WillkommenWanderungenWanderstreckenGasthäuserServiceKontakt

10 Alte Männer im Gespräch,

11 in Positur auf dem Skywalk.

12 zwischen Himmel und Erde

13 weben die Gedanken.

14 unter der Tanzlinde

15 Zaungespräch

16 zur Orientierung

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Im Fr√ľhlingswind

 Es entwickelt sich ein richtiger Smalltalk zwischen dem Einheimischen hinter dem Zaun und uns Zugereisten vor den eisernen Zaunstangen. Als er erf√§hrt, dass wir zur Hasenburg wollen, beschreibt er uns einen Parkplatz wo wir das Auto unbesorgt abstellen k√∂nnen. Es hat sich viel im Stra√üenbau getan in Haynrode. Ein Jahr bin ich nicht hier gewesen und schon ist die Stra√üenf√ľhrung in Haynrode umgekrempelt. Dank unseres Zaunplausches finden wir uns aber zurecht und auch den beschrieben Platz f√ľr das Auto.  Schon vor Jahren, gleich nach der Wende, als ich mit einem Wanderfreund, hier durch die mir unbekannte Gegend zog, in dem Gartenhaus einer Fris√∂rmeisterin Heynrodes √ľbernachtete, von dort am n√§chsten Morgen zur Hasenburg zogen, war ein paar Monate sp√§ter als ich wieder zur Hasenburg hoch wollte, nichts mehr von Schreberg√§rten und dem Weg zur Hasenburg zu finden. Der  Neubau eines Werkes, hatte Schreberg√§rten und Wanderweg √ľberbaut. Nur auf Schleichpfaden war der Anschluss zum Wanderweg noch zu finden. Nun hat die Stra√üenf√ľhrung noch h√§rter in die Landschaft gegriffen. Und h√§tte unser Zaungespr√§ch nicht stattgefunden: "Am Kreisel Richtung Buhla, den ersten Feldweg links ab. Dort k√∂nnt ihr parken", h√§tten wir uns schwer getan mit dem Abstellen des Autos. So sind wir gleich auf dem mit Feldahorn eingerahmten Wiesenweg der uns zum Fu√ü der Hasenburg bringt. Gelb leuchtet rechts der L√∂wenzahn auf der Wiese. In einer Wiesendelle grasten braune Rinder, die wir dem Harzer H√∂henvieh zuordnen. Apfelb√§ume links am Weg in voller Bl√ľtenpracht. der Zilpzalp sagt seinen Namen. Die Goldammer pfeift von hoher Strauchwarte. Zwei Rot-Milane gleiten spielerisch √ľber die weiten Fl√§chen.  Es ist schon Mittag geworden und der Hunger plagt meine Begleiter. Bei der Schutzh√ľtte am Waldrand wollen wir rasten , den Hunger stillen. Leider sind vor uns Wandalen durchgezogen, haben mit ihren papiernen, mit braunen Streifen verzierten, Hinterlassenschaften den Rastplatz geschm√ľckt. Also hei√üt es erst einmal weiter! Nach links schwenken wir ab. Dort wo der Waldweg von Neustadt / Wallrode herauf zieht, hocken wir bald darauf auf einem Baumstamm. Warmer Sonnenschein schmeichelt unsere R√ľcken. Ein besserer Platz zum Rasten als der in der verdreckten Umgebung der im Schatten liegenden H√ľtte; wenigsten f√ľr heute am 1. Maientag.  Mit vollem Magen steigt es sich nicht so leicht. Diese alte Weisheit wird uns unterwegs wieder bewusst. Steil, in vielen Kurven schwitzen wir uns hoch zur Hasenburg. Gut, dass es so viel an Pflanzen nebenbei zu fotografieren gibt. Sei es die Feldkresse, die Zwiebeltragende Zahnwurz, die Mandelbl√§ttrige Wolfsmilch, Waldveilchen,  rot-blaue Bl√ľten der Fr√ľhlingsplatterbse und was sich sonst noch alles hier so rumtreibt. Auch die alten abgestorbenen angewitterten Buchen mit ihren Beulen und Schrunnen, ihren toten Gesichtern aus vergehenden Holz bringen nicht nur Fotomotive. Sie bringen kleine Pausen beim Aufstieg. Bald verzweifelt schaue ich nach Morcheln, die hier nach meiner Meinung bestimmt nicht fehlen, um. Finde aber keinen der Wohlschmeckenden. Doch irgendwann haben wir die Steigung hinter uns, sind auf dem Hasenburg-Plateau. Wandern rechts auf schmalen Pfad weiter zu den Resten der Kleinen Burg, die Heinrich der IV hier in der Zeit seines Streits mit den Sachsen errichten lie√ü. Auf der sonnigen Bank, √ľber, bei  den alten Mauerresten haben sich schon andere Wanderer hingehockt. Hier w√§chst Lauch in gr√∂√üerer Menge. Die Herrschaften staunen nicht schlecht als wir uns dabei machen ein paar der w√ľrzigen St√§ngel zu verzehren. Sie probieren auch ein wenig, trauen sich aber nicht so richtig. Zu unbekannt das Ganze. Dicke alte Balken liegen umher. Erst sp√§ter stellen wir fest, es handelt sich um die abgebauten Torbalken des Burgtors. Das wirkt dadurch nicht mehr so dunkel, so unbezwingbar wie zuvor. Das Bleiche Knabenkraut, gleich auf der H√∂he neben dem Burgtor, w√§chst und bl√ľht noch immer um diese Zeit an der gleichen Stelle. Trotzt intensiver  Suche unser sechs Augen entdecken wir keine weitere Pflanze dieser Orchidee An m√§chtigen uralten Buchen vorbei wandern wir  zum Nordrand des Plateau. Hier bricht das Plateau als steile Muschelkalkfelsklippe fast 180 m nach Norden ab.

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