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2 weißer + blauer Wiesensalbei

3 Fotograf in Aktion

4 Gespräche am Hang

5 Sisymbrium altissimum / Ungarische Rauke

6 Cardaria draba / Pfeilkresse

7 Nonea pulla / Mönchskraut

8 Vicea pannonica -

9 Ungarische Wicke

10 Mönchskraut

11 im Tälchen

12 Silybum / Mariendistel

13 Adonis aestivalis / Sommer-Teufelsauge

Seite 2 .. Ditfurt 

1 blauer Wiesensalbei + rote Sommer-Teufelsaugen

In blau und rot bl√ľht der Hang. Blau der Bl√ľten√§hren des Wiesensalbei / Salvia pratensis, karminrot die Bl√ľten des Sommer-Teufelsauge /  Adonis aestivalis.  Auf Knien rutschen die Fotografen, fotografieren und fotografieren, suchen das beste Motiv. Sind voller Freude wenn sich zu dem Blau ein Wei√ü des Wiesensalbei einmischt. Der niedrig bleibenden Moschus-Reierschnabel mit seinen blassroten, fleckenlosen Bl√ľten wird im Rausch der Farben √ľbersehen. Dem Venuskamm / Scandix pecten-venergis trifft  es ebenso. Er verschwindet im Gr√ľn der Gr√§ser.
Der Wiesenbocksbart √∂ffnet seine Knospen, der Gew√∂hnliche Hornklee versucht das auch. Und √ľber dem Allen diskutieren, am schr√§gen Hang stehend, die Fachleute. Die Ungarische Rauke nimmt davon, wenn sie denn nicht umgetreten wird, √ľberhaupt keine Notiz. Ihre schmalen Bl√§tter am langen, hohen St√§ngel, ihre sich √∂ffnenden hellgelben Bl√ľten gl√§nzen matt im Licht der Sonne, √ľberragen die gesamte Vegetation der Gr√§ser, der Wiesenblumen. Hinter der n√§chsten Kurve hat die Pfeilkresse das Kommando √ľbernommen, hat die Fl√§che mit ihren wei√üen dolden-traubigen Bl√ľtenk√∂pfen √ľberzogen. Drei Schritte weiter, ein weiterer H√∂hepunkt. Die wei√ügelben Fahnen der Ungarischen Wicke / Vicia pannonica besch√§ftigen die Botaniker. Nur selten ist sie zu finden und bringt so manchen ihrer Betrachter eine besondere Freude. Der kleine Pfad der uns an der Hangkante entlang f√ľhrt, endet. Ein Geb√ľschsaum ist am Hang hochgewachsen. Ein Pfad wird in das Besenraukenfeld getreten. So erreichen wir einen Feldweg der etwas zur√ľckliegend oberhalb der Bode der Bewirtschaftung der Felder dient, sich in der Feldmark verliert. Auch hier strahlen die Bl√ľten des Sommer-Teufelsauge, diesmal nicht in ihrem typisch leuchtenden Rot sondern in einem hellen Gelb, wobei die schwarzen Punkte im Zentrum der Bl√ľte, die blauen Staubgef√§√üe, das gestreifte Gelb ihre Bl√ľtenbl√§tter, besonders betonen. Etwas entfernt legt die Mariendistel ihre wei√üe, geaderte Blattrosette √ľber die braune Ackerkrume. Auch der leicht zu √ľbersehende Niederliegende Kr√§henfu√ü / Coronopus squamatus, ein gr√ľnes Wirrwarr das am Wegrand √ľber den Boden krabbelt, taucht auf. Es zeigt noch keine ihrer kleinen wei√üen Kreuzbl√ľten, wartet noch ein wenig damit. Nach links zieht sich ein niedriges T√§lchen hoch zum K√∂hlersberg. Hier wird nach Orchideen gesucht. Die sind aber nicht auszumachen, sind verschwunden. Werden nicht wieder gefunden. Vor lauter Frust √ľber den Misserfolg wird zur Pause gerufen. Butterbrot und was sonst noch so alles im Rucksack mit herum geschleppt wird, der eigenen Lebenserhaltung dient und als wichtig erachtet wird, erblickt kurz das Sonnenlicht bevor es mit den Z√§hnen zermahlen wird, im Schlund verschwindet. Frustbew√§ltigung sozusagen. Ein Feldahorn weckt mein Interesse. Im kr√§ftigen rotbraun leuchten die Fl√ľgel seiner Fr√ľchte, haben sich sogar √ľber ihre normale Waagerechte hinaus nach oben gezogen. Beim Gr√ľbeln wie so etwas kommt, vergesse ich die nichtgefunden Orchideen. Finde aber trotzdem keine Erkl√§rung.
Daf√ľr einen Unbekannten! Einen K√§fer mit langen, knotig-geringelten F√ľhlern,  schwarzem Kopf und Halsschild und hellen, leicht gestreiften Fl√ľgeldecken, der auf dem Boden langsam herum l√§uft, schneller wird als die Kamera n√§her kommt, in, unter den langen federartigen Bl√§ttern der Schafgarbe in Deckung geht, verschwindet. Niemand kann mir weiter helfen, sagen was f√ľr einen K√§fer ich da fotografiert habe. Mit einem Bild √ľber die Bodeniederung, in dem die gelben Bl√ľten der Rauke mit eingestreuten blauen der Phacelia, den bl√ľhenden gelben Rapsfeldern, die Baggerteiche der Kieswerke in der Ferne das Bild bestimmen, verabschiedet uns die Bode. Die Vegetation ihrer westlichenTerrasse ist beeindruckend und bleibt im Ged√§chtnis auf eine Wiederholung ihres Besuches, gespeichert.
Es dauert schon eine Weile bis der unbekannte K√§fer seine Identit√§t frei gibt. Manches Buch wird durchbl√§ttert, das Internet zu Rate gezogen, gegr√ľbelt, das Ergebnis verworfen. Ist auch nicht so ganz einfach den Dorcadion fuliginator var. atrum, den Variablen Erdbock, auch B√∂ckchen, Schwarzer Erdbock  oder Schornsteinfeger genannt zu bestimmen. Es ist also ein Bockk√§fer der mit seiner Vielfalt im Aussehen irritiert, der die meiste Zeit seines Lebens, das zwei Jahre dauern soll, in der Dunkelheit der Erde verbringt, nur f√ľr kurze Zeit das Licht sucht. Werde bestimmt lange suchen m√ľssen ihn, oder eine seiner Erscheinungsformen  am trocken Hang der Bode wieder zu finden. Suchen ist aber nicht das was ich besonders gut kann. Deshalb werde ich lieber dem Zufall eine Chance einr√§umen mich wieder einmal mit etwas Besonderem zu erfreuen.


Otto Pake

14 Coronopus / Gewöhnlicher Krähenfuß

15 Acer campestre / Feldahorn

16 Dorcadion fuligator /

17 Variabler Erdbock

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