WillkommenWanderungenWanderstreckenGasthäuserServiceKontakt

2 Bereiftest Schlafmoos

3 überzieht die Stämme

4 Auf einsamer Wacht

5 Gemeine Spaltblättling

6 bereifte Gräser

7 aufgetauchte Wasseramsel

8 Abtauchschwall im Wasser

9 des Clausthaler Flutgraben

10 das Grabenwasser

11 blinkert im Gegenlicht

12 zwischen Gräsern und Heidelbeeren

13 Nebelstreifen vor dem Brocken

14 Licht und Schatten

15 wie schwirrende Viren

Am Clausthaler Flutgraben..... 2020.11.30.  

1 Schwere Arbeit für die Forstwirte

Gestern war der 1. Advent. Da war der Harz wieder voll mit Ausflüglern aus dem weiten Umland. Da gab es keinen Parkplatz mehr im Harz. Alles was sonst die Sonne im Süden suchte, durch Covid19 aber Zuhause geblieben ist oder musste, sucht die gesunde Luft des Harzes. Leider ist auch hier die Gastronomie verschlossen, doch Bewegung in der frischen Harzer Luft schadet nicht und so bietet der Harz das perfekte Kurzerlebnis für Wanderer, Radfahrer und Schaulustige die die Veränderungen die der Harz eben durch den Borkenkäfer und seine Begleiter erfährt. Am Wochenende ist der voll, da blieben wir am Fuß der Berge mit dem Hintern zuhause.  Der Montag bringt uns in Bad Harzburg Sonnenschein. Der treibt uns in die Berge. Doch hinter dem Gabbro-Steinbruch ziehen schon leichte Nebelschwaden über die Hänge. Ãœber der Baste kämpfen Nebelwolken und Sonnenstrahlen um ihren Sieg. Torfhaus leicht vom Wind freigepustet, wechselt noch mit Sonnenstrahlen und Nebelschatten. Der kostenpflichtige Parkplatz ist schon gut besucht. Eingemummte Gestalten laufen umher, streben zum nebelverhüllten Brocken.  Wir schwanken mit dem Bleiben, mit unserer Wanderung entlang des Clausthaler Flutgrabens Unser Auto ist das siebte das seinen Platz auf dem kostenfreien Parkplatz in Richtung Altenau findet. Der Bruchberg vor uns noch im Nebel verborgen. ein nochmaliges Zögern. Wir machen uns auf unsere Reise. Es kann nur besser werden. So stolpern wir also los. Das Stolpern passt, den mehr kommt dabei nicht rum. Es ist glatt, matschig, brüchiger Frostboden, bereifte Weg-, feuchte Brückenbohlen sind mit äußerster Vorsicht zu begehen. Bald taucht das Wasser des Abbegrabens auf,  das hier im wildem Bachbett dem Wasser des Flörichshaier Graben zuströmt um sich gemeinsam an der Blockschleife dem Dammgraben anzuschließen. Ein Zuviel an Wasser fließt über das Kellwaser zur Okertalsperre ab. Dort hinunter ist auch der Magdeburger Weg vorübergehend verlegt.   Doch so weit sind wir noch nicht auf unserer Wanderweg Rutschbahn gekommen. Erst wenn der Flörichshaier Graben, der als nächstes gequert wird, hier als Bach herunter strömt, überschritten ist, taucht der Magdeburger Weg der zum Dammgraben herunter führt, auf.  Von auftauchen kann man zwar nicht sprechen. Mit einem künstlichen Windbruch ist er verschlossen. Starke Fichtenstämme blockieren ihn nun hoffentlich nicht endgültig. Noch ist er nicht aus dem HarzklubWanderWegeNetz verabschiedet. Es ist zwar vom NP versprochen worden  ihn nach der Räumung des Windbruchs, dem Borkenkäferbefall  wieder zu öffnen. Doch ein erheblicher Zweifel, dass das  geschieht,  ist in mein Herz gegraben. Für den Harzwanderer würde eine Aufgabe des erlebnisreichen kleines Pfades am steilem Hang der "Steilen Wand", dem nordöstlichen Ende des Bruchbergs, zwischen Dammgraben und Torfhaus viel vom Erlebniswert des Harzer Hexenstieges, der den Magdeburger Weg einschließt, nehmen. Den Matsch der Senke von Abbe- und Flörichshaier Graben haben wir nun hinter uns gelassen. Ein Waldweg bringt uns unterhalb der L504 weiter. Hier wird sichtbar was Sturm und Borkenkäfer alles anrichten können. Hier sieht man die geforderte Kunst der Forstwirte beim Freischneiden der Wanderwege. Hier kann die Gefahr erahnt werden wenn der Hang noch steiler wird, die Gefahr von abrutschenden Stämmen in sich ein Ãœbermaß der Gefährdung des Arbeitenden steigern kann. Ach du armer Magdeburger Weg wie lange musst du noch auf uns warten? Hoffentlich nicht so lange bis  das Zypressenschlafmoos über deine vergehenden Fichtenstämme gezogen ist! Beispiele dazu liegen hier umher!
Wir queren die L504. Der kleine Parkplatz an der Straße ist vereist. Ein Rinnsal zwischen den niedrigen Fichten, der  den Wanderweg als sein Bett nutzt, fließt  noch. Hier finden die Stiefelsohlen auf den freigespülten Steinen wieder festen Halt . Schnell erreichen wir die Höhe des Clausthaler Flutgraben.
Nach rechts strömt sein Wasser weiter in die Nabe.  Einem unscheinbaren kleinen Fließ das bald danach steil ins Tal fällt. Die Nabe nimmt das Wasser des Flutgrabens auf. Ãœber den Nabetaler Wasserfall, man soll nicht glauben es gibt ihn nicht, stürzt es zu Tal. Dort  im engen Tal wird die Nabe vom Nabetaler Wasserlauf aufgenommen und dem Dammgraben zu geführt. Ãœberschüssiges Wasser fließt über einen Fehlschlag im natürlichem Bachbett der Nabe weiter zum Kellwasser. Ganz in der Nähe zweigt  der Magdeburger Weg zur Höhe ab.  
Geradeaus ist nach gut 1,5 km die Wolfswarte zu erreichen. Da wollen wir nicht hin.
Wir laufen entgegen des Fließen des Claustaler Flutgraben nach links weiter. Mächtige alte Fichten begleiten uns. Auch hier ist der Borkenkäfer fleißig am Wirken gewesen! Die Fichten sind tot. An ihren toten Stämmen sprießen unzählige kleine weiße Pilze. Der Gemeine Spaltblättling hat in Massen seine Fruchtkörper am Fichtenstamm verteilt. Hier neben dem Graben haben die Fichten bestimmt nicht unter der Trockenheit gelitten die den Borkenkäferbefall begünstigt. Hier muss der Borkenkäfer Verbündete gehabt haben um die Lebenskraft der Fichten auszuschalten. War und ist es vielleicht das unsichtbare Myzel des Spaltblättling, dass vom Borkenkäfer eingeschleppt hat? Das die Leitungsbahnen der Fichte angezapft, beschädigt, sogar unterbunden hat um den Harzfluss der Fichte, ihr einziges Schild und Gegenwehr gegen den Gefräßigen, auszuschalten?  Ist es nicht seltsam, dass hier am besten Standort die Fichte vom Gemeinem Spaltblättling befallen ist, während unterhalb der Straße, mehr trockenen Bereich, der Rotrandige Baumschwamm, der Wurzelschwamm zu Haufen aus den toten Fichtenstämmen sprießen. Ausgerüstet mit einer starken Behaarung für den Transport von Pilzsporen ist der Buchdrucker ja bestens! Blöd wenn er dies nicht zu seinem Vorteil nutzen würde!
Spekulatäre Gedanken sind das schon die da durch die Gehirngänge blitzen.
Was da  neben uns im Graben, beim Weitergehen, aufblitzt und sofort wieder verschwindet könnte eine Wasseramsel gewesen sein.  Hier in der rotbraunen Moorbrühe des Grabens? Was sollte die hier wohl in der sauren Wasserbrühe für sie "Glücklichmachendes" finden? Nein, da war keine. An die munteren kleinen Harzflüsse wie Ecker, Radau, Oker oder Innerste mit ihrem klarem Wasser da gehört sie hin, da ist sie zu sehen. Aber hier in der toten sauren Moorwasserbrühe niemals! Wieder so eine Rechnung ohne den Wirt! Nicht lange dauert's da fliegt sie vor uns wieder auf, trippelt am gefrorenem Ufer ein paar Schritte, verschwindet tauchend im Wasser des Graben. Taucht wieder auf um gleich wieder unter der Wasseroberfläche zu verschwinden. Nun ist der Jagdtrieb erwacht. Die Kamera heraus und rann gezoomt wird der Vogel mit der weißen Kehle.

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16 die Vergangenen / die Zukunft

17 umrahmt den Brocken

18 Winterfarben

19 an der Grabenböschung