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1 Hasenlattich

Sie ist der eigentliche Quellfluss der Elbe. Nicht nur, dass sie wasserreicher, einen l├Ąngeren Lauf von ihrer Quelle bis zur Vereinigung mit dem "Elbseifen", dem Bach der von der gefassten "Elbquelle"  vom Westen kommend im Elbgrund str├Âmt, und f├Ąlschlich jetzt  "Elbe" hei├čt, hat. Nein, das Wei├čwasser, die Bile Labe die "eigentliche Elbe"! Sie wurde in einem politischen Streit um Grundst├╝ckgrenzen zwischen den hier herrschenden Grafen einfach zum jetzigen Standort verlegt. So hatte der Graf von Harrach seinen Seelenfrieden und "seine Elbquelle", seine Gegenspieler Ruhe vor dem kleinem Tyrannen, dem Grafen Harrach.  So ist also klar, dass  -Fake News-, der neue Begriff von L├╝gengeschichten, schon im 17. Jahrhundert zum Leben geh├Ârten. Mit diesen gehen ja auch heute immer noch oder wieder, Politiker mit Pokergesichtern, Grimassen schneidend und wild mit ihren Armen rudernd,  immer noch liebend gerne hausieren. Das Schlimme ist, dass die Wiederholungen ihrer Fake News bei vielen Menschen dann doch langsam zur Wahrheit heran reifen. So pilgern selbst  noch heute viele Menschen zur Elbquelle, obwohl sie ihren Namen zu Unrecht tr├Ągt. So ist es. Auch wir werden das machen, ├ťbermorgen.
Jetzt begleiten wir erst einmal die im Ger├Âll ihrer Steine sanft dahin pl├Ątschernde, manchmal kurz aufbrausende "Bile Labe", auch "Wei├če Wei├če" oder "Wei├čwasser"  genannten. Betrachten die Flechten an ihren Steinen, erfreuen uns an dem kurz ├╝ber dem Wasserspiegel im Winde wippenden Hasenlattich der seine pinseligen Fr├╝chte dem Wind, dem Wasser anvertraut. Beobachten das Flugspiel einzelner Libellen.
In der Bouda Bile Labe", an der Vereinigung der beiden B├Ąche zur "Elbe", ist der Barbecue-Smoker am dampfen. Forellen werden dort gegart, verr├Ąuchert, in braunrote Fischmumien verwandelt. Manche m├Âgen's. Wir beschr├Ąnken uns auf ein angekohltes oder halb gares W├╝rstchen, je nachdem wie und ob einem das Gl├╝ck aus der Warteschlange kommend, holt ist. Doch die Halben der Tschechischen Humpen erquicken und sp├╝len auch das Halbgare oder Verbranntes geschmacksneutral ├╝ber den Rachenschnippel.
 Im Westen, ├╝ber den Bergen sind dunkle Wolken aufgezogen, bringen Unruhe in den Hintern, den Beinen. Unser Marko mit seiner "Gretel" sind absolut lorbern, das hei├čt ohne Schirm und Jacke, losgezogen, f├╝rchten sich vor dem drohenden Schauer. Also ist Aufbruch angesagt. Der Wanderweg wird ab hier zur asphaltierten Stra├če, was den Schritt beschleunigen k├Ânnte, stattdessen ist, -der Regen l├Ąsst auf sich warten-, bummeln angesagt. Wir klettern zum Fluss, der jetzt vereint mit dem Wei├čwasser, der Bile Labe, unstrittig die Elbe ist, herunter. Balancieren ├╝ber glattgeschliffene Granitplatten, meiden die mit Moos und anderen gr├╝nen Schlieren bewachsenen Steine damit niemand von uns unfreiwillig baden geht. Wundern uns ├╝ber die mit braunroten Flechten bewachsenen Ufersteine. Auch auf der Hochfl├Ąche der Berge liegen die in  bunter, von mir nicht beachteter Vielfalt und Eintracht umher. Hier auf einem Schild wird uns klar gemacht: Es ist die Veilchenalge/Trentepholia iolithus die die Steine ├╝berzogen hat. Sie gibt bei N├Ąsse den Duft nach Veilchen ab. Die umherliegenden rotbraunen Steine werden deshalb "Veilchensteine" genannt. Hat leider den Nachteil, das ich mit dem Veilchenduft im Klinch liege. Ich kann an Veilchen umher schn├╝ffeln und rieche nichts, einfach nichts. Keine Nase f├╝r Veilchenduft!  So bleibt mir nur die braunroten Steine zu betrachten und zu glauben was mir die Schrift auf der Tafel erz├Ąhlt.
Gest├Ârt, auf den letzten Kilometern bis Spindlerm├╝hle, von vielen Drei- und Zweiradfahrenden, die unbedarft, ungebremst und selbstherrlich auf ihren Leihfahrzeugen an uns vorbei rauschen, kommen wir alle gl├╝cklich in Spindlerm├╝hle an. Leisten uns noch ein Pilsner am Elbufer, um dann p├╝nktlich zum Abendbrot im Hotel Windsor mit unserer Gruppe am kalt-warmen B├╝ffet unsere Teller zu f├╝llen, um unsere verbrauchte Energie wieder aufzuf├╝llen.  Danach f├╝hren uns die Schritte etwas bergab zu einem kleinem Ausschank, bei dem wir gemeinsam mit einem, zwei Slivovice  unsere Zunge, den Gaumen den Wohlgeschmack vergorener Pflaumen schenken, den vollen Magen beruhigen, den Tag, den Abend noch einmal vorbeiziehen, ausklingen lassen. So kann man leben, so lebt es sich gut. Nur ausreichend Kronen sollte man dabei haben!

Otto Pake


10 Schnellen

11 Gedenkstein

12 des NP buntes Schild

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