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2 Dianthus plumarius / Federnelke

3 Euphorbia marginata / Wolfsmilch " Schnee auf dem Berge"

4 Azat-Schlucht

5 Mauerreste am

6 Sonnentempel

7 Andenkenladen

8 Laubengang

9 in den Bergen

10 im Kloster Geghard

11 Kreuzsteine

12 Kreuze in den Bergen

Seite 3 

1 Es ist eingedeckt

Eine Dreiviertel Stunde sp├Ąter genie├čen wir den Garten einer Lavash-B├Ąckerei. Das Weltkulturbe- Brot wird in einem mit Obstbaumschitt beheizten, eingegrabenen Tontopf gebacken. Sein Teig geknetet, ausgerollt, ├╝ber ein Kissen gezogen, von dem B├Ącker mit Schwung an die Innenwand des hei├čen Tongef├Ą├čes  geklatscht, abgewartet bis der Fladen Blasen schl├Ągt, mit einem eisernen Haken herausgefischt,  ausk├╝hlen lassen. Fertig ist das Brot, der lange haltbare d├╝nne Fladen.
Schneiden darf man ihn nicht, gebrochen wird er! In das Bruchst├╝ck eingerollt werden Zwiebeln, Sellerie, Persilie, oder sonst was der Garten bietet. Gew├╝rzt mit K├Ąse, verschiedenen So├čen ergibt die Rolle eine handfeste ├╝ber den Daumen genossene Mahlzeit. Doch gibt der Varianten viele. Die eingedeckten Tische zeigen das. Wir aber sind zum Zusehen des Backens geladen. Die Tische sind anderen G├Ąsten vorbehalten. Denen entgeht leider der interessante Vorgang des Backens der Brotfladen. Nach einem Gartendurchgang, ein paar Zwetschen werden als Nachtisch verzehrt, die Pracht der Tagetes, der Nelken, der Euphorbia marginata, dem" Schnee auf dem Berge" bewundert und schon bringt uns der Bus zu dem Sonnentempel in Garni. Einer felsige Hochebene. Gewaltige Abgr├╝nde aus denen Basalts├Ąulen zur H├Âhe streben. Unten im Gr├╝n der B├Ąume verschwindet der Azat, der Fluss der teil hat an der Entstehung dieser gewaltigen Schlucht, des Canon zu unseren F├╝├čen.  Hier oben steht der Unvergleichliche dieser Landschaft, der Sonnentempel. Nicht die R├Âmer, nicht die Griechen haben dieses Bauwerk hier hingestellt. Armenische K├Ânige haben ihn errichtet, errichten lassen. Viel rumgekommen sind sie, Rom werden sie besucht haben, von dort die Idee her geschleppt haben. Wenn ich da an unseren Heinrich IV. mit seiner Harzburg auf dem Burgberg in Bad Harzburg denke. Ich lass es lieber.  Nicht weit weg ein weiterer H├Âhepunkt. Kloster Geghard zwischen den auslaufenden gr├╝nen, den felsigen  H├╝geln der Azatschlucht. Quellen gaben seit Altersher ihm seine  Bedeutung. Noch heute wird aus seinen Quellen getrunken. Noch immer feiern Besucher wilde, rauschende Feten am Ufer der Azat. Werden T├╝cher als Gl├╝cksbringer in die Str├Ąucher gebunden. Noch immer sieht es aus, wenn wie Heute,  die Feiernden verschwunden sind, wie nach der Schlacht bei Lutter am Barrenberge. Wobei es auch andere Beispiele gibt. Der Dreck bleibt trotzdem. Kreuzsteine, Catsch'khare s├Ąumen den Weg hoch zu den H├Âhlenkirchen. Werden von Vorbeikommenden innig gek├╝sst, sollen sie doch an das Christentum ihrer Heimat erinnern, mahnen dies nicht zu vergessen. Schmuckvoll verziert die Eingangspforte, dem Portal zum Kloster. Sein Tympanon verziert mit den Fr├╝chten Armeniens. Granat├Ąpfel, das Symbol der Fruchtbarkeit, der Macht, (der Reichsapfel ist auch ein Granatapfel). Fruchtende Weinreben symbolisieren die von Noah in seiner Arche mitgebrachten Rebst├Âcke. Ein verwobenes Schleifenband fasst das steinerne Bildnis ein. Zwei Tauben, links und rechts des Rundbogen betonen den ausstrahlenden Frieden. M├Ąchtige S├Ąulen im d├Ąmmernden Licht, dr├Ąngelnder Menschen. Jeder glaubt etwas zu verpassen. So ist es auch. Zuviel wird dem Auge geboten, verschwindet im Schatten, hinter den S├Ąulen, in den Winkeln der Kapitelle. Man sitzt und schaut. Neue, andere Eindr├╝cke ├╝bert├╝nchen das eben Gesehene. In der m├Ąchtigen Halle des Gavith erschallt  Gesang. Zwei in Rot gekleidete Damen, zwei in schwarz gekleidete, daneben stehende, Herren nehmen ihr Publikum mit auf eine Armenische Reise der T├Âne. Wer es mag ist hingerissen, wer nicht, versucht zu entkommen. Drau├čen im Licht, ├╝ber eine Treppe zu erreichen, wundersch├Âne Kreuzsteine, kleine in den Fels geschlagene L├Âcher, Orte des Gedenken. Rundherum blinken helle Kreuze von den Bergen.
Bald werden wir eingesammelt nach Jerevan, zu unserem Hotel gefahren. Die D├Ąmmerung legt sich schon ├╝ber die quirlige Stadt. Von unserem Fenster aus dem 2. Stock schauen wir auf die gro├če Kreuzung vor der Markthalle. Haben eine kleine  Wohnung mit zwei Zimmern bekommen. Eine Sprudelwanne rundet den Luxus ab.
Beim Abendessen, was auf den Tisch kommt wird nicht verraten, erz├Ąhlen wir von unserem Gl├╝cksgriff. Werden etwas beneidet. Das Gl├╝ck mit der Sprudelwanne verfliegt beim Duschen. Aus dem Duschkopf tr├Âpfelt es, aus der Zuleitung spritzt es. Als ich ├╝ber den Wannenrand steige stehe ich im ├╝berfluteten Badezimmer. Rita lacht. Mir ist das vergangen, kommt erst sp├Ąter als alles so halbwegs trocken ist, mit einem L├Ącheln, mehr einem verhaltene Grinsen, kurz vorm Schlafengehen, bei einem Glas armenischem Kognak, wie hier in der Bar der Weinbrand gehandelt wird, zur├╝ck. Die Nacht wird ruhig. Kein Stra├čenl├Ąrm ├╝berwindet die Doppelglasscheiben.


13 Kloster Geghard

14 Sonnentempel

15 Azat-Schlucht

16 sch├Âne Stimme

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