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18 zur Hasenburg

19 Portr├Ąt

20 Kammertor der Hasenburg,

21 der Torgraben,

22 die Torbalken sind abgebaut!

23 Knabenkraut

24 Gnom aus Kalkstein

25 Gro├čes Windr├Âschen

26 am Ochsensprung

Seite 3 

17 Wiesenweg

 "Ochsensprung" wird diese Abbruchkante auch genannt. Hier an diesem Abgrund w├Ąchst wie ein niedrigeres Schutzgel├Ąnder ein wei├čes, schmales Band des Gro├čen Windr├Âschen / Anemone sylvestris. Dieses wei├če Band der bl├╝henden Sch├Ânheit hat mich her gelockt. Doch zu fr├╝h sind wir da. Erst wenige Pflanzen recken ihre Bl├╝tenstiele mit ihren einzelnen gro├čen (bis 7 cm) wei├čen, aus f├╝nf Bl├╝tenbl├Ąttern zusammengesetzten Bl├╝ten, in den Maihimmel. Daf├╝r toben sich junge Leute hier an der Aussicht aus. Auf Einweggrills werden W├╝rstchen gebraten. Saft, Wein aus T├╝ten. Getrunken wird aus Pappbechern. Bier aus Flaschen. Musik qu├Ąlt sich aus dem Radio. Ein Lagerfeuer wird angeheizt. Qualm zieht ├╝ber die Fl├Ąche.  Papiertaschent├╝cher bleiben neben ausgetrunkenen Bechern beim Umzug der lauten Gesellschaft, aus dem Schatten in die Sonne, liegen.  Sie dienen als lockere Festdekoration dieser Familien Maisause. Der Himmel strahlt immer noch blau herunter. Der Horizont mit den Harzer Bergen im Dunst, dar├╝ber wei├če einzelne Kumulus.  Wallrode mit roten Ziegeld├Ąchern, hellen Hausw├Ąnden im gr├╝nen Band der Felder liegt unter uns.   Wir kratzen die Kurve, verschwinden hinter dem Burgwall, halten Ausschau unter den B├Ąumen nach Knabenkraut und wei├čen Waldv├Âgelein. Finden weder das Eine noch das Andere. "Nun bist du wegen einer Orchidee und ein paar Bl├╝ten des Gro├čen Windr├Âschen den weiten Weg von Harzburg bis hierher gefahren" mit diesen Worten Kunos werde ich aus meinen Gedanken gerissen. "Macht nichts, anderes Sch├Ânes ist sichtbar geworden. Oder etwa nicht?" Ein Nicken mit dem Kopf ist die Antwort. Durch das Burgtor, dem Kammertor verlassen wir das Burgplateau der Hasenburg. Steigen auf poltrigen Pfad in Richtung Buhla herunter. Eine mir unbekannte Vogelstimme begleitet uns. "Das die Klappergrasm├╝cke" bestimmt unser Vogelkenner Wilfried aus Gieboldehausen. "Die was"? "Die Klappergrasm├╝cke" wiederholt er energisch. Und wenn sich sein Ton hebt, dann stimmt das in der Regel auch. Ich k├Ânnte das "in der Regel" ja auch weglassen, aber mein Freund Wilfried regt sich ├╝ber meine Zweifel, (zu meiner Freude), immer so herrlich auf.
Bald zweigt ein Trampelpfad nach rechts ab. Trotzt eines kleinen Verhau, der den Pfad absperrt, biegen wir auf ihn ab. Erst halb zugewachsen, wird er bald belaufener und somit breiter. Finden noch halbmeter hohe junge Triebe der Tollkirsche, einen reichen Bestand an Fr├╝hlingsplatterbsen, T├╝rkenbund mit und ohne Knospen. Letzte wei├č-rosa Bl├╝ten von Buschwindr├Âschen, der gelben Windr├Âschen. Ein schwarzer, ins gr├╝n schimmernder, flacher, etwa so gro├č wie ein Fingerglied , mit kr├Ąftigen Bei├čzangen ausger├╝steter K├Ąfer macht sich am Durchtrieb des Schwarzen Wacholders zu schaffen. Es ist, wie ich zuhause feststelle das Weibchen des Rehschr├Âter. Einem zu der Familie der Mistk├Ąfer geh├Ârenden Blatt und Knospen fressenden tagaktiven K├Ąfer.
Bald haben wir die verschmutzte Schutzh├╝tte wieder erreicht. Schimpfen noch ein wenig ├╝ber den Unverstand der hier gewesenen Nutzer der H├╝tte. Laufen an dem hinterlassenen Dreck aber vorbei. Entschuldigen uns vor uns selbst mit der fadenscheinigen Begr├╝ndung:
 "Uns fehlt ein Abfallbeutel". Doch der Gedanke: Das Wegr├Ąumen vom Dreck von Unbekannten, warum sollen ausgerechnet WIR das aufr├Ąumen, ist der wahre Kern des Unterlassens.

Das schlechte Gewissen, was sich einnisten will, wird bald von besseren, sch├Âneren Erlebnissen auf dem Weg zum Auto  zugedeckt. So ist das!
 
Otto Pake

30 unter uralten Buchen

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27 noch ein Portr├Ąt

28 Fr├╝hlings-Platterbse

29 Rehschr├Âter