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Von der Spindlerbaude nach Spindlerm├╝hle 

1 Spindlerbaude

30.8.2019

Heute steht der Tag "zur freien Verf├╝gung" wie das so sch├Ân hei├čt. Die Fa. Sausewind, unser Busunternehmen, macht das geschickter. "Ein Tag in Spindlerm├╝hle" hei├čt es da. Das bedeutet aber nichts anderes, als unser Busunternehmen sich einen Tag aus der Betreuung zur├╝ck zieht. Sprich wenn ihr was sehen wollt so m├╝sst ihr euren Hintern selbst in Bewegung bringen.
Da wir Vorgestern gekniffen haben von der Spindlerbaude nach Spindlerm├╝hle herunter zu wandern und wir f├╝r ein paar Kronen hoch zur Spindlerbaude fahren k├Ânnen, wird diese etwa 8 km lange Wanderung in Angriff genommen. Marko, unser Busfahrer und Organisator hat somit auch seinen freien Tag und schlie├čt sich uns Wanderern, einschlie├člich einer allein reisenden alten Dame aus unserem Bus, an. So besteht unsere kleine Wandertruppe aus sechs Personen. Etwas Skepsis herrscht schon als die ├Ąltere Dame, mit leichten Schuhen an ihren F├╝├čen, sich mit uns auf den Abstieg macht. Doch Marko, der Allesk├Ânner, nimmt sie , ├Ąhnlich wie der H├Ąnsel seine Gretel, bei der Hand und was der in seinen H├Ąnden h├Ąlt, das kommt auch dort hin wo es hin soll! Notfalls gibt es ja auch Bushaltestellen auf halben Wege, so ein mich tr├Âstender Gedanke. Doch die kleine, alte  Dame rennt erst einmal los wie eine Gei├č in ihren besten Jahren.
Ein bisschen holprig ist die Orientierung zu Beginn, ist dann aber ab dem Schild "Bile Labe/ Wei├če Elbe/ Weihwasser" mit dem Gelbstrich, zuverl├Ąssig. Wenn wir nun dachten der Wanderweg h├Ątte seine dicken Wackersteine hinter sich gelassen, der hat sich get├Ąuscht. Wie ein schmaler mit gro├čen Steinen gepflasterter Pfad zieht er sich durch den Wald. K├Ânner sind es gewesen die so einen dauerhaften, wenn auch manchmal sehr holprigen Wanderweg erstellt haben. Mit seiner Unterhaltung hapert es zwar ein wenig, denn manchmal liegt ein Stein etwas wackelig im Gef├╝ge, mal fehlt einer ganz, doch kann man sagen, er ist f├╝r die Ewigkeit geschaffen. Seine Dauerhaftigkeit legten die Erbauer schon in seine Wiege. Immer wieder leiten feingef├╝gte Wasserrinnen ├╝bersch├╝ssiges str├Âmendes Regenwasser, nat├╝rlich nur wenn es mal richtig sch├╝ttet, oder bei heftiger Schneeschmelze, die str├Âmenden, zerst├Ârenden Wassermassen ins Gel├Ąnde ab. Da k├Ânnen unsere Wegwarte des Harzklubs noch eine ordentliche Portion lernend von den Tschechischen Erbauern im Wegebau ├╝bernehmen. Bin mir aber nicht sicher ob diese Kunst von Ehrenamtlichen ausgef├╝hrt wurde. Zu perfekt das Ganze. Also Haken dran und das Wandergl├╝ck genie├čen.
Das macht pure Freude. Die kleinen wei├čen Bl├╝ten des Augentrost mit ihrer gelben Mitte, die die stahlblauen l├Ąngs gestreiften, ├╝bereinander liegenden Bl├╝ten des Schwalbenwurz Enzian die, dem sich langsam ins rot wechselnden,  Heidelbeerkraut ein besonderes Flair verleihen. Die gr├╝nen kurzen Zweige der in den Weg ragende kleinen Fichten, die braunen Fruchtk├Ârper der gr├╝nen Moose, dem  Frauenhaarmoos, die stabilen kurzen Triebe der Europ├Ąische Teufelsklaue, auch Tannenb├Ąrlapp genannt; alle diese Sch├Ânheiten findet man neben dem steinernen Pfad. Nicht von mir zu bestimmen ist eine sich kringelnde dicke schwarzwei├č geringelte Raupe mit gelben Dreiecken die sich ├╝ber der gesamten R├╝ckenlinie hinziehen. Welcher Falter vertraut, hebt, mit solch einer auff├Ąlligen bunten Raupe, die ├ťberlebenschancen  seiner Nachkommen?
Weit holt der Wanderweg nach Osten aus, wendet sich dem Wei├čwassergrund zu. Durch dichten Fichtenwald stolpern wir dem Rauschen des Baches zu. Unser Marko hat seine kleine ├Ąltere Begleiterin fest an der Hand. Hilft ihr geschickt bei der ├ťberwindung der Steilstufen, der quer verlaufenden Wurzelstr├Ąnge der Fichten, die man getrost als Riesengebirgs-Stolperfallen benoten kann. Irgendwann  stehen wir an dem steinigem Bett des Wei├čwassers, der Bile Labe.

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12 Wei├čwasser