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2 Immer ├╝ber holprige Wackersteine,

3 selten ├╝ber angenehmen Granitgrus,

4 durch fleckiges Hochland

5 vorbei an Latschenkiefern,

6 herrlichen Aussichten,

7 felsigen T├╝rmen

8 gepflasterten Wegen

9 mit Baumst├Ąmmen abgesicherten Abgr├╝nden.

10 Blick nach Norden.

11 Unter polnischem Himmel

12 zu den Mittagssteinen,

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1 Bunte Schilder weisen uns den Weg.

Wenn m├Âglich wird auf den rasigen Randstreifen ausgewichen. Moorwiesen mit Latschenkiefern sind nun unsere Begleiter. Ab und an winken die wei├čen b├╝schelligen Fruchtst├Ąnde des Wollgrases aus der gelblichen Rasenpracht. Von bl├╝henden Pflanzen nicht die Spur. Die werden ersetzt durch hohe wadenstarke nackte doppel-mannshohe Schneestangen. Die weisen im Winter den Schiwanderern ihren Weg. Heute sind sie mehr leichte Schattenspender, wenn sie an der s├╝dlichen Seite des Weges stehen. Im gelblichem Ton trockener Wiesen durchsetzt mit dem dunklen Gr├╝n der Latschenkiefern, versucht sich vereinzelt die Fichte. So pr├Ąsentiert sich die Hochebene unter dem mit Zirruswolken geschm├╝ckten blauen Himmel. Die Wanderer werden weniger als wir den Abzweig zur Hampelbaude, zur Kleinen Teichbaude in Richtung Krummh├╝bel passiert haben. Der nun mit Stiefmutterkies (verwitterter Granit) ausgebaute Wanderweg zieht sich weitgehend auf der H├Âhenlinie bleibend,mit wunderbaren Aussichten am Rand der Felsenh├Ąnge hoch ├╝ber dem Kleinen Teich, mit der von einem Glockenturm gekr├Ânten Kleinen Teichbaude dahin. Dahinter eine Stufe h├Âher das gro├če Haus der Hampelbaude. Von hier oben ist alles wunderbar zu betrachten. Selbst die Menge der Wanderer, die sich diese beiden Bauden zum Ziel gemacht haben. Immer in starken Gruppen kommen sie angewandert. Manchmal ist es als ob Gesang herauf t├Ânt. Bestimmt eine T├Ąuschung. Doch der hier umher flatternde Trauermantel, der dunkle Schmetterling mit den kleinen blauen Punkten, einem crem-gelben Band am seitlichen Rand seiner Fl├╝gel, der ist keine Fiktion. Der Bursche neckt uns, will sich nicht fotografieren lassen; fliegt immer wenn man glaubt jetzt passt es, kurz vor dem Klick davon. Im R├╝ckblick erhebt sich die Schneekoppe ├╝ber der fleckigen gelb-gr├╝nen Hochfl├Ąche in den Himmel. Wei├če Kumulus-Wolken sind hinter dem Berg aufgezogen. Auch hier ist der Weg, zur Tiefe hin, mit blinkender Kette an Pfosten, gesichert. Wo der Abstand zur Tiefe etwas gr├Â├čer wird liegen kreuzf├Ârmig Fichtenst├Ąmme die ein ├ťberschreiten, einen Sturz in die Tiefe verhindern sollen. Die wegweisenden Schneestangen sind verschwunden.
Oberhalb des Gro├čen Teiches, immerhin noch auf 1236m H├Âhe, blicken wir weit in das Land der Schlesier, nach Polen. Die wei├čen Kumulus werden dichter. Eine Bastion aus vier Felsengipfel unter uns. Dann tauchen vor uns der Mittagsstein/ Slonecznik auf.  Eine seiner Steins├Ąulen schaut wie ein Menschenkopf geformt weit ins Land. ├ähnlich unseres "Alten vom Berge" auf den K├Ąsteklippen ├╝ber dem Okertal, schaut dieser auf die Gegend um Krumh├╝bel / Karpacz. Apfel-Esspause ist angesagt. Wir finden Platz auf einem der umherliegenden Granitfelsen. Meinen Apfel habe ich schon zu lange im Rucksack umher getragen. Mohl ist er auf einer Seite, so landet er bald, nur ein wenig angenagt, im dichten Latschengewirr. Beim Fotografierrundgang um den Mittagsstein sto├če ich auf eine in den Latschen versteckte Steinbank. Hier hockt ein Wanderp├Ąrchen. Gl├╝ck haben sie gehabt, denn der angenagte Apfel flog in ihre Richtung.  Sie betrachten ganz entspannt die vor ihnen liegende Landschaft. Etwas unsicher betrachte ich die Beiden trotzdem. Von hier ist der Gipfel der Schneekoppe noch zu sehen. Ein junges P├Ąrchen kommt von der Gegenseite angewandelt. Ein Traumpaar von jugendlichen Hippies. Sie den linken Arm bis ├╝ber die Schulter, am Hals auslaufend, t├Ątowiert. Ihre Haarpracht zu einem wankenden, gewickelten Turm aufgebaut. Zwei Wanderst├Âcke in den H├Ąnden. Der Rucksack h├Ąngt statt auf dem R├╝cken auf ihrem kleinen Hintern. Ihr junger Begleiter ├Ąhnlich, nur ohne T├Ątowierung, doch mit einer Haarpracht aus verfilzten Z├Âpfen. Gl├╝cklich erscheinen mir die beinen Exoten, wie sie da stehen und den Weiterweg besprechen. Bald streben sie, die junge Dame mit Stockeinsatz vorneweg, weiter in Richtung Schlesier Baude. Auch f├╝r uns wird es Zeit aufzubrechen.
Das Schild: Spindlerrova, 3,5 km, mit einem Bus-Emblem dahinter, zeigt uns die Richtung. Holperig, mit dicken Steinen durchsetzt zieht unser Weg auf der H├Âhenlinie bleibend gen Westen. Gelbe Moor-Wiesen, rotlaubige Heidelbeerstr├Ąucher, die obligatorischen Latschenkiefer, vereinzelt bizarre alte verwitterte H├Âlzer, stehend oder  liegend dazwischen, so weist uns die helle Linie der granitenen Steine des Wanderweges die Richtung. Nicht nur uns, sondern auch den schon l├Ąngst Dagewesenen ist das alles etwas zu polterig. Ein getretener ebener, sandiger Pfad neben den Wackersteinen des Weges zeigt das an. Dieser f├╝r den Wanderer doch etwas zu grob ausgefallene "Steinernde Pfad" ist  in die Jahre gekommen. So schaukeln wir, wie Lasten tragende Kamele der W├╝ste, mal von Stein springend, tretend, steigend, dann wieder ausweichend auf dem sandigen Pfad, der Spindlerbaude zu. Die drei Damen vor uns verwenden die gleiche Taktik wie wir. Manchmal kommen wir ihnen etwas n├Ąher, dann sind wir es, die auf dem gleichen Abschnitt des Weges die selben Probleme haben. Dann sind die Drei  gleich wieder weit voraus.  So zieht sich der Weg und mit ihm die Zeit um manche Kurve. Kurz vor den gr├╝nen D├Ąchern der Spindlerbaude ver├Ąndert sich pl├Âtzlich der Wanderweg, wird  wieder  zu einem dem man den Namen geben kann. Noch etwas Besonderes f├Ąllt auf, pl├Âtzlich tauchen zwischen dem Heidelbeerkraut die blauen Bl├╝ten des Schwalbenwurz-Enzian auf. Es sind die ersten Bl├╝ten die wir auf dem Weg von der Schneekoppe bisher in dieser grandiosen moorigen Berglandschaft des Riesengebirges, am Anfang des  September, gefunden haben. Im R├╝ckblick betrachtet, wenn man wie wir mit heiler Haut und ohne schmerzenden Knien in der Spindlerbaude angekommen ist,  ja, dann kann man mit offenem Herzen und freier Seele, sagen: "Eine wundersch├Âne Tagesreise haben wir erlebt".
Wunderbar auch das "Helle" auf der Veranda der Spindlerbaude beim Warten auf den Bus.

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13 wo der Weg nach

14 Krummh├╝bel abzweigt.

15 Pause f├╝r uns,

16 und anderen Wandertypen.

17 Wei├če Wesen vor gr├╝nen Latschen

18 Felsbrocken auf dem Wanderwege