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2 Viola arvense

3 Rote Taubnessel / Sonnenwendige Wolfsmilch

4 Weicher Storchschnabel / Hain-Sternmiere

5 am Kattenbach

6 Lerchensporn

7 Gemeiner Gelbstern

8 Weißdorn

9 Kätzchen der

10 Hainbuche/ Carpinus betulus

11 ein besonderer Platz

12 Bärlauch auf dem Butterberg

13 Wald-Schlüsselblume / Heinisches Bruch

13 Kätzchen der Hängebirke

Seite 3 

1 Acker-Stiefmütterchen

 Die frisch abgeholzten Flächen der Fichten sind gegrubbert, vorbereitet zur Pflanzung. Auch der Zaun der die Neuanpflanzung schützen wird steht schon. Jetzt muss nur noch die Pflanzkolonne anrücken um das Werk zu vollenden. Der Lehmgrundgraben verschwindet in der Betonröhre des Waldweges, noch ein paar Schritte durch eine Birkenwildnis, über den alten Bahndamm der Harzburg mit Wernigerode verband, heute still in die Vergessenheit dämmert und wir stehen am Waldrand mit Blick auf Westerode, den unruhigen Windmühlen, dem Sudmerberg.  Vorher noch ein Experiment mit der Brennbarkeit frischer Birkenrinde. Grillanzünder werden nun nicht mehr gebraucht. Gleich danach betrachten wir die hohe Ingenieurbaukunst des jagdlichen Hochstands am Wege. Mit zwei Spannschlössern mit Auge und Haken je Fuß des Hochstands, steht der, stumpf aufgesetzt, auf den alten abgesägten ca. 1m hohen Pfosten des Vergangenen. Ein untergelegter flacher Stein gleicht die Höhe eines der tragenden, aufgesetzten Pfosten aus. Mut und Gottvertrauen muss der Kerl schon haben der sich dort oben die Zeit vertreibt. Hoffen wir dass sich keine Wildsau oder ein Keiler an einem der Pfosten sein Fell, seine Schwarte reibt, denn dann hat es sich ausgejagd, startet der Jäger zu einen kostenlosen Freiflug.
Ein kurzer Sprung über den uns linksseitig begleitenden Wassergraben bringt uns wieder auf die andere Seite des Bahndamm. Der quert hier auf einer Brücke den Kattenbach und steigt so sachte zur Höhe des Horn, dem verlängerten Butterberg an. Ein kleiner verirrter Bestand des Lerchensporn, ein paar abgeblühte Wald-Gelbsterne behaupten sich noch am feuchten Ufer des Kattenbaches. Auf der Brücke, auf dem Bahndamm herrscht Trockenheit und Nahrungsmangel. Hier haben sich Hungerblümchen, Acker-Stiefmütterchen angesiedelt. Dort wo es nicht gar so lebensfeindlich ist, fühlen sich Rote Taubnessel, Hirtentäschel Sonnenwend- und Zypressen Wolfsmilch wohl. Auch der Efeublättrige Ehrenpreis, die Hain-Sternmiere und ihre kleinere Schwester die Vogelmiere, die fast kreisrunden geschlitzten Blätter des Weichen Storchschnabel / Germanium molle finden wir hier. Auf die austreibenden dichten Bestände der Brennnessel brauche ich nicht hinzuweisen. Jeder kennt sie, doch die wenigsten schätzen sie, kennen nicht ihr freundliches Gesundheit spendendes Wesen.
Was Begeisterung hervorruft ist die Blüte  der Esche/ Fraxinus excelsior. Ihre männlichen Blüten, die rotbraunen dicht beieinander liegenden Staubbeutel, (ein wenig erinnern sie an Brokkoli, dem Italienischen Kohl) umhüllen die schwarze Triebknospe völlig. Doch nicht lange verharren sie in diesen Zustand. Bald recken sich feine grünliche Triebe zum Licht, wird aus der rundlichen geschlossenen Staubbeuteleinheit ein grünlich-brauner Staubwedel der seinen Blütenstaub dem Wind anvertraut. Wenn es dann soweit ist öffnet sich auch ihre schwarze Knospe und schiebt ihr Grün in den Frühling. Jeder hat ihn schon gehört den weisen Spruch: Blüht die Esche vor der Eiche gibt es eine große Bleiche???.. Nach dem letzten trocken Sommer folgt also der Nächste; denn bei der Eiche rührt sich noch gar nichts! Wenn es dann stimmen sollte, würde zum vollkommenden sommerlichen Glück nur noch der Regen fehlen.  Doch brauchen wir den?  Haben wir doch eine Wasserleitung im Hause.  Nur die letzten Fichten würden dann in die endgültige Metamorphose zur Lärche eintreten. Sie würden auch ihre Nadeln verlieren. Ob es dann im Frühjahr klappt  mit ihrem Wiederergrünen? Die Lärche hat den Bogen raus, verrät sie es der Fichte wie das funktioniert? Warten wir's ab. Die Kätzchen der Salweide sind schon welk geworden. Nur noch wenig Gesumme in ihren Zweigen. Hummeln und Bienen sind auf der Suche nach anderen verlockenden Zielen oder ist die Luft noch zu frisch, die Pollenbar noch nicht geöffnet?
Sachte wandern wir an dem Bächlein der Butterbergquelle entgegen. Treten in das flächige Grün des Scharbockskrautes / Ranunculus ficaria, den jungen Trieben der Kletten Labkraut / Gallium aparine. Noch spürt man sie nicht die feinen anhafteten Härchen ihrer Stiele und Blätter. Noch sind auch die rot-gestielten, gezähnten Fiederblätter des Echten Mädesüss / Filipendula ulmaria noch weich und zart, verdecken ihre gelbliche Vergangenheit des Winters.  Am eingezäunten Quelltopf schiebt die Hängebirke / Betula pendula ihre Kätzchen, lässt eine Forsythie ihr gelben Blüten leuchten. Die Schlehen / Prunus spinosa öffnen schon an sonnigen Standorten ihre schneeweißen kleinen Blüten, folgen der weißen Pracht der Kirschpflaumen / Prunus cerasifera, die immer knapp eine Woche vor der Schlehe blüht und von viele Menschen als Schlehe angesprochen wird. Die Kirschpflaume hat aber einen ganz anderen Habitus. Sie ist nicht so dicht verzweigt wie die Schlehe und weitgehend dornlos, trägt auch eine hellere glänzende Rinde. Auch sind ihre Blüten einen Tick größer und ihre Mitte leicht rötlich. Eigentlich nicht zu verwechseln. Aber wenn man nicht so genau hinschaut passiert es eben. Der Wiesenweg nördlich am Hang des Butterbergs, unterhalb des Stall in dem Esel ihr Zuhause haben, ist entbuscht. Das angefallenen Holz zerschreddert auf dem Weg zerstreut. Eine aufgewühlte weiche, wilde Fahrspur ist aus dem Wiesenweg geworden. Mehr ein Stolpern als ein Gehen wird von uns verlangt. Quer über die Wiese geht es hoch auf den Butterbergkamm. Wir haben unsere Runde beendet. Mit lautem Geplapper wandern wir zurück zum TEDi Parkplatz. Die Uhr zeigt 15:30 Uhr. Mit: "Hab schönen Dank. Es war eine interessante, informative Reise. Hat Spass gemacht", werde ich verabschiedet. Nickende Köpfe, ein Schütteln der vielen Hände und der Wanderspuk ist verschwunden. "Und was machen wir jetzt? Radfahren oder Laufen"? höre ich noch zwei der Truppe beim Abschied einander zu murmeln. Unter den Storchenvögeln gibt es einen den man "Nimmersatt" nennt. Er ist ein Irrgast aus dem tropischen Afrika. Hat ein nacktes rotes Gesicht mit langen gelben Schnabel.  Sorgen mache ich mir zwar nicht, das die Erderwärmung diese Vögel nun auch bei uns schon heimisch werden lässt. Aber etwas verwundert bin ich schon. Oder ist es die Einsamkeit der Seele, des Herzens die viele Menschen gefangen nimmt, sie von einem Erlebnis ins Nächste drängt?

Otto Pake

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