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2 die Blätter werden bunt

3 Clyclamen im Garten

4 Herbsthimmel

5 Wolken √ľber dem Harz

6 Tagpfauenauge

7 Stockrose

8 Kreuzblättrige Wolfsmilch

9 Acker-Bingelkraut

10 Duftlose Kamille

11 Fr√ľchte des Gilbweiderich

12 Admiral und

Vollherbst .. Oktober 2019 

1 Der Bl√ľhstreifen am Ende der Saison

2020.03.03.

Der Ahorn ist einer der Ersten der  seine bunten Kleider  anzieht. Darauf folgt bald die Buche mit ihrer Laubf√§rbung. So  √ľbernimmt der Vollherbst den Dirigentenstab. Langsam wechseln die braungrauen Felder wieder ins Gr√ľn des auflaufenden Wintergetreides. Auf einem alten, bald vergessenen Komposthaufen am Nordhang des Butterbergs die letzten gro√üen Bl√ľten der Stockrosen / Alcea rosea, auch die Geruchlose Kamille zeigt ihre wei√üen Bl√ľten mit der gelben Mitte. Das Einj√§hrige Bingelkraut zeigt noch seine m√§nnlichen Bl√ľtenrispen, seine kleinen gr√ľnen Bl√ľten mit den gelben Staubgef√§√üen, w√§hrend die Kreuzbl√§ttrige Wolfsmilch daneben, ihren starken bereiften Trieb in die H√∂he schiebt, erst im folgenden Jahr bl√ľhen wird. Sie sind beide  miteinander verwandt, geh√∂ren zu den Wolfsmilchgew√§chsen; wobei das Bingelkraut die Verwandtschaft verleugnet. Es zeigt seinen Milchsaft bei Verletzungen nicht.
Eine alte Eiche hat eine Verletzung am Stamm. Eichensaft sammelt sich in der Borke. Zwei Hornissen und ein Admiral streiten sich um den besten Platz an der Eichensaftquelle.  Schw√§rme von Kranichen √ľberfliegen den Butterberg. Sie sind auf den Weg in den S√ľden, machen Zwischenstation am Kyffh√§user, verbringen zu ihrem Schutz die Nacht stehend im seichten Wasser des abgelassenen Kelbraer Stausee. Es lohnt sich dieses Spektakel an zu sehen.
Der Sonnenschein der, wegen der lichter gewordenen Bl√§tter, den Boden, die hellen St√§mme der Buchen auf dem Butterberg wieder erreicht, spielt mit seinem herbstlichem Licht. Verzerrt die Bl√§tter des am Stamm hoch kletternden Ranken des Efeus zu bizarren Schatten-Gebilden. Streckt sie in die L√§nge, l√§sst sie zur doppelten Gr√∂√üe heranwachsen. Die alten Rindenschnitzereien in den alten Buchenst√§mmen kommen wieder zur Geltung. Sie erinnern an die Liebesschw√ľre, die erf√ľllten, vielleicht auch nicht erf√ľllten Versprechungen der Liebenden, einer l√§ngst vergangenen Jugend. Die breite, verwachsene Inschrift: "I Love Karola", an der alten Buche, l√§sst offen ob es beim Schw√§rmen geblieben oder zu etwas gef√ľhrt, zur Erf√ľllung nicht gesagter W√ľnsche gekommen ist. Auch das gepinselte Wei√üe an der alten Buche, mit dem Pfeil nach links : "Theresien Ruh 1858", das schon √∂fters nachgezogen wurde, hat wohl tiefere Bedeutung. Trauert hier jemand aus einer alten Familie noch immer einem verlorenen Verm√∂gen von Maria-Theresien-Talern nach? Oder stand da links, eine Stufe tiefer an dem kleinem Einschnitt am Hang, mit jetzt zugewachsenen Ausblick auf Harzburg, eine Bank die andauernde Erinnerung birgt?
In den schr√§ggestellten Kalksteinsschichten des Butterbergs sammeln sich Bl√§tter von gr√ľn bis braun, mit und ohne Lebensspuren. Stachelige Buchecker-H√ľlsen liegen daneben, beschweren mit ihrem Gewicht ein fortblasen der gefallenen Bl√§tter. Der Kammweg raschelt unter dem Tritt der Stiefel. Eine Florfliege, manche nennen dies zarte gr√ľne Wesen auch Goldauge / Chrysoperla carnea, sonnt sich auf der trockenen Unterlage eines hellbraunen Blattes des Feldahorn. Die runden schwarzen Fr√ľchte am roten Fruchtstiel mit dem silbernen Flair des Roten Hartriegels/ Cornus sanguinea beginnen zu schrumpeln.
Die Gallen der Gallwespe Andricus fecundator, Ananas-Gallen die an der  Traubeneiche zu finden sind, haben sich ge√∂ffnet. Die jungen Gallwespen haben ihre Kinderstube schon verlassen. Vielleicht haben sie Gl√ľck gehabt, sind der, die Bl√§tter nach solchen Leckerbissen suchender,  absammelnder Rotbeinigen Baumwanze  entkommen. Wenn auch die Rotbeinige Baumwanze meist auf den Saft der Bl√§tter aus ist, ihn aus den Blattzellen saugt, ist sie √ľber eine so kernige Zwischenmahlzeit durchaus zu begeistern.  Dies alles wird von einer √ľber die Kalksteine kriechende Eschenwurzel, die zwei neben einander liegenden alten Verletzungen zu einer "Brille" ausgewachsen hat, beobachtet. Sie spricht nicht dar√ľber was sie so alles zu sehen bekommt, doch hat sie ihre Sorgenfalten √ľber dem oberen Brillenrand, mit dem Kurzb√ľchsenmoos bewachsen lassen.
Immer mehr Bl√§tter fallen zu Boden, immer lichter werden die Zweige, die √Ąste. Immer h√∂her w√§chst die Laubschicht auf dem Weg, bis dann ein Wind mit den Gefallenen spielt, sie aufnimmt, fort pustet, sie im Windschatten zu Berge t√ľrmt. Bald geht mit dem Blattfall auch die Buntheit des Vollherbstes verloren. Graue Wolken verdunkeln die s√ľdlich angrenzenden Harzer Berge, lassen sie im Dunst verschwinden. Das dunkle Wolkenband endet am Rand des Gebirges. Zur Mittagszeit steht die Sonne noch so hoch, dass sie unsere D√∂rfer n√∂rdlich des Butterberges, Westerode und Bettingerode, noch mit ihren Strahlen verw√∂hnt, w√§hrend der lange, gestreckte R√ľcken des Butterbergs und die Stadt nur noch ein Schattendasein fristen. Die Tage werden merkbar k√ľrzer. Au√üer dem Gekr√§chze der Rabenkr√§hen, wenn sie am Abend zu ihren Schlafb√§umen fliegen, wird die Welt immer stiller. Einsam, lautlos kreist ein Roter Milan.
Doch wenn der Wind rauscht, mit den gelben Bl√§ttern des Berg- und Spitzahorn spielt, sie waagerecht am Stiel flattern l√§sst, die Strahlen der Sonne L√ľcken in die Wolken gebrannt haben, dann  kommt er noch einmal zur√ľck, der goldene Herbst.



13 Hornissen an einer Eichenwunde

14 die Elsbeere eine herbstliche Schönheit

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