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2 Alexander Tamanjan

3 Kaskade

4 das Kunstzentrum

5 Rosenkneipe

6 der Krieger

7 der Mönch Komitas

8 Schwanensee

9 hingehauchte Schöne

10 Komponist Babadschanjan

11 Historische Museum

12 Platz der Republik

13 Platz der 2750 Springbrunnen

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1 Morgens in Jerevan

Während unser Verein samt Dolmetscherin von eines seiner Werke zum Nächsten springt, führt uns die Stimme in der Reihenfolge seines Schaffen, seiner Werke durch sein wirres, künstlerisches Leben. Aus allem Scheiß zauberte er etwas. Kunst die zum Denken, zum Nachdenken anregt. Kreativ verrückt spielte er mit Bildern, Hüten, Scherben, Knöpfen, alles was ihm so zwischen die Finger kam formte er zu seiner Kunst. Er brachte seine Werke zum Sprechen. Belächelte mit seiner Kunst die Regierenden. Wurde von der einen Seite bejubelt, von der anderen Seite verdammt, verfolgt. Ein Künstler, ein Narr, ein Macher, einer der weiter dachte, der aneckte, doch immer auf der Suche nach Anerkennung, nach Liebe und Verständnis. Im Leben fand er sie nur bei wenigen Getreuen.
Da ergeht es  dem Architekten Alexander Tamanjan besser. Der betrachte seit Jahren, vor der Kaskade stehend, einen vor sich liegenden ausgebreiteten Plan. Reglos, in grauen Stein verewigt, denkt er, im prallen Sonnenschein, den Kopf nach vorn übergebeugt, über Dinge nach, an denen die Zeit längst  vorüber gezogen ist.  Der Bus brachte uns zur Kaskade, dem Kunstzentrum von Jerevan.  Wir haben einen Nachmittag zum Bummeln. Der Marschal- Baghramjan- Boulevard, die Prachtstraße Jerevans, die Treppe der Kaskade beeindruckend. Einen Aufstieg ersparen wir uns. Suchen den Schatten einer Wirtschaft. Finden eine mit Rosensträußen geschmückte. Rosen auf allen Tischen, Rosen in allen Farben, Rosen auf der Theke. Rosen zum Kauf, zur Freude. Ein "Corona" mit Zitrone gibt es auch. Glückliche Zeit. Gleich nebenan steht der  "Krieger" von Fernando Botero. Mächtig im Umfang, mit  Helm auf dem Kopf. In seiner  Rechten versucht ein kleines rundes Schildchen seinen wohlgenährten mächtigen Körper zu schützen. Die Linke hält einen kurzen Schlagstock. Nicht weit her mit der Kampfkraft des "Kriegers". Wenn man dagegen die ausgemergelte Gestalt des musikalischen Mönches Komitas, der nicht viel weiter  auf einem Baumstamm ruhend seinen Geist martert, den begangen Völkermord einzuordnen, zu begreifen. Es aber nicht schafft, seinen Verstand darüber verliert. Ihm und den getöteten, den geschundenen  Armeniern hätten stärker Bewaffnete zu Hilfe eilen müssen. Nichts. Wegschauen, verdrängen ist leichter, angenehmer, gefahrloser.
Grünblau leuchtet das Wasser des Schwanensee. Hingehauchte steinerne Schöne mit wehenden Haar. Ein bronzener Männerkopf, ein ausgestreckter Arm die Finger gespreizt, bereit zum Schlag in die Klaviertasten. Einen Zinken (Nase) von besonderer Größe, blank poliert von den Händen Vorbeikommender, im Gesicht. Hört ihr nicht die Klaviertöne des  Komponisten Babadschanjan? Nicht alles wird vom Auge erfasst, vieles wird übersehen bei dem Bummel durch die Straßen, den Anlagen Jerevans.
 Nicht zu übersehen sind der Platz der Republik. Neben der Post, verschiedenen Regierungsgebäuden, prägt das Historische Museum, hinter einer  großen Wasserfläche den Platz. Die "singenden Fontänen" halten sich über den Tag versteckt., Erwachen mit ihrem besonderes Spektral erst bei abendlicher Dunkelheit. Eben im Moment bei stehender Hitze, kein Platz zum Verweilen. Diesen finden wir in den Lauben im "Park der 2750 Springbrunnen". Angenehme Kühle, aufmerksame Bedienung, das leise Plätschern des sprudelten Wasser, ein weiteres mit einer Zitronenscheibe geschmacksverstärkendes kühles Corona Extra. Der neue Genuss des Tages. Alles bestens!
Beim Weiterbummeln Richtung Hotel, taucht links der Straße die Lusavoritsch-Kathedrale auf. Riesig wirkt die erst 2001erbaute Geweihte. Vorbei an Blumenbeeten, einem Denkmal mit aufbäumenden Pferden eines Schwertträgers, gelangen wir zur Allee ihres Aufgangs. Die vielen kleinen Stufen die zu ihr führen erscheinen endlos, ermüden. Leichtes Gemurmel schwirrt durch die riesige Kirchenhalle. Finden einen Platz in den hinteren Stuhlreihen. Vorne segnet ein Priester zwei Hochzeitspaare. Immer hübsch nach einander. Kreuze werden geschlagen, geküsst. Die Hochzeitsgesellschaft erhebt sich, singt. Der Priester, mit ausgebreiteten Armen, segnet die Gemeinde. Zwei Bräute, ihre beiden Angetrauten verschwinden in den Umarmungen, den Küssen, der Glückwunschspendenden. Sachte stehlen wir davon, tippeln die kleinen Stufen gedankenverloren herunter. Landen etwas später in der nächsten Halle, der Markthalle Jerevans. Überbordendes Angebot von Benötigten, von Dingen die überhaupt nicht gebraucht werden. Der musternde Blick der Verkäufern erkennt sofort: Keine Käufer.  "Verschwindet, ihr werdet hier auch nicht gebraucht", sagt ihr Blick. Damit haben sie nicht ganz Unrecht. Sie leben vom Verkauf ihrer Angebote, unsere neugierigen Blicke ernähren sie nicht.
Eine knappe Stunde betrachten wir, in unserem Hotelbett liegend, uns von Innen.
Der Bus bringt uns zum Abendessen, zum obligatorischen georgischen, falsch, zum armenischen Mahl. Mit einem fünfjährigen Ararat, dem armenischem Kognak, lassen wir das Mahl ausklingen.


14 Stillleben

15 rot-blau-apriko

16 innenstadt

17 Grigor- Lusavoritsch-Kathredale

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