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2 Fassade

3 Kabelnester

4 Spuren im Gestein

5 Kaukasischer Milchlattich

6 Stalaktiten

7 Kissen-Flockenblume / Centaurea simplicicaulis

8 Verbascum blattaria

9 Gro├čfr├╝chtige Spitzklette

10 Feldheuschrecke

11 Naturpark Sataplia

6. Tag Georgien - Armenien 

2019.09.20. Kutaisi, Naturpark Sataplia 

Akademie von Gelati, Maria Entschlafen. 

1 Morgensonne

Die D├Ącher, die Hausfassaden der Altstadt Kutaisis taucht die Morgensonne in ihr morgendliches Licht. Der Blick aus unserem Hotelzimmer zeigt einen milchig blauen Himmel. Bestimmt wird uns ein weiterer sch├Âner Tag geschenkt. Nach dem Fr├╝hst├╝ck sind wir die Ersten am Bus. Noch eine Menge Zeit bis zur Abfahrt. Schmal, ein wenig polterig, die Stra├če am Hotel wo unser Fahrer seinen Bus zwischen parkenden Autos noch so eben untergebracht, abstellen konnte. Eindrucksvoll vor allem die unz├Ąhligen Leitungen. Nicht nur links und rechts der Stra├če, sie springen auch von der einen zur anderen Seite, bilden an ihren Verteilermasten regelrechte Schlingen-Nester. Erinnern mich an die vielen Storchennester mit der Tokay / Thei├č  in Ungarn aufwartet. Statt der schwarzwei├čen V├Âgel Ungarns stehen hier graue Wasserk├Ąsten ├╝ber, hinter den Kabeldraht-Nestern. In den Ritzen zwischen den Stra├čensteinen wachsen Mastkraut, kurze Gr├Ąser. Fehlende Stra├čensteine mit rundgewaschenen Flusskieseln ausgebessert. Z├Ąune, Mauern mit ├╝berquellenden B├╝schen, kleine Kaki-, Granatapfelb├Ąume. Vergitterte Fenster, stabile, mit Ornamenten verzierte Haust├╝ren.  Gedenktafeln an Hausw├Ąnden.
Die Gespr├Ąche unsere Reisetruppe beim Verladen ihrer Taschen und Koffer erf├╝llt den Stra├čenraum. Sie werden nur manchmal kurz durch vorbei fahrende Pkw unterbrochen. Mit Geschick jongliert unser Fahrer seinen Bus aus der schmalen L├╝cke. Wir sind auf dem Weg zum Naturpark Sataplia. Rauschen durch Kutaisi. Vorbei an seinem weltweit ber├╝hmten Springbrunnen. F├╝r unsere Reiseleitung nicht erw├Ąhnenswert. Gerade soeben noch zwei Bilder des Schmuckst├╝cks eingefangen, dann sind die zwei "Goldenen Pferde" hoch ├╝ber den tanzenden Font├Ąnen, den anderen bronzenen Tierfiguren, dem Tamada, dem Zeremonienmeister, der mit seinem Trinkhorn das Ensemble dirigiert,  vorbei. Liegt einer der sch├Ânsten Springbrunnen weltweit, schon hinter uns. Hierher kamen auch die Argonauten auf ihrer Suche nach dem "Goldenen Vlies", dem g├╝ldenen Fell eines Widders. Gut, dass Medea sich in ihren Anf├╝hrer verliebte. Mit List und T├╝cke sorgte die Zauberkundige f├╝r den Erfolg der griechischen Horde. Medeas Gl├╝ck nur von kurzer Dauer. Ihr Geliebter machte sich d├╝nne. Sie vergr├Ąmte, sann auf f├╝rchterliche Rache. Medeas Zauber finden wir noch heute im Wort "Medizin" wieder. Ich war nicht dabei, aber mit Schaffellen auf dem Grund str├Âmender B├Ąche und Fl├╝sse gelegt, sollen die Menschen hier kleine Goldk├Ârner, den Goldstaub der Berge, aus dem Wasser gewaschen haben. "Goldene Vliese" gab es demnach viele, ob von Widder oder Schaf. Die Argonauten fanden aber Dank der Hilfe Medeas das "Goldene" ihres gesuchten Widders!  Oder missbrauchte Medea eines der Vielen? Wer weis? Auch die Besten der Griechen, die Argonauten, unterlagen dem weiblichen, geheimen Zauber Medeas.
Wir warten am Eingang Sataplia. Ein F├╝hrer wird organisiert. Das dauert. Dann kommt so'n J├╝ngling, pustet uns sein Wissen ├╝ber, zeigt uns in einer Halle am Hang, die "Dreizehigen Fu├čtapsen" der Dinos die hier vor 400 Millionen Jahren, auf ein paar Nullen kommt das nicht an, herum getapst sind. Da ist der uralte Wald des Parks hundertmal interessanter.  Floren von w├Ąrmeliebenden, von subalpinen Pflanzenarten geben sich ein Stelldichein. Ein Wald aller Altersstufen, nie bewirtschaftet, voll seltener gro├čer und kleiner Tiere und Gew├Ąchse, der Naturpark Sataplia, der "Honigs├╝├če", wie er ├╝bersetzt hei├čt.  Von den vielen wilden Bienenv├Âlkern die hier lebten kommt sein Name. Die Bienen haben sich verborgen. Ein paar Bl├╝tenpflanzen finden sich noch. Kaukasischer Milchlattich in hellblau, die Kissen-Flockenblume in lila-rosa, die Schaben-K├Ânigskerze in gelb, die Gro├čfr├╝chtige Spitzklette im stacheligen Gr├╝n, der Winter-Thymian. Eine Feldheuschrecke mit dunkelbraunen breiten Streifen auf hellbraunem K├Ârper. Doch ein Kraut: Gr├╝ner behaarter St├Ąngel, kurze waagerechte Seitentriebe mit dunkelroten abwehrenden, auch in waagerecht, abstehenden weichen stachel├Ąhnlichen Dolchen, den Waldboden in Mengen ├╝berziehend; die kann ich nicht einordnen. Ein wenig Traurigkeit im Herzen, die erst wieder verschwindet als wir durch ein altes Bachbett, weit unter der Erde krabbeln. Ob wir nun weit unter der Erde sind ist so eine Sache. Dunkelheit verursacht schon ein einziger Zentimeter geschlossener Erde ├╝ber dem Kopf. Doch hier leuchten farbige Lampen uns den Weg, zeigen uns Stalaktiten ihren Gegenpol. Eine Aussicht mit Imbiss und Caf├ę vers├╝├čt noch einmal den "Honigs├╝├čen" Naturpark Sataplia.

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12 Kolchi-Brunnen

13 Springbrunnen am Theater

14 Commelina communis

15 K├Ânig Davit IV. (mit roter Kappe)