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2 fertig zur Aussaat

3 Zypressen-Wolfsmilch

4 nach der Aussaat

5 Rauhe G├Ąnsekresse

6 Esparsette

7 Feld-Hainsimse, Hasenbrot

8 Gro├če Sternmiere

9 Gew├Âhnlicher Wiesen-Fuchsschwanz

10 Feld-Ahorn

11 K├Ârner-Steinbrech

Seite 2 

1 Linden-Gallen

Auch der bald auftauchende Vielbl├╝tige Wei├čwurz / Polygonalem multiflorum, im Sprachgebrauch auch Salomonssiegel genannt,  hat seine Geschichten. Er geh├Ârt zu den Liliengew├Ąchsen, ist mit den Maigl├Âckchen , dem T├╝rkenbund verwandt, also giftig.
Ihre verbl├╝hten, abgestorbenen Bl├╝tenst├Ąngel hinterlassen an ihrem Rhizom einen ringf├Ârmigen, gepunkteten Abdruck, der ├ähnlichkeit mit dem von K├Ânig Salomon getragenen Siegelring aufweisen soll. Daher der Name Salomonssiegel. Wei├čwurz, weil beim Ausgraben ein wei├čes Rhizom ans Licht kommt. Um dieses wei├če Rhizom ranken sich weitere Geschichten. Als Wunderding das Ketten sprengt, T├╝ren ├Âffnet, Felsen auseinander treibt und wieder verschlie├čt. Mit dem Geheimnisse erhellt, aufgel├Âst werden und wenn gew├╝nscht auch wieder  in Vergessen geraten. Auch zum Anlocken von Geistern, zu einer Reise in
die Zukunft, der Vergangenheit, ist das wei├če Rhizom der Wei├čwurz der Reisebegleiter. Nur muss man halt wissen wie man auf diese Reise geht. Da wird es schwierig, da m├╝ssen Versuche her. Also machten sich vor vielen Jahren auch vier gebildete Herren auf, um mit den Geistern Zwiesprache zu halten. Einer von ihnen, der "Macher", hatte die "Geisterformel" aus einem alten Buch eines vorderasiatischen Herrschers, der nicht nur ├╝ber seine Untertanen, sondern auch ├╝ber unermesslichen Reichtum, Weisheit und vielen, ihm ergebenen Weiber verf├╝gte,  erlesen. Was zwar seinen Argwohn erweckte, aber nicht seinen Tatendrang, dies auch zu erreichen, beeinflusste.  Er weihte seine drei Freunde ein. Nach einem gro├čem Palaver machten sich drei von ihnen auf den Weg die Geister anzurufen. Einer hatte kalte F├╝├če bekommen blieb bei seinem Weibe. Dies hatte vielleicht auch andere Gr├╝nde. In einer k├╝hlen Mainacht machten sich die Drei mit Feuerschale, Holz, Kohle und eben dem Rhizom der Wunderwurz, dem Rhizom der Wei├čwurz  auf den Weg zu der Gartenlaube des vierten Mannes. Der "Macher" ritzte Runen in die Holzbalken der H├╝tte, brachte dort und dort ein geheimnisvolles Zeichen an. Zog durchgehende und gestrichelte Linien an den W├Ąnden, machte Verbeugungen, nuschelte Geheimnisvolles. Am Ende seiner Vorbereitung kam die Feuerschale ins Spiel. Bald brannte Holz und Kohle. Zum Schluss der Auftritt des Rhizom der Wei├čwurz.  Das brannte schlecht und nichts tat sich, au├čer dass Qualm durch die Bude zog. Doch pl├Âtzlich erwachten die Geister, so wenigsten der Eindruck der P├Âsterer. Dicker schwarzer Qualm h├╝llte sie ein, zog in ihre Lungen. brachte sie zum W├╝rgen, nach Luft ringend. Geister umtanzten sie, nahmen ihnen ihren Verstand und Gedanken. Als der beim Weibe gebliebene am n├Ąchsten Tag nichts von seinen drei Geisterj├Ągern h├Ârte, machte er sich auf den Weg zu seiner Gartenlaube. Die Feuerschale verloschen. Zwei von seinen Kumpels vorn├╝ber gebeugt, am Boden liegend, ihre Seele ausgehaucht, von den Geistern der Nacht mit auf die Reise genommen. Nur der dritte Kumpel r├Âchelte noch. Der lag hinter der schlecht schlie├čenden Gartenlaubent├╝r. Zwei der Geisterj├Ąger hatten ihre Reise in die Zukunft somit angetreten, der dritte musste den untersuchenden Beamten die Vorkommnisse der Geisternacht erz├Ąhlen. Er erlitt so seine dunkle Stunde zum zweiten Mal. So blieb er zwar arm und verlacht , doch immerhin unter den Lebenden. Trotzt aller Vorbereitungen zu ihrer Geistersuche hatten sie das Gravierendste zum Wecken der  Zauberkraft der Wei├čwurz ├╝bersehen. Sie hatten das Rhizom einfach nur ausgegraben, statt dies einem Specht zu ├╝berlassen, um ihm dann das Rhizom mit einem Trick abzuluchsen. Nur dieser Vorgang ist die Grundlage der Zauberkraft der Vielbl├╝tigen Wei├čwurz.
Beim Verlassen dieser kleinen nachgelesen Spinnerei gleiten meine Augen ├╝ber den Boden. Bin erstaunt, dass schon die Fr├╝chte der Bergulmen auf dem Boden liegen. Auch die Pollenp├╝schel der Rotbuche finden sich da an. Die Bl├Ątter des Scharbockskraut sind am Vergilben. Wie lange wird es noch dauern bis Regen die abgefallenen schwimmf├Ąhigen Bulbillen, das Himmelsbrot, zusammen getragen hat, mit der die Pflanze ├╝berwintert. Fr├╝her sammelten es die Leute um ihr Mehl damit zu strecken, nahmen es die Seefahrer mit um gegen den Skorbut, fr├╝her einfach Scharbock  genannt, gewappnet zu sein.
Corydalis cava, der Hohle Lerchensporn bl├╝ht in rosa und wei├č, wobei das Wei├č weniger vertreten ist. "Hohler", weil seine tief in der Erde liegenden Spro├čknolle beim "├älterwerden" innen hohl wird, der Sporn seiner Bl├╝te einem Fu├č der Haubenlerche ├Ąhnelt.
Etwas verwirrend auch der Gefleckte Aronstab gleich daneben. Nicht immer sind seine Bl├Ątter gefleckt. Oft hat er ├╝berhaupt keine Flecken und hei├čt trotzdem immer noch "Gefleckter Aronstab"/ Arum maculatum. Auch ├╝ber ihn gibt es Geschichten zu erz├Ąhlen. Auch er besitzt eine Rhizom als Speicherorgan. Das wird aber in jedem Jahr erneuert, was nicht das Besondere daran ist.

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12 mit Rost befallene Zypressen-Wolfsmilch

13 Schmarotzer-Hummel / Psithhymus vestalis

13 Wiesen-Schl├╝sselblume