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2 die Blätter werden bunt

3 Clyclamen im Garten

4 Herbsthimmel

5 Wolken über dem Harz

6 Tagpfauenauge

7 Stockrose

8 Kreuzblättrige Wolfsmilch

9 Acker-Bingelkraut

10 Duftlose Kamille

11 Früchte des Gilbweiderich

12 Admiral und

Vollherbst .. Oktober 2019 

1 Der Blühstreifen am Ende der Saison

Der Ahorn ist einer der Ersten der  seine bunten Kleider  anzieht. Darauf folgt bald die Buche mit ihrer Laubfärbung. So  übernimmt der Vollherbst den Dirigentenstab. Langsam wechseln die braungrauen Felder wieder ins Grün des auflaufenden Wintergetreides. Auf einem alten, bald vergessenen Komposthaufen am Nordhang des Butterbergs die letzten großen Blüten der Stockrosen / Alcea rosea, auch die Geruchlose Kamille zeigt ihre weißen Blüten mit der gelben Mitte. Das Einjährige Bingelkraut zeigt noch seine männlichen Blütenrispen, seine kleinen grünen Blüten mit den gelben Staubgefäßen, während die Kreuzblättrige Wolfsmilch daneben, ihren starken bereiften Trieb in die Höhe schiebt, erst im folgenden Jahr blühen wird. Sie sind beide  miteinander verwandt, gehören zu den Wolfsmilchgewächsen; wobei das Bingelkraut die Verwandtschaft verleugnet. Es zeigt seinen Milchsaft bei Verletzungen nicht.

Eine alte Eiche hat eine Verletzung am Stamm. Eichensaft sammelt sich in der Borke. Zwei Hornissen und ein Admiral streiten sich um den besten Platz an der Eichensaftquelle.  Schwärme von Kranichen überfliegen den Butterberg. Sie sind auf den Weg in den Süden, machen Zwischenstation am Kyffhäuser, verbringen zu ihrem Schutz die Nacht stehend im seichten Wasser des abgelassenen Kelbraer Stausee. Es lohnt sich dieses Spektakel an zu sehen.
Der Sonnenschein der, wegen der lichter gewordenen Blätter, den Boden, die hellen Stämme der Buchen auf dem Butterberg wieder erreicht, spielt mit seinem herbstlichem Licht. Verzerrt die Blätter des am Stamm hoch kletternden Ranken des Efeus zu bizarren Schatten-Gebilden. Streckt sie in die Länge, lässt sie zur doppelten Größe heranwachsen. Die alten Rindenschnitzereien in den alten Buchenstämmen kommen wieder zur Geltung. Sie erinnern an die Liebesschwüre, die erfüllten, vielleicht auch nicht erfüllten Versprechungen der Liebenden, einer längst vergangenen Jugend. Die breite, verwachsene Inschrift: "I Love Karola", an der alten Buche, lässt offen ob es beim Schwärmen geblieben oder zu etwas geführt, zur Erfüllung nicht gesagter Wünsche gekommen ist. Auch das gepinselte Weiße an der alten Buche, mit dem Pfeil nach links : "Theresien Ruh 1858", das schon öfters nachgezogen wurde, hat wohl tiefere Bedeutung. Trauert hier jemand aus einer alten Familie noch immer einem verlorenen Vermögen von Maria-Theresien-Talern nach? Oder stand da links, eine Stufe tiefer an dem kleinem Einschnitt am Hang, mit jetzt zugewachsenen Ausblick auf Harzburg, eine Bank die andauernde Erinnerung birgt?
In den schräggestellten Kalksteinsschichten des Butterbergs sammeln sich Blätter von grün bis braun, mit und ohne Lebensspuren. Stachelige Buchecker-Hülsen liegen daneben, beschweren mit ihrem Gewicht ein fortblasen der gefallenen Blätter. Der Kammweg raschelt unter dem Tritt der Stiefel. Eine Florfliege, manche nennen dies zarte grüne Wesen auch Goldauge / Chrysoperla carnea, sonnt sich auf der trockenen Unterlage eines hellbraunen Blattes des Feldahorn. Die runden schwarzen Früchte am roten Fruchtstiel mit dem silbernen Flair des Roten Hartriegels/ Cornus sanguinea beginnen zu schrumpeln.
Die Gallen der Gallwespe Andricus fecundator, Ananas-Gallen die an der  Traubeneiche zu finden sind, haben sich geöffnet. Die jungen Gallwespen haben ihre Kinderstube schon verlassen. Vielleicht haben sie Glück gehabt, sind der, die Blätter nach solchen Leckerbissen suchender,  absammelnder Rotbeinigen Baumwanze  entkommen. Wenn auch die Rotbeinige Baumwanze meist auf den Saft der Blätter aus ist, ihn aus den Blattzellen saugt, ist sie über eine so kernige Zwischenmahlzeit durchaus zu begeistern.  Dies alles wird von einer über die Kalksteine kriechende Eschenwurzel, die zwei neben einander liegenden alten Verletzungen zu einer "Brille" ausgewachsen hat, beobachtet. Sie spricht nicht darüber was sie so alles zu sehen bekommt, doch hat sie ihre Sorgenfalten über dem oberen Brillenrand, mit dem Kurzbüchsenmoos bewachsen lassen.
Immer mehr Blätter fallen zu Boden, immer lichter werden die Zweige, die Äste. Immer höher wächst die Laubschicht auf dem Weg, bis dann ein Wind mit den Gefallenen spielt, sie aufnimmt, fort pustet, sie im Windschatten zu Berge türmt. Bald geht mit dem Blattfall auch die Buntheit des Vollherbstes verloren. Graue Wolken verdunkeln die südlich angrenzenden Harzer Berge, lassen sie im Dunst verschwinden. Das dunkle Wolkenband endet am Rand des Gebirges. Zur Mittagszeit steht die Sonne noch so hoch, dass sie unsere Dörfer nördlich des Butterberges, Westerode und Bettingerode, noch mit ihren Strahlen verwöhnt, während der lange, gestreckte Rücken des Butterbergs und die Stadt nur noch ein Schattendasein fristen. Die Tage werden merkbar kürzer. Außer dem Gekrächze der Rabenkrähen, wenn sie am Abend zu ihren Schlafbäumen fliegen, wird die Welt immer stiller. Einsam, lautlos kreist ein Roter Milan.
Doch wenn der Wind rauscht, mit den gelben Blättern des Berg- und Spitzahorn spielt, sie waagerecht am Stiel flattern lässt, die Strahlen der Sonne Lücken in die Wolken gebrannt haben, dann  kommt er noch einmal zurück, der goldene Herbst.



13 Hornissen an einer Eichenwunde

14 die Elsbeere eine herbstliche Schönheit

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