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2 Die neue L├Âsung, 2012

3 klappt nicht so ganz. 2012

4 neue Fu├č- und Radfahrerbr├╝cke. 2015

5 Abschlag: Ecker - Stimmecke, Winter 2016

6 Fachgespr├Ąche M├Ąrz 2015

7 wenig Wasser in der Ecker-Stimmecke, Sept. 2015

8 das Laub macht Probleme. Sept. 2015

9 viel Wasser, Nov . 2017

10 in der Ecker Nov. 2017

Die Stimmecke 

1 Altes Plattensch├╝tz am Abschlag Ecker - Stimmecke, 2010

Vor vielen Jahren, als die Ecker noch wild und ungest├╝m zu Tale st├╝rzte, als noch keine Talsperre oder ein sonstiges k├╝nstliches Hindernis ihren Lauf stoppte,  sie ihr enges Tal zwischen dem Woldsberg im Westen, dem Kienberg im Osten verlie├č, da m├Ąanderte sie vielarmig in die Ebene vor Stapelburg. Einer ihre m├Ąandrierenden Arme suchte sich sogar ein ganz neues Bett, leitete sein Wasser in die Ilse, dem ├Âstlich flie├čenden kleinen Fluss der bei Ilsenburg in die Vorharzebene austritt, bei B├Ârsum in die Oker m├╝ndet. Kurz vor Hornburg, vor dem Kleinen Fallstein, nimmt die Ilse das Eckerwasser der Stimmecke auf. Das funktioniert noch heute so wie damals in der weiten Vergangenheit. Nur, dass der Mensch schon lange seine Hand dabei mit im Spiel hat. Er regelt was die Ecker der Ilse abgeben darf. Er baute ein Wehr mit einem Abzweig. Ein Plattensch├╝tz regelte so die Menge an Wasser, die die Stimmecke, wie der  alte M├Ąander der Ecker nun genannt wird, in ihrem Bett haben muss, soll oder darf.
Dieses Plattensch├╝tz war von einfachster Ausf├╝hrung. Mit Hilfe einer Zahnstange wurde es  gehoben oder gesenkt, so die Wassermenge die unter dem Sch├╝tz hindurch in die "Stimmecke" str├Âmte fast Liter genau geregelt wurde. Vor dem h├Âlzernen Plattensch├╝tz, es lag ca. 20m neben, hinter  der Wehrkrone, bildete sich  ein Wasserstau welcher mit dem Wasserstand der Wehrkrone in Waage blieb. So auch die Funktion einer Reinigung von schwimmenden Unrat wie Bl├Ątter, Zweige, anderes Schwimmenden ├╝bernahm. So, dass das Eckerwasser immer kontinuierlich und geregelt in die "Stimmecke" flie├čen konnte. Eine Reinigung und Wartung hielt sich durch diese Technik in engen Grenzen, konnte nebenbei geschehen. So ging es viele Jahrzehnte. Die Stimmecke versorgte ihre Anlieger mit ihrem Wasser, ihrer Wasserkraft. Wurde etwas mehr an Wasser gebraucht, langten drei, vier Drehungen an der Spindel und schon war die Zufriedenheit wieder hergestellt.
Dann wurde es ernst. Umweltsch├╝tzer und Wasserbauer aus Ost und West stellten fest dass es so nicht ging. Die Fische konnten das ├ťberfallwehr nicht bezwingen, die Str├Âmung unter dem Plattensch├╝tz zu stark um den Fischen, der Wasserfauna den Aufstieg von der "Stimmecke" zur Ecker zu erm├Âglichen. Es wurde beschlossen beides zu beseitigen. Etwas ganz Neues zu gestalten das diese Probleme auf Dauer l├Âste. So machten sich also, weil die Mitte der Ecker ja immer noch die Grenze zwischen Niedersachsen und Sachen-Anhalt bildet, das Eckerwehr also beiden L├Ąndern geh├Ârt, Ingenieure aus beiden Bundesl├Ąndern an die Arbeit etwas gro├čes Dauerhaftes, was noch weniger Pflegeaufwand gew├Ąhrleistet, zu bauen. So machten sich also viele K├Âpfe an die Arbeit. T├╝ftelten und rechneten und bald war es auch soweit. Das Wehr verschwand. Gewaltige Wackersteine wurden in den Eckerlauf eingebracht, kleine Kolke und Gerinne geschaffen. Leider entsprachen die Kokle nicht den Vorschriften im Wasserbau. Sie waren zu flach geraten. Also wurde die ganze Chose ein zweites mal, mit tieferen Kolken  umgestaltet. "Die perfekte Hundebadeanlage" so nennt mein Freund, ein Hundebesitzer, den neuen Wasserschwall unterhalb der alten Wehrkrone. Diese hat man gelassen um die Ableitung der Stimmecke zu gew├Ąhrleisten.
Damit beginnt ein neues gro├čes Meisterwerk der Wasserbauingenieure.
Das Plattensch├╝tz wurde abgerissen, die Stimmecke fiel zeitweise trocken. Den Fischen ging die Luft aus obwohl sie ja nun genug davon hatten, die Wasserinsekten darben. Das wurde jedoch schnellsten behoben, es floss wieder Wasser in der Stimmecke. Mit Faschinen wurde der Zwischenraum der Abzweig der Stimmecke von der Ecker verj├╝ngt, enger gemacht. Ein Holzbalken, quer zur Str├Âmung, regelte  das einflie├čende Wasser zur Stimmecke. Der ehemalige Zuleitungsgraben zum vergangenen Plattensch├╝tz  wurde mit gro├čen Wasserbausteinen ausgelegt, befestigt. Man konnte meinen, hier wird ein Kanal f├╝r Hochseeschiffe gebaut. Eine funkelnagelneue, an die ├╝ber die Elbe gespannte K├Âhlbrandbr├╝cke erinnernde, auf zwei betonierten Pfeilern ruhende Alluminiumbr├╝cke ├╝ber die Stimmecke, bereit auch Hochseeseglern eine Durchfahrt zu erm├Âglichen, entstand. Der Abschlag, ein Fehlschlag,  eine Einrichtung die ├╝bersch├╝ssiges Wasser Stimmecke in die Ecker zur├╝ckleitet, wird auch neu hergerichtet. Es war wohl geplant diese Stelle als zweite, endg├╝ltige Regelstelle der Wassermenge, die in der Stimmecke flie├čen soll, zu nehmen. Der Holzbalken am Einlauf erf├╝llte diese Aufgabe n├Ąmlich nicht. Oft verschloss Schwemmgut das einlaufende Wasser, oder die Ecker hatte zuviel davon, ├╝berstr├Âmte den Querbalken und nun sollte der Abschlag, der Fehlschlag, die ├╝bersch├╝ssige ankommende Wassermenge zur├╝ck in die Ecker leiten.
Herrlich war das anzusehen. Mit wei├čen Sands├Ącken, mit Folienstreifen und zahllosen Wackersteinen wurde experimentiert. Da aufgeschichtet , wieder weggenommen, wo anders hingepackt. Die Stimmecke spielte da nicht mit. Sie nahm den Weg des geringsten Widerstands, floss da wo sie wollte.

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