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2 Fuchs-Segge

3 HĂ€nge-Segge

4 der verschwiegene Teich

5 Klosterkirche Ilsenburg

6 Kapitelsaal und Repertorium

7 Schloss-Ilsenburg

8 Mauerraute

9 der Flieder verblĂŒht

10 die Ilse von der KrugbrĂŒcke

11 Hochlandrinder

Seite2... Darlingerode 

1 DrĂŒbeck Sankt-BartholomĂ€us-Kirche

Dicht ist auch das Tor zum Garten Rautenbach. Gern wĂŒrde ich mit meiner Truppe diesen gepflegten, bildhĂŒbschen Garten besuchen. Er ist nicht nur schön, nein noch besser, er ist begeisternd!  So fasse ich nur auf die Klinke. Da muss ich noch einmal wieder kommen um mit der ChefgĂ€rtnerin Frau Neumann unseren Besuch zu arrangieren.
So mache ich mich etwas enttÀuscht auf dem Heimweg nach Bad Harzburg.
Der Saneltalsbach hat Hochwasser, der Bach der aus dem TĂ€nntal, der Rammelsbach rauscht mit wilder Wucht herunter. Dort wo beide zusammenfließen, hat die Feuerwehr, der Straßenbau Hocheinsatz.
"Alles fließt", so kann man es ausdrĂŒcken. Weiße SandsĂ€cke halten die Massen an Wasser von den HauseingĂ€ngen ab, leiten, halten den Wasserstrom auf der Straße. Selbst die kleinen Gerinne die vom Karrberg abgeleitet werden haben ihre DurchflĂŒsse verstopft. So wird die Straße ihr Bachbett. Auf SandsĂ€cken, am Lattenzaun entlang hangelnd ist die einzige Möglichkeit diesen Fluten auszuweichen, den Karrberg  zu erreichen. Friedlich grasen hier am Hang die Schwarzbunten. Ein Teil wiederkĂ€uend die Anderen das Maul im Grase. Heben nicht einmal ihren Kopf als ich vorĂŒber gehe. Vier mĂ€chtige BĂ€ume zieren den Karrberg. Wenn ich mich richtig erinnere sind es drei Eichen und ein Berg-Ahorn die mit bester Sicht hier oben auf 304m einsam Wache halten. Zwei Eichen und der Berg-Ahorn treiben schon. Die dritte Eiche ĂŒberdenkt noch ihre Entscheidung. Schnell ist die Straße zum Öhrenfeld ĂŒberquert, ĂŒber die Wiese zum Osterfeuerplatz. Ein Maschendrahtzaun versperrt nun den Weg. Nach Norden, hoch ĂŒber dem DrĂŒbecker Kloster wird der umgangen. Der Wiesenweg zieht weiter Richtung Ilsenburg. Ein verschwiegener Trampelpfad, ein verschĂ€mter aufgelassener Teich mit Mönch und schon ist der Wanderweg wieder erreicht. Die schweren tiefhĂ€ngenden Wolken sind verschwunden. Jetzt bestimmen weiße strukturierte, langsam durch das Blau des Himmels gleitende Wolken, den Tag.
In dem dunklen Wasser des nĂ€chsten Teiches vor DrĂŒbeck spiegelt sich die Fuchs-Segge/ / Carex vulpina. DunkelgrĂŒn ihr BlĂŒtenstand, gelblich-weißlich ihre StaubblĂ€tter. Wer beachtet sie? EichenstĂ€mme warten am Wegrand liegend auf ihren Abtransport, werden eingerahmt von der HĂ€nge-Segge, deren lange herunterhĂ€ngenden Ähren von der Spitze her erblĂŒhen. Die Wurzeln des daneben stehenden Eichenstubben pumpen immer noch Wasser und NĂ€hrstoffe. Sie haben noch nicht mitgekriegt, dass ihre Krone, die sie versorgen möchten am Rand des Weges liegt.  Seltsam und voller Überraschungen ist das pflanzliche Leben!
Bald stehe ich am Ilsenburger Schloss, der ehem. Jagdfalz der Ottonen. Sie nannte sie Erlenburg / Elysanaburg. Weitgehend sind die Erlen verschwunden. FremdlĂ€ndische BĂ€ume umrahmen sie jetzt weitgehend im Norden. Im Osten und SĂŒden macht das ganz natĂŒrlich die dominierende Rotbuche. Zum Westen, am steilen Hang der Ilse, da sorgen die starken Mauern des SchlossgebĂ€udes, das frĂŒher der betenden Mönch, jetzt der Besucher, nicht von Winde fort gepustet werden. In der Mauerritzen der verbauten Granitsteine wĂ€chst die Mauerraute. Auf der Deckplatte der Kirchenmauer verteilt der verblĂŒhende Flieder seine rosa bis braunen kleinen BlĂŒten. Die Zeit seiner Pracht, seines BlĂŒhens, geht zu Ende. Unter der KrugbrĂŒcke  rauscht, statt dem hellen, klaren Bergwasser der Ilse, eine  graubraune BrĂŒhe von Moorwasser. Es konnte seine organischen, moorigen Schwebstoffe noch nicht abbauen. Das wird nun erst auf ihrem weiteren Weg zur Oker oder in dieser geschehen. In den Ilsenburger GĂ€rten wird geplanzt, geputzt, gejĂ€tet. Zwischen den Latten eines Stakettenzaunes recken sich die blĂ€ulich-roten BlĂŒten des PyrenĂ€en-Storchschnabel zum Licht. Auf den grĂŒnen Wiesen am Weinberg, die sich mit gelben BlĂŒten vom Hahnenfuß schmĂŒcken, grasen braune und schwarze Hochlandrinder. Aus dem ergrĂŒnenden Buchenwald rinnen, an Stellen wo sonst nie Wasser fließt, lustig verzweigte Rinnsale. Sie fĂŒllen den Kienbach bis zum Überlaufen. Erst jenseits der Ecker, die nur etwas angestiegen ist, auf dem Ilsenburger-Stieg, versiegt, verebbt  das wilde Gerinne aus dem Unterholz. Der Blaubach, der das Große Wetzsteintal entwĂ€ssert, meldet sich noch einemmal mit wildem Rauschen zu Wort wĂ€hrend der Bach im Kleinen Wetzsteintal vor der Wanleffsroder SchutzhĂŒtte und etwas spĂ€ter der Weißbach, nur sachte vor sich hinplĂ€tschern.  Da muss ich wohl meine Meinung etwas revidieren, denn mit: "Hinter der Ecker scheint immer die Sonne" lag ich in diesen Tagen völlig daneben.
Am Morgen des nĂ€chsten Tages, am 22.5.2019,  dem Tag der BiodiverstĂ€t, bin ich wieder in Darlingerode, im Garten von Rautenbach. Nach etwas holprigen GesprĂ€chsbeginn mit Frau Neumann, der ChefgĂ€rtnerin der Anlage, darf unsere Harzklub-Truppe auch bei ihrer Abwesenheit den Garten besichtigen.  So wird es am Abend auch gemacht. Und die, die mit dabei waren hatten Freude.

Otto Pake

12 wilde Gerinne

13 Gartentisch

14 Rautenbachs-Garten / Darlingerode