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Fuchsturm

 Die Rundbank um die starke Linde beim Denkmal des CW.v. Knebel mit feuchten, gelb-grünen abgefallenen Lindenblättern ausgeschmückt. Auf braun glänzendem Buchenlaub zwischen weißem Handlauf und steilem Kalkfels, der in kleinen, waagerecht geschichteten Platten zerbröselt wandern wir hoch zum Fuchsturm. Wie ein ausgestreckter Zeigefinger zeigt der in den blau-weißen Himmel. Alles noch im Morgenschlaf. Die Eckbank mit dem steinernen Tisch zur Hälfte erst von der Sonne beschienen. Die Weihestätte der Fuchsturmgesellschaft liegt still und verlassen, drückt auf Herz und Seele. Nicht viel über von der Ruine der Burg Wintberg. Steigen ab nach Ziegenhain. Der Friedhof mit seinen ersten Besuchern die die Gräber ihrer Verstorben besuchen bleibt rechts liegen. Hart nach links im feuchtem Tal zur Höhe leitet uns unser Zeichen. Kreuzen die Fahrstraße. Auf Höhe bleibend, fast parallel zur Fahrstraße, das Ziegenhainertal verschwindet in der Tiefe, laufen wir in Schleifen immer durch Wald ohne Ausblicke. Ab und an ein Abzweig nach oben, nach unten. Plötzlich freier Blick über Jena. Eine erste Aussichtsbank bringt kurze Rast. Wanderer kommen uns entgegen, überholen uns. Feiertag ist, das schöne Wetter lockt, bringt Läufer und Wanderer auf den Trip um die Kernberge. Diesen wunderbaren Weg haben heute viele gewählt. Teilweise wird richtig gedrängelt. Trockene Hänge, mit Wacholder durchsetzt, letzte blassblaue Glocken der Pfirschblättrigen Glockenblume, der Gefranste Enzian. Die Diebeskrippe, ein alter Felssturz, stark besucht. In weiten Schlängeln ohne viel Steigung oder Gefälle, manchmal sehr eng werdend, laufen wir zum Fürstenbrunnen. Alle Bänke voll, kein Sitzplatz frei. Ich fotografiere Achim läuft vorneweg, folgt den Wanderern ins Pennickental. "He, Achim wo willst du hin? Hier müssen wir lang. Hier hoch". "Warum? Hier laufen doch die Leute. Was willst du denn da oben"? "Zu unserem Ziel Jena-Lobeda geht's nun einmal hier die Straße hoch, nicht da wo die Leute rennen"! Achim folgt. Langsam, in kleinen Schritten schleichen wir zur Höhe. Die breite Straße nervt, zieht sich. Nichts mehr mit schmalem, romantischen Wanderweg. Abzweig zur Sommerlinde. (Wieder mal eine.) Schilderwirrwarr. Drei Wege zur Lobdeburg. Lobeda, Drackendorf und sonst wohin. Der mittlere Weg durch die sonnenbeschienene Wiese zieht uns an. Nicht ganz richtig, aber schön. Sehen daher nichts vom Johannisberg. Erst ab dem Spitzenberg folgen wir wieder unserer Saalehorizontale zur Lobdeburg.
Hubschraubergeknatter stört die Ruhe des Waldes, sonst sind wir wieder allein unterwegs. Zur Lobdeburg werden Kinderwagen hochgeschoben. Mütter und Omas schwitzen, Väter und Opas beim fotografieren. Drackendorf lockt mit Kneipe und Heimatstube. Wir biegen ab zur Haltestelle der Straßenbahn. Admirale umflattern uns. Einer dieser schwarz- weiß- orange farbigen Schmetterlinge saugt Achim den Schweiß von der Platte, labt sich am ausgeschwitzten Salz. Eine seiner