gut gelungen. Der Ecker ist ein h├╝bsches Kleid angelegt worden, nur wurde dabei das Dekollete etwas zu hoch gezogen, so dass auf normale Weise, ganz nat├╝rlich, mehr Wasser der Ecker zur Stimmecke abgeleitet wird. Da hilft nur: Baut das alles s├Âhlig und das ganze Herumgefusche hat sich erledigt!
Das abgeleitete Wasser der Stimmecke vereinigt sich mit dem Eckerwasser erst wieder in der Oker bei B├Ârsum, nachdem die Ilse, in die die Stimmecke bei B├╝hne flie├čt, in die Oker m├╝ndet.
Nachdem hier die Durchg├Ąngigkeit f├╝r Fische wieder gegeben ist, wartet ein St├╝ckchen weiter, bei den ersten H├Ąusern von Eckertal das n├Ąchste, mindesten 3 mal h├Âhere Wehr. Eine nicht mehr genutzte Ableitung nach Eckertal macht es auch ├╝berfl├╝ssig, wartet auf den R├╝ckbau.
Hier ist nicht so hohe Ingenieurkunst gefragt wie oberhalb, doch ob hier eine gemeinsame Nieders├Ąchsisch - Sachen-Anhaltinische  Zusammenarbeit nach der Pleite an der Stimmecke gelingen wird?
Noch ein weiteres Wehr mit noch h├Âherer Fallh├Âhe, kurz hinter der Grenze in Sachsen-Anhalt vor Abbenrode sperrt das Aufw├Ąrtswandern der Wasserlebewesen. Dies Wehr diente der Versorgung der linksseitigen Wasserm├╝hlen in Abbenrode. Diese liegen alle still, sind teilweise verschwunden.
Zur rechten Eckerseite wird noch Wasser in den M├╝hlengraben abgeleitet. Hier ist das Wehr schon r├╝ckgebaut. Ein h├╝bsch gestalteter "M├╝hlenwanderweg" begleitet den Graben mitten durch den Ort. Die M├╝hle "Otto" ist renoviert und kann mit einer Elektropumpe zur Schau betrieben werden. Leider ist z.Z. ein Teil dieses Weges durch die Einsturzgef├Ąhrdung eines alten Geh├Âftes unterbrochen. Diese Sperrung hat viel vom Scharm dieses Weges vernichtet. Hinter der letzten M├╝hle Abbenrodes m├╝ndet der Graben wieder in die Ecker.
Als ich nach der "Wende" das Abbenroder Wehr zum ersten Mal sah, wurde mir hier die Abschottung der DDR zum Westen mit absoluter Brutalit├Ąt dargestellt. Die Sicherheitsverbauungen waren Furcht erregend, un├╝berwindlich. Eine schwenkbare, mit spitzen Dornen versehene, Gitterklappe lie├č das Wasser durch flie├čen. Sonst alles undurchdringlich konstruiert. Die spitzen Dornen zeigten auf Abbenrode. Ein Mahnmal gegen die politische Verblendung, f├╝r beide Seiten, mehr oder weniger g├╝ltig, h├Ątte es werden k├Ânnen!
Schnell war dieses Werk verschwunden. Abgeschwei├čte Spundwandreste findet man noch.
Das Wehr ist marode, teilweise zerst├Ârt. Eine neue Sitzbank steht auf dem Betonsockel Wehr - Grabenabzweig. Sitzt man hier, h├Ârt man Wasserrauschen, manchmal nur ein Pl├Ątschern. Kann im Spr├╝hnebel der Tropfen die Regenbogenfarben z├Ąhlen und die Wasseramsel beim F├╝ttern ihrer Jungen betrachten. F├╝r Fische ist hier von unten nach oben kein Durchkommen. An der Stra├čenbr├╝cke, Lochtum - Abbenrode steht nun eine Stahlplatte zum Gedenken an die ├╝berwundene Teilung Deutschlands. Ein kurzes St├╝ckchen wieder Grenzfluss und die Ecker ist nun komplett in Niedersachsen angekommen. Das bleibt auch so bis sie, hinter Wiedelah  in die Oker m├╝ndet.
Ein Wehr vor Wiedelah leitet noch einmal einen Teil ihres Wassers in den Eckergraben. Der speist die Teiche der Wasserburg Wiedelah. Der Eckergraben flie├čt weiter ├╝ber W├╝lperode, G├Âdeckenrode, beide Orte wieder in Sachsen - Anhalt gelegen um bei Isingerode wieder nach Niedersachsen zu wechseln. In der N├Ąhe der Pfalz Werla sind die Eckerwasser dann wieder zusammen vereint in der Oker. Auch die Oker ist von Wiedelah bis zur "Scharzen Br├╝cke"vor Schladen Grenzfluss. Paddeln war dort wegen der Grenze verboten. Heute wegen Naturschutz nicht gew├╝nscht, nur nach Voranmeldung in Ausnahme erlaubt.
Das Wehr des Eckergrabens hat im Hauptstrom einen Schr├Ągablauf. Wie weit der ein nicht zu ├╝berwindendes Hindernis darstellt kann ich nicht sagen. In der Ortsbebauung Wiedelah ist noch ein kleiner k├╝nstlicher Absatz zwischen Betonw├Ąnden. So ist die Ecker eigentlich ein geschundener Fluss, mit Talsperre, Wasserableitungen, mit Wehren verbaut. Vielseitig wurde und wird ihr Wasser genutzt. Doch hat sie ihre Natur nicht aufgegeben. Bei Schneeschmelze und anderen pl├Âtzlich anfallenden Wassermengen werden ihre Kr├Ąfte wieder sichtbar, dann nagt sie wieder an ihren Ufern! Vom Eckersprung auf einer H├Âhe von 890m bis zur M├╝ndung in die Oker auf einer H├Âhe von 120m ist sie 770 Meter abw├Ąrts gesprungen, gepoltert, eingezw├Ąngt von Mauern, gestaut, wieder kurz frei gelassen um sofort wieder aufgestaut, abgeleitet und genutzt zu werden. Trotzt allem ist sie voller Leben, im und am Wasser. An seinen Ufern sind Existenzen entstanden und vernichtet, fr├╝her sowie heute!
Die Ecker ein benutzter, ein genutzter kleiner Fluss am Nordrand des Harzes.

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