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2 die fast Dreißig……

3 vorbei an Wiesen,

4 den langen Ă„hren

5 eines endlosen Gerstenfeldes

6 zu den Terrassenhängen der Bode.

7 Lebendgebärendes Rispengras

8 Weidehang

9 die BlĂĽte der Ungarischen Rauke

10 die Löwenzahnwiese

11 Besenraukenfeld

12 Besenrauke mit Jakobkreuzkraut

13 Echte Hundszunge

Die Bodehänge bei Ditfurt.... eine Exkursion. 

1 Da laufen sie,

2020.03.20.
Da laufen sie, die fast DreiĂźig, bewaffnet mit Kamera aller Größen, mit und ohne Stativ, mit Handys neuester Versionen von hochauflösenden  eingebauten Fotolinsen, mit herunter geladenen Apps, die fĂĽr die Gewissheit der fotografierten Pflanzen sorgen sollen, etwas durcheinander, aber forschen Schritts hinein in die Feldmark am linksseitigen Ufer der Bode. Sie alle sind auf der Suche nach einem ultimativen Fund, einem einmaligem Bild, von der hier zu findenden Vegetation die an den Hängen der Bode ihre Heimat gefunden haben. Vor Jahren, auf der Suche nach einer neuen Sonntags-Wanderung fĂĽr unseren Harzklub, war ich schon einmal hier. Erntete damals an den Terrassenhängen der Bode wilden Spargel, der gleich roh gegessen das Mittagsmahl ersetzte. Diese Erinnerung trug ich im Herzen als ich der Meute, auf dem aufgeweichten mit PfĂĽtzen durchsetzten Feldweg, hinterher zockele. Das leicht feuchte Gras steht hoch, die Obstbäume in den eingezäunten FlurstĂĽcken links vom Weg schon verblĂĽht. Traurig die alten Holzpfosten bei ihrer Aufgabe die Drähte zu tragen. Wie sollten sie  auch glĂĽcklich sein, wenn sie mit solchem Plunder wie hier zufrieden sein mĂĽssen. Verzinkter- und mit Kunststoff ummantelter Maschendraht, total verrosteter Stacheldraht hängen an ihnen. Sie selbst, von der Last ihrer Vergangenheit von rostigen Stangen und Bändern gestĂĽtzt und gehalten, warten auf bessere Zeiten. Rechts begleitet uns ein ährenschiebendes Gerstenfeld. Ihre langen hellgrĂĽnen Grannen wiegen sich im leichten Wind,  im Sonnenschein. Wirken mit ihrem hellen bis dunkelgrĂĽnem Farbspiel der sich noch im Schaft verborgenen grĂĽnen Grannen im leichten aufsteigenden Dunst der darĂĽber zieht, wie eine andere Wirklichkeit, wie ein VollfrĂĽhlingsmärchen. 
Märchenhaft auch das "Lebendgebärende" Rispengras / Poa alpina  am Wege. Statt mit Samen breitet es sich durch Brutpflanzen, die schon an der Pflanze bewurzeln, aus. Der Wind und vorbeikommende Tiere, Schafe, Ziegen und sonstige Fellträger an dem sich die leicht klebrigen Pflänzchen festhalten können, sorgen fĂĽr ihre Zukunft, fĂĽr ihre Ausbreitung. Der hinterliegende Wiesenstreifen hat sich mit zahllosen Fruchtständen des Löwenzahn geschmĂĽckt. Die Samen der Schirmchenflieger warten auf einen kräftigen Wind der sie vom BlĂĽtenboden löst, sie mit Hilfe ihres Pappus, dem weiĂźen Schirm aus veränderten, umgebildeten Kelchblättern, zu neuen Standorten fliegen lässt.
Der anschließende Acker blüht in hellgelb. Hier hat der Landwirt sich wohl in der Samentüte vergriffen. Statt der gewollten Aussaat von Phacelia, der Bienenweide, dominiert her die Besenrauke, die mit ihrem zweiten Namen: Sophien Rauke / Descurainia sophia etwas Verwirrung stiftet. So also ist vom Bienenfreund nicht viel zu sehen. Da blühen im Untergrund mehr gelbe Blütenköpfe des Jakobskreuzkraut als etwas höher die gewollten der lila-blauen Phacelia.
 Cynoglossum offizinale die Echte Hundszunge, ein Borretschgewächs, zeigt seine rotbraunen BlĂĽten. Gleich nebenan reckt sich seine Schwester, das Mönchskraut / Nonea pulla mit seinen schlanken dunkel-braunen, ins schwarze tendierenden BlĂĽten zum Licht. Ein dicht geblätterter Raukenstängel ist von kleinen hellrosa Larven ĂĽberzogen. Es sind die Nachkommen des flugunfähigen Schwarzblauen Ă–lkäfers / Meloe proscarabaeus. So sehen sie ganz niedlich in ihrem zartrosa Kleidchen aus. Doch schon beim BerĂĽhren gleitet etwas ekelhaftes, wie zum Selbstschutz der Larven, des BerĂĽhrenden, ĂĽber die Finger zum Kopf. Es ist das Körpergift, das Cantharidin, das schon die kleinen Larven des Ă–lkäfer mit sich umhertragen. Später machen sich die Käferlarven auf den Weg zu den Nestern der Wildbienen. Sie warten bis sich die Gelegenheit bietet, eine Wildbiene vorbei kommt, die sie zu ihrem Nest mitnimmt., Da schmarotzen sie an den eingelagerten Vorräten, an den Eiern der Wildbiene. Später als Vollinsekt, als Käfer, fressen sie im FrĂĽhjahr mit besonderer Vorliebe die Knospen, die BlĂĽten der KĂĽchenschelle. Hat halt jeder seine Vorlieben.
So wie alternde ägyptische Liebende in der Vergangenheit das Körpergift Cantharidin, als berauschenden Liebestrank einnahmen, so wurde mit einer kräftigeren Droge, die Menge wurde einfach erhöht, die oder der  Nebenbuhler dahingerafft. Die alten Ă„gypter waren in dem Gebrauch dieses Giftes schon groĂźe Könner! Die Griechen lernten von Ihnen. Sie hatten bald den Bogen raus; legten den Ă–lkäfer in Honig ein, bereiteten eine sĂĽĂźe Paste die ihre Potenz steigerte. So konnte es passieren das der hĂĽbsche Grieche an totaler Erschöpfung oder an einer Ăśberdosis "Ă–lkäfer" die Fahrt ins Jenseits glĂĽcklich, aber ungewollt, antrat. So besteht auch noch heute die Möglichkeit, auf der anderen Seite des Lebens, glĂĽcklich anzukommen. Lassen wir's lieber! Noch ist Niemand von dort zurĂĽck gekommen, hat noch nicht ĂĽber die glĂĽckliche Ăśberfahrt berichtet, dass und ob die Geschichte auch stimmt.

Weiter zu

14 Cynoglossum officinale

15 Larven des Ölkäfers

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