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2 Georgskirche, au├čen

3 Torhaus mit Grab Davit IV

4 Musikanten

5 Georgskirche -- Nikolaikirche

6 georgische Grabstelle

7 Phytolacca americana / Kermesbeere

8 Friedhof

9 Mantis religiosa / Gottesanbeterin

10 Eryngium falkatum / Sichelblatt Mannstreu

11 Wanderschild

12 Kutaisi, Kathedrale Maria Entschlafen

Seite 2 

1 Georgskirche, innen

Die R├╝ckfahrt ├╝ber Kutaisi, wieder vorbei am Kolchis-Springbrunnen (wieder kein Ton von der Reiseleitung) und bevor die M├╝digkeit die Augenlider schlie├čt, taucht  aus dem Gr├╝n der W├Ąlder, die "Akademie von Gelati" auf. Wie immer an "Brennpunkten der Geschichte" Verkaufsst├Ąnde, Verkaufsst├Ąnde voll behangen mit Tschurtschkella, den N├╝ssen im Traubenmantel. Ein niedriger mit rutschigen Stufen versehener Torbogen bringt uns in den Wiesengarten der Akademie. Ein strahlendes Blau ├╝ber einem kriechenden Gr├╝n hinter einem Gartenzaun, zwingt mich zum Niederknien. Gr├╝ner Stiel, gr├╝nes Blatt, gr├╝ner Kelch, drei wei├če Stempel mit grauer Narbe auf wei├čer Lippe, dem dritten nach unten gerichteten Bl├╝tenblatt. Im Mittelpunkt vier leuchtend gelbe Pollentr├Ąger, dahinter zwei nach oben gerichtet strahlend blaue Bl├╝tenbl├Ątter. Zauberhaft. Tagblume / Commelina communis nennt sich die Sch├Âne. Sie geh├Ârt zu den Tradescantia / Dreimasterblumen.
Doch wichtiger ist hier das Schmuckst├╝ck von Gelati, die Gottesmutter-Kirche. Zwar sind ihre Wand-Fresken, das Mosaik der Apsiskuppel arg von der Zeit in Mitleidenschaft gezogen. Doch immer noch nehmen sie den Betrachter mit ihrer verg├Ąnglichen Farbenpracht gefangen. Unauff├Ąllig reinigt ein Bediensteter mit einem verl├Ąngerten Besen die Kunstwerke zwischen den T├╝rb├Âgen, die erreichbaren Fresken der W├Ąnde. Eine martialische Prozedur die die Fresken da erleiden. Sein Modell der Akademie, das K├Ânig Davit IV. (der erste links mit der roten Krone), in seiner linken Hand tr├Ągt, hat den Reinigungsaktionen nicht mehr viel entgegen zu setzen.
Am ├Ąu├čeren Geb├Ąude wird gewerkelt. Neue, gr├╝nlasierte Ziegel schm├╝cken Ihre D├Ącher, die Erker die T├╝rme. Liegen bereit noch verbaut zu werden. Auf dem Torhaus mit dem Grab K├Ânigs Davit IV. fehlen sie noch. Sophia erkl├Ąrt mit unterst├╝tzenden Armbewegungen den Willen des K├Ânigs: "Dies ist f├╝r alle Zeiten meine Ruhest├Ątte. Hier lasse ich mich nieder, denn so war mein Wille." So kommt es, dass die fr├╝heren Besucher ├╝ber seine Grabplatte steigen mussten um die Akademie von Gelati betreten zu k├Ânnen. Er legte seinen Geist zu F├╝├čen seiner Untertanen. Mit einem kleinen Konzert eines Quartetts georgischer Spielleute werden wir verabschiedet. Steigen eine Etage h├Âher, zum anschlie├čenden Friedhof. Lernen die Grabkultur der Georgier kennen. Eine gro├če, ca. 6m/4m ebene unbepflanzte eingez├Ąunte Fl├Ąche mit einem Tisch am Rand, dem Grabstein im Mittelpunkt einer Seite. Ein paar vertrocknete Str├Ąu├če davor. Das ist es. Alle Verstorbenen der Familie finden hier ihre Erdbestattung. Der Glauben schreibt das vor. Zu Bestattungen und sonst einmal im Jahr trifft sich die Familie am Grab ihrer Verstorbenen. Da wird die Grabfl├Ąche ges├Ąubert, der Tisch gedeckt. Es wird gegessen, getrunken, Geschichten erz├Ąhlt, den Verstorbenen gedacht. Dann aber Schluss mit lustig, bis zu einem neuen Todesfall oder bis zum n├Ąchsten Familienjahrestreff!  F├Ąllt die j├Ąhrliche Totenfeier aus, so ├╝bernimmt die Natur die Grabpflege. So jedenfalls habe ich das Ritual verstanden. Dann ├╝bernehmen, wuchern Bambusarten, Kermesbeeren, Knopfkr├Ąuter, Gr├Ąser u.a. das Kommando.  Streichen Schnecken umher, geht die Gottesanbeterin auf Jagd. Eine von diesen gr├╝nen Stabheuschrecken landet auf dem Oberhemd eines Schafz├╝chters aus unseren Reihen. Durch Zufall? Oder hat der gr├╝ne Stab so eine feine Nase, dass sie den Naturfreund gezielt ausgesucht hat? Beide werden zum Fotostar des Tages. Wanderwegweiser gibt es hier auch. Was fehlt, ist eine getrampelte Spur durch die Wiesen. Freies, wegloses wandern ist die Alternative. Reizvoll w├Ąre es einen Versuch zu starten. Geht aber, Gott sei Dank, nicht, denn die "Kathedrale Maria Entschlafen" in Kutaisi wartet auf uns. Auf einem H├╝gel ├╝ber der Stadt steht die Renovierte neben einer beeindruckender Zeder. Auch "Maria Entschlafen" wurde aus dem Reigen des Weltkulturerbe verbannt. Der Anbau eines Liftes ist zu st├Ârend, entschieden die Gutachter der UNESCO. In einer Nische erinnert ein mit Haaren zusammengebundenes Kreuz an eine Dame die zum ├ťbertritt zum Islam gezwungen wurde. Mit ihren Haaren band sie ├äste einer Weinrebe zu einem Kreuz, dem Symbol der Christen. Vor dem Bildnis eines Heiligen brennen Kerzen. Ich kenne ihn nicht. Sein Gesichtsausdruck, vom K├╝nstler herausgearbeitet, verr├Ąt seine Gedanken. Oder sind es nur meine, die mich in die Gegenwart des, was die Kirchen bei uns zur Zeit  belastet, treiben?
Am Abend sind wir wieder in Tbilisi. Beziehen unser altes Hotel wieder. Bringen leider eine weitere, von der Rache Montezumas  befallenen Kranke mit.
Ein elegantes Abendessen in einer Gastronomie des Vergn├╝gungsparks auf dem H├╝gel weit oberhalb unseres Hotels. Einem Lieblingslokal der Tbilisier auf dem Mtatsminda zur Zeiten der Sowjets und auch jetzt, nach einem Umbau im Jahr 2007, wieder. Eine Band der Extraklasse unterh├Ąlt uns, weitere eintreffenden Hungrige, die sich an den langen eingedeckten Tischen platzieren, auf's Angenehmste. Auch aus unseren Reihen melden sich versteckte T├Ąnzer, drehen ihre Runde. Als die Stimmung lockerer wird, die Augen blitzen, die Worte nicht mehr gefl├╝stert werden, bringt uns Sofia auf die Beine, unser Fahrer unsere Gesellschaft zum Hotel. Wieder ein langer, sch├Âner Tag unserer Reise vergangen, vor├╝ber.

13 gebundenes Kreuz

14 sieben Kerzen

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