WillkommenWanderungenWanderstreckenGasthÀuserServiceKontakt

2 nach dem Sturm.

3 Amsel

4 Goldnessel

5 Aronstab

6 Taumel-KĂ€lberkropf

7 TĂŒrkenbund

8 BĂ€rlauch blĂŒht

9 Rotbuchen-Keimling

10 der BĂ€rlauch blĂŒht

11 weibliches Bingelkraut

VollfrĂŒhling am Butterberg ..Mai 219 

1 Die Zwiesel-Esche

Beim Tanz in den Mai sangen wir immer aus voller Kehle: "Der Mai ist gekommen, die BĂ€ume schlagen aus-----". Das in den Mai tanzen haben wir eingestellt,  unser  Gesang ist verklungen. Die BlĂ€tter schlagen im Mai auch nicht mehr aus, dies hat lautlos der April ĂŒbernommen, somit dem Mai seine Alleinstellung genommen. Doch sonst ist es noch immer der Wonnemonat der das FrĂŒhlingsglĂŒck unter die Leute bringt. Freundlich sĂ€useln erregende  DĂŒfte durch die  lauen NĂ€chte, lassen Erinnerungen, bald vergessene Freuden erwachen. Darin ist und bleibt der Mai dem April einfach ĂŒberlegen. Die Zwei nehmen das Gelassen. Tauchen wir ein in diesen wunderbare Monat, in das aufwachende, aufgewachte Leben des Jahres.
Langsam nehmen die grĂ¶ĂŸer werdenden BlĂ€tter der BĂ€ume dem Wanderer am Butterberg die Aussichten auf Stadt und Land. Der Blick konzentriert sich auf die NĂ€he, auf alles was wachsen und blĂŒhen will. Doch auch auf das was die Natur aus ihren immer wĂ€hrenden Kreislauf plötzlich entnimmt, zerstört, sterben lĂ€sst.
Dem letzten Sturm musste die alte doppelstĂ€mmige Esche am Nordhang einen ihrer zwei starken StĂ€mme opfern. Frisch ergrĂŒnt bot sie den Sturmböen zuviel Widerstand. Der Sturm zerteilte den Zwiesel, riss einen der StĂ€mme ab, stĂŒrzte ihn auf den Weg. So liegt nun die HĂ€lfte der Eschen-Krone auf dem Wege, wĂ€hrend der abgerissene Stamm splitterig aufgerissen, am geteilten Stamm unterhalb des Zwiesel, fest an seinem Zwilling hĂ€ngengeblieben ist. So umgepustet liegt er umher und versperrt ein Durchkommen. Sehr klein muss man sich machen um darunter hinweg zu schlĂŒpfen. Die, die unter der Gefallenen an der Erde nach Futter suchenden, pickenden Amseln zetern ein wenig als wir sie, bei unserem  DurchschlĂŒpfen, stören. Sie fliegen auf, setzen sich bald wieder, arbeiten mit ihrem gelben stabilen Schnabel "das die BlĂ€tter fliegen". Die Goldnessel / Lamium galeobdolon hat sich ĂŒber den allgegenwĂ€rtigen Efeu geschoben. zeigt ihre gelben, rotbraun gezeichneten BlĂŒten. Zupft man eine ihrer LippenblĂŒten ab, saugt am BlĂŒtenstiel schmeckt man ihre SĂŒĂŸe. Ein Anlecken an der daneben stehenden AronstabblĂŒte ist dagegen unangebracht. Sie reagiert mit feinen kristallinen Giftstoffen, legt Lippen und Zunge in einen lange anhaltenden Dauerstress-Schmerz. Beim blĂŒtenschiebenden TaumelkĂ€lberkropf ist ein Anlecken auch nicht das Angenehmste. Auch er verteidigt sich vorm -Gefressen werden-  mit leichten Giftstoffen. Der TĂŒrkenbund, der Efeu, das Gelbe Windröschen sind auch so Kandidaten die lieber gemieden werden. DafĂŒr können nicht nur die BlĂ€tter, sondern auch die Knospen und die weißen BlĂŒten des BĂ€rlauchs bedenkenlos auf dem Brot, im Suppentopf, auf dem Butterbrot oder einfach roh ĂŒber den Daumen gegessen werden. Wem das noch nicht langt mit der kostenlosen Verpflegung auf dem Butterberg, der sollte einmal die BlĂ€tter von Hainbuchen oder der Rotbuche probieren. Auch sie sind fĂŒr manche menschliche Zungen ganz lecker. Selbst die Buchenkeimlinge sind da nicht auszuschließen.
Das Bingelkraut / Mercurialis perennis, welches sich in dichten BestĂ€nden ausbreitet, ĂŒber den Boden zieht sollte wiederum gemieden werden. Leicht giftig wird es eingestuft, warnt schon mit seinem unangenehmen Geruch vor UnvertrĂ€glichkeit. Geheimnisse umgeben diese sommergrĂŒne Pflanze. Versucht man sie fĂŒr ein Herbarium zu pressen verliert  sie ihr GrĂŒn, verfĂ€rbt sich in blauschwarzen Metallglanz. Sie gehörte im Mittelalter zu den Pflanzen, die  mit Hilfe von Quecksilber, zur Silber und Goldherstellung  genommen wurden. Dies klappte zwar nicht, doch so einfach aufgeben wollte man auch nicht. Viele erfolglose Versuche; das Gold versteckt sich weiter. Das Ausdauernde Bingelkraut ist zweihĂ€usig. Es gibt also weibliche und mĂ€nnliche Pflanzen. Wobei die mĂ€nnlichen meist ĂŒberwiegen, in geschossenen BestĂ€nden auftreten, sich durch Rhizome weiterverbreiten. Und so nichts mit ihrer Damenwelt zu tun haben möchten. (Soll es bei uns Menschen auch geben.) Die weiblichen Pflanzen des Ausdauernden Bingelkrauts geht dies Verhalten ihrer PollentrĂ€ger am Arsch, bzw. am Fruchtknoten vorbei. Sie entwickeln ihre Samen einfach durch Jungfernzeugung. Parthenogenese nennt man das. Wie das funktioniert will ich und brauch ich nicht zu wissen. Dumm zu sterben macht manchmal glĂŒcklicher. Aus der Vergangenheit wird erzĂ€hlt, dass bei der frĂŒheren Beweidung in Wald und Flur, empfindliches Weidevieh plötzlich rot pinkelte, oder ihre Milch sich blau fĂ€rbte. Da sind dann die BingelkrĂ€uter, es gibt auch noch das EinjĂ€hrige Bingelkraut / Merkuralis annua auf den Äckern, Schuld daran gewesen. Die Tiere  hatten dann einfach zuviel davon aufgefressen. Das Bingelkraut hat außerdem noch eine harntreibende Wirkung! Also Finger weg vom "Pinkelkraut"!

Weiter zu

12 Weißwurz, die Zauberpflanze

13 BlĂŒhstreifen?

14 Aronstab