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2 Breitbl├Ąttrige Platterbse (Rot)

3 Wiesen-Pippau

4 Thymus praecox

5 Gew├Âhnlicher Thymian

6 Acker-Winde

7 Gekielter Lauch

8 Aronstab

9 "Bl├╝hstreifen"

10 Koriander - Fruchtstand

11 Gabeliges Leimkraut

12 Spaziergang

13 Coriandrum sativum

14 Helianthus annuus

15 Schafgarbe

16 Distelfalter

17 Vanessa cardui

24 Drosselschmiede

25 Auricula auricula-judae / Judasohr

Seite 2 

1 Borretsch

 Auf ein Wiederkommen der Bienen-Ragwurz kann man hoffen, das beweist auch der sich auf der nackten Erdkrume ausbreitende Gemeine Hornklee / Lotus corniculatus mit Deutlichkeit. Dieser wird nur ├╝bertroffen von den unz├Ąhligen spitzen langen Bl├Ąttern des Spitzwegerich / Plantago lanceolata. Der wuchs schon immer hier in der Wiese, hat sich jetzt aber bald fl├Ąchendeckend ausgebreitet. Oder wurde da mit einem nicht dosierten Griff in die Sament├╝te nachgeholfen? Das kann man von der Wilden M├Âhre / Daucus carota nicht behaupten. Die, die sonst das Sommerbild bestimmte hat sich rar gemacht und mit ihr auch der Schwalbenschwanz, der gro├če schnelle Gaukler der f├╝r seinen Raupennachwuchs die Wilde M├Âhre unbedingt braucht. Hoffnung ist das was bleibt, hoffe auf eine Wiederkehr von Beiden. Auch die ├╝ppigeren Best├Ąnde des Zickzack-Klee sind im Verschwinden. Nur wenige dieses Bodendeckers sehen das Sommerlicht des Jahres. Da ist auch der Wundklee Anthyllis vulneraria, der sich auch noch behauptet nicht von ausgeschlossen.
Mitte des Monats zieht ein Sommergewitter durch. Hagelschlag und Sturmb├Âen halten reiche Ernte. Zerschlagen liegen kleine Zweige und Bl├Ątter am Boden. Der Sommer ist f├╝r ein paar Stunden dem Winter gewichen, bis das Licht die Hagelk├Ârner zu Wasser r├╝ckverwandelt hat, die kalte wei├če Pracht aufgel├Âst verschwinden l├Ąsst. Manch ein Garten gleicht dem Chaos einer von Bomben zerschlagen Stadt und derer gibt es zur Zeit in Syrien viele. Hier sind es "nur" Pflanzen und deren Liebhaber die leiden, hier gibt es keine menschlichen Leichen die betrauert werden. Hier wird sich nur etwas gesch├╝ttelt, der Schaden oberfl├Ąchlich betrachtet, mit den Schultern gezuckt und das Leben im Allgemeinen geht weiter. Nur der Gartenbesitzer trauert der zerschlagenen Pflanzensch├Ânheiten nach. F├╝r den ist der Sommer gelaufen. Die zerschlagenen Bl├Ątter der Funkien, der Hortensien, anderer Blattpflanzen erneuern sich nicht mehr in diesem Jahre. Selbst die ballgro├čen Fruchtk├Ârper der Riesenboviste zwischen dem Efeu am Butterberg sind vom Hagel gezeichnet.
Der "Bl├╝hstreifen" hat das Unwetter ganz gut ├╝berstanden. Hier zeigen sich Unbekannte der heimischen Flora. Wie der Koriander / Coriandrum sativum, ein Doldenbl├╝tler aus dem ├Âstlichen Mittelmeerraum. Wanzenkraut sagt man wegen seines unangenehmen Geruchs auch dazu. Doch hat er Eingang in die Heilkunde, zu den Gew├╝rzkr├Ąutern gefunden. Warum es in unserer einheimischen Flora gezielt ausges├Ąt wird bleibt mir verschlossen. Da wird gegen die Invasionskr├Ąuter wie Dr├╝siges Springkraut, dem Riesen-B├Ąrenklau, dem Asiatischen Kn├Âterich mit viel Geld und k├Ârperlichen Einsatz zu Felde gezogen! Der Koriander aber ist willkommen. Unbekannt ist mir, welche heimischen Insekten ihn zu ihrer Leibspeise ausgesucht haben.  Statt des Koriander ist die Wilde M├Âhre, der Wiesen-Kerbel, der Taumelk├Ąlberkropf die bessere Alternative zur Lebenserhaltung unserer heimischen Insekten.
Der Buchweizen / Fagopyrum esculenten, ein Kn├Âterichgew├Ąchs, der auch zu den Eingesamten z├Ąhlt, ist da schon besser zu bewerten. Er ist zwar auch ein Orientale, aber schon lange bei uns  zuhause. Er wird als Kulturpflanze angebaut und gesch├Ątzt. Selten s├Ąt er sich selbst aus. Er vertr├Ągt jedoch keinen Frost, schon bei niedrigen Plusgraden macht er sich davon, ist also f├╝r den Butterberg in der Regel ungeeignet f├╝r eine funktionierende Insektenfauna. Doch hat er ├╝berlebt, die Fr├╝hjahrsk├Ąlte ├╝berstanden, freuen sich die Bienen, denn seine Bl├╝ten bieten ihnen reichlich Zucker. Der wiederum einen wohlschmeckend Honig ergibt.
Mit dem Bl├╝hbeginn des Bl├╝hstreifen ver├Ąndert sich auch die Bewertung der Menschen. Er bekommt sachte einen positiven Tatsch. Nur die Wiesen-Insekten haben nichts davon. Sie sind mitsamt ihrer Kinderstube, der umgepfl├╝gten Wiese,  schon lange verstorben! Wenn man die Kinder verhungern l├Ąsst werden sie nie erwachsen und ihre Zeugungsf├Ąhigkeit verlieren sie dabei auch. So ist es nun einmal! Es n├╝tzt nicht nur die Bl├╝te, nein, gefressen werden muss auch! Da bietet ein nackter Boden halt nicht die Grundlage f├╝r ein erf├╝llendes Leben.
N├Ârdlich des Butterbergs, es sind die letzten Tage des Juli, in der Wendischweh, bl├╝ht auf den Wiesen der Wiesen-Pippau / Crepis bienneis. Am Wegrand in gro├čen Tuffs der Gew├Âhnliche Thymian / Thymus praecox. Hinter den Weidez├Ąunen die Acker-Kratzdistel, die wiederum von der Ackerwinde Convolvulus arvensis als St├╝tze missbraucht wird. Sommerwind treibt ├╝ber die Flur.
Der Kohllauch auf dem Butterberg nun in unscheinbarer Vollbl├╝te. Er wird aber meist ├╝bersehenen. W├Ąhrend der kleine Bestand des Gekielten Lauchs / Allium carinatum, zwar auch meist ├╝bersehen, nun aber seine Pracht entfaltet hat. Mit rosenroten Bl├╝ten, aus dem rote Staubbeutel die Welt betrachten, ist er eine kleine Sch├Ânheit. Auf dem Kleinen Burgberg hat sich ein gr├Â├čerer Bestand davon angesiedelt. Hier nur ein paar Wenige. Neben ihnen, nicht ganz, mehr im Schatten leuchten schon die knallroten Fruchtst├Ąnde des Aronstabs. Der Koriander im "Bl├╝hstreifen" mit runden gekr├Ânten Fr├╝chten, das Gabelige Leimkraut / Silene reckt seine Bl├╝tenkelche mit der wei├čen Bl├╝te in die H├Âhe, die Sonnenblumen / Heliathus annus lassen ihre dicken Knospen aufplatzen, halten ihre gelben Randbl├╝ten in den Sonnenschein. Der Borretsch duftet nach Gurken, die Schafgarbe zeigt ihren Bl├╝tenteller, der Dill schon mit Fr├╝chten, die Calendula  / Calendula offizinales bl├╝hen etwas verstockt in der Tiefe und mittendrin schaukeln die Distelfalter /  Vanessa cardui der Weitwanderer vom Mittelmeer.  An der Schote des Wei├čen Senf, das Hellgelb seiner Bl├╝ten ist schon verschwunden, krabbelt etwas Buntes umher. Laut Bestimmungsbuch handelt es sich um die Larve einer Kohlwanze / Eurydema oleraceum. Sie ist eine Larve die sich w├Ąhrend ihrer Entwicklung mehrfach im Aussehen ver├Ąndert. Eben in gelbschwarz mit schwarzen Streifen, einem kariertem Rand ist sie besonders h├╝bsch anzusehen. Sp├Ąter als Vollinsekt zeigt sie sich in schwarz mit wei├čen oder rotem Rand und drei gleichfarbenen R├╝ckenpunkten. Sie ist wie ihr Name sagt auf Kohl, auf Kreuzbl├╝tler,  angewiesen und somit auf dem "Wei├čen Senf" zuhause.
Dicht daneben ist der Boden vegetationslos, von einer Baumwurzel, einem Stein begrenzt. Vor diesen herrscht ein Gedr├Ąnge von ausgefressenen K├Ârperh├╝lsen, vorwiegend die Panzer von Keller- und anderer Asseln  liegen umher. Doch auch ausgefressene Drahtw├╝rmer, Ameisenh├╝llen und Ringk├Ârperteile von K├Ąfern, auch ein paar schwarze, gebogene zerbrochene Teile von Schneckenh├Ąusern sind vertreten.  Eine Stelle am Boden die aussieht wie ein Tanzplatz Unbekannter aus dem Reich der Unterwelt.
Eine Drosselschmiede der erste Eindruck.  Doch dazu fehlen weitgehend die zerschlagenen Geh├Ąuse der Gartenschnecken, die die Drossel so gern annehmen. So bleibt mir der Totent├Ąnzer, der hier am Werke war, im Dunkel der Unwissenheit verborgen.
K├Ânnte der daneben stehende Feld-Steinquendel, verst├Ąndlich zu mir sprechen, w├╝sste ich es. Doch mein Geh├Âr vernimmt nichts. Nicht einmal ein Summen der Insekten. Nur das Klopfen eines Buntspechtes hallt von einem trockenen Buchenast von weit oben zu mir herunter.

18 Ringelblume

19 der Sonne zugewandt

20 Eurydema oleraceum

21 eine Kohlwanzen-Larve

22 auf Wei├čen Senf

23 neben dem Koriander

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