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2 Flatter-Ulme

3 verbarrikardierter Abschlag

4 der Blaubach-Graben l├Ąuft

5 der Abschlag zur Ecker auch.

6 Wiese vor Zimmermanns-M├╝hle

7 Eisenr├Ąder

8 Feuerl├Âscher

9 Zeitflocken

10 das Wasserrad

Abbenrode - M├╝hlenfest 

1 Zerst├Ârter Abzweig zum Baubach

2020.06.10
Es ist Pfingstmontag. Da startet wieder das M├╝hlenfest in Abbenrode. Das hat Tradition und lockt die Leute. Auch wir machen uns auf den Weg zu Bratwurst und Bier, zu Kaffee und Kuchen, denn das wird da, neben dem Betrachten der alten M├╝hlentechnik den Besuchern angeboten. So schlendern wir von Eckertal, an der Ecker, den Kl├Ąrteichen entlang durch den Schimmerwald.  Betrachten den zerst├Ârten Abzweig, das Gerinne von der Ecker das den Blaubach bei Trockenheit unterst├╝tzte, dem kleinen Biotop am Alltfelder Krug sein ├ťberleben sicherte. Jahrzehnte, selbst zu Zeiten als sich hier die Grenze der beiden Deutschen Staaten hinzog und noch ein weites St├╝ck vor dem "Tausendj├Ąhrigen Reich" und w├Ąhrend diesem, floss ein wenig Wasser aus der Ecker in den Blaubach, der hinter dem Altfelder Krug / Niedersachsen die alte Heerstra├če quert, nach Sachsen-Anhalt wechselt, um nach ca. 1000m in die Ecker zu m├╝nden. Niemand nahm daran Ansto├č, es funktionierte. Bis, ja bis; da kamen ganz besonders kluge Leute  von der Beh├Ârde. Da ging das gemeinsame Pl├Ątschern von Graben und Blaubach zu Ende. Heute jedoch flie├čt auf wunderbare Weise wieder Wasser im Abzweiggraben, aber nur bis zum Abschlag, der daf├╝r sorgte, dass ├╝bersch├╝ssiges Grabenwasser direkt wieder in die Ecker flie├čt. Im weiterf├╝hrende Graben bestimmt ab hier die Trockenheit sein Bett. 
Bald darauf wechselt die Ecker die von ihrem Sprung (Eckersprung) auf der Wasserscheide zwischen Quitschen- und K├Ânigsberg, mit ihrer Flussmitte die alte Landesgrenze zwischen Niedersachsen -- Sachsen-Anhalt darstellt, in ihrer G├Ąnze nach Sachsen-Anhalt. Kurz danach taucht das Abbenr├Âder-Eckerwehr auf. Halb verfallen fristet es ein trostloses Dasein, so als ob es trauern w├╝rde ├╝ber seine wichtige Vergangenheit. Es diente zur Wasserversorgung der M├╝hlen auf der Hoheit, einem Flurst├╝ck s├╝dwestlich von Abbenrode. Ein St├╝ck verrohter, dann offener M├╝hlgraben bringt das Wasser zum Wasserrad der M├╝hle Zimmermann. Sie war eine Getreide/ Papierm├╝hle und als Geb├Ąude noch soweit erhalten dass man es noch begehen und besichtigen kann. Wenn gleich gesagt werden kann, nach der Wende vor 30 Jahren, sah es hier noch entschieden besser aus! Der Idyllische Garten hinter dem Hause mit kleinem Wasserlauf, geschnittenen Buchsbaumhecken, Putten, kleinen Br├╝cken die die geschn├Ârkelten Pfade verbanden, das hatte etwas! Das konnte gezeigt werden. Nun ist der Garten kein Garten mehr. Das Wasserrad zerborsten, Pfade, Br├╝cken ├╝berwuchert, vergangen, das Wasser verschwunden. Doch auf dem Zimmermannschen M├╝hlenhof, dort wird heute gefeiert, das Geb├Ąude besichtigt. Zwei Fenster von au├čen von Efeu ├╝berrankt. Diffuses gr├╝nes Licht tanzt ├╝ber den h├Âlzernen M├╝hlenboden. Ein weiteres gibt die Aussicht auf verfallene Anbauten frei. Morsche Balken, verrutschende Ziegeld├Ącher, zusammen gefallene Holzw├Ąnde. Von der umlaufenden Fensterzeile ein Blick in den M├╝hlenhof. W├╝rstchenholer mit schnellen Schritten zum Bratrost, zum Bierausschank, zur Kaffeetheke. Runde und l├Ąngliche Tische mit Tischdecken, umstellt von wei├čen Plastikst├╝hlen und Bayrischen Bierb├Ąnken. Mehr oder weniger besetzt von Karten-, Zeitungslesern, Schleckerm├Ąulern, Genie├čern, von Schweigenden und Quatschenden, ein paar tr├Ąumenden Gestalten, einem allein gelassenen Rucksack. Ein M├╝llermeister mit Strohhut zeigt mit Hilfe  seiner neuen, aufgebauten Maschine wie das Korn zerkleinert, zu Mehl wird. Eine interessierte Dame mit Umh├Ąngetasche. Ihre rechte Hand in die H├╝fte gestemmt, die Linke h├Ąlt das schwarze Trageband der Tasche. Das Trageband teilt ihre  Brust in zwei stramme H├╝gel; aufmerksam folgt sie den Lippen des Strohhuttragenden. Ihr Partner mit gleicher Tasche und verschr├Ąnkten Armen vor dem Bauch tut es ihr nach. Einer der Herren putzt sich die Nase, ein weiterer Herr ist vorgetreten, steht dem vortragenden M├╝ller wohl nicht ganz einverstanden gegen├╝ber, bereit Contra zu geben. Der neben ihm Stehende tr├Ągt seine Jacke am Zeigefinger, wei├č nicht so genau ob er bleiben oder gehen soll. Ein b├Ąrtiger, Wei├čhaariger mit wei├čem Hemd ├╝ber den G├╝rtel, oder den Hosentr├Ąger getragen, faltet respektvoll die H├Ąnde vor seinem ganz ordentlichen Bauch. Seine Kamera baumelt auf diesem und wie es aussieht hat er auch verstanden was der M├╝ller erkl├Ąrt. Was die beiden Herren, der eine im blauem Hemd der andere im schwarzen Dress mit diskutierenden H├Ąnden im Hintergrund, bestimmt nicht haben.

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11 im Verfall

12 gr├╝n berankte Fenster

13 verfallende Schuppen