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2 Sargstedter Warte / Gasthaus

3 Graue Speisemorchel

4 Birnen und Kirschen

5 Kirschen

6 Wiesenweg

6a zwei Gabelweihen

7 Veilchen

8 Tisch und Bank

9 St. Urbani Aspenstedt

10 Fr├╝hlingsfingerkraut

Seite 4 

1 Knospe des Purpurknabenkrauts

├ärgern uns ein wenig ├╝ber die zur├╝ckgelassenen tiefen Fahrspuren der Harvester die zahlreiche starke Eichen geerntet, an den Weg abgelegt haben. Bestimmt ahnten der Waldbesitzer schon, dass Notre-Dame ein Opfer der Flammen werden w├╝rde. Nun liegen sie hier, schon geschnitten und warten auf ihren Einsatz in der Franz├Âsischen Hauptstadt, auf der Insel in der Seine. Richtig licht ist der Wald geworden. Unser zerfahrener Weg wird zum h├╝bschen Pfad, verl├Ąuft bald au├čerhalb eines Gatters. Keimende Eicheln am Weg werden entdeckt. Ihre Art zu keimen, den Wurzeltrieb zur Erde, die Keimbl├Ątter zum Licht, betrachtet. Auch noch ein noch bl├╝hender Seidelbast, kurz vor der terrassierten Wiese unterhalb des Gasthaus der Sargstedter Warte, wird noch entdeckt. Hier auf der Wiese treibt schon das Purpur-Knabenkraut seinen Bl├╝tenstiel aus seiner Blattrosette. Bald ├╝bersehen das gute St├╝ck. Ein Aurorafalter mit seinen orangefarbigen Fl├╝gelspitzen umflattern uns und den vorj├Ąhrigen, winterlichen Bl├╝tenstand der Golddistel, der Gew├Âhnlichen Eberwurz.  Das ruhende Gasthaus schenken wir uns. Steigen statt dessen auf den Parallel-Weg zur Sargstedter Warte hoch. Tief eingeschnitten bringt der uns zur H├Âhe. An seinen steilen B├Âschungen finden wir noch die blauen Bl├╝ten des Leberbl├╝mchen, austreibenden schmale, gras├Ąhnliche Bl├Ątter der Graslilie, Maigl├Âckchen, den T├╝rkenbund. Der kleine Steinbruch rechts des Weges ist von Fahrspuren durchzogen. Aufger├Ąumt, gem├Ąht von B├╝schen entfernt liegt er im Sonnenschein. Zwischen den Fahrspuren treiben Rosetten der Orchideen, das Zweiblatt ├Âffnet seine gegenst├Ąndigen Grundbl├Ątter h├Ąlt seinen Bl├╝tenstiel noch zur├╝ck. Zwischen dem Gr├╝n wird Unbekanntes entdeckt. "Was ist das denn"? "Was"? "Na, dies graue Ding hier".  Erst jetzt sehe ich die kleinen verborgenen Sch├Ątze zwischen den Reifenspuren. "Ich suche die den ganzen Tag und du findest sie! Das sind Morcheln, Graue Speisemorcheln. Die kann man essen. Sind f├╝r viele eine Delikatesse" antworte ich. Es bleibt nicht aus, sechs von ihnen wandern in den Rucksack. "Lass sie dir man schmecken" die Empfehlung der Zweiflerin.
Rast an der Sargstedter Warte. Nur der Turm bietet Sicht ins Land. Sch├Ân gemacht ist alles. Der umherliegende M├╝ll wird von uns teilweise mitgenommen der Rest, das verrottbare Zeug begraben. Bald ist wieder Aufbruch, die Wege nun verschiedenen Wanderern schon bekannt. Die Wildwiese rechts vor den alten Kirschb├Ąumen ist umgebrochen. Erdgrau liegen die Schollen im Sonnenschein. Ein ganz fr├╝her Schwalbenschwanz, der seine umgebrochene Heimat sucht umflattert  uns, Setzt sich auf die braune Krume, scheut unsere Fotoapparate. Der dunkle schnelle Flieger der uns mit ihm umflattert, der Distelfalter, will auch nicht auf Bild. Statt sich von seinem weiten Flug ├╝ber die Alpen hier im warmer Fr├╝hlingssonne auszuruhen, treibt es ihn noch weiter in den Norden. Schwenke noch einmal hoch auf den vorgelagerten Kleiberg mit seinen vielen Himmelsschl├╝sselchen. Teilweise haben sie sich in den verbuschenden Wiesenstreifen zur├╝ckgezogen. Den alten Kirschen hat der Frost ihre wei├če Bl├╝tenpracht genommen. Nur weiter hinten, strahlt wei├č und m├Ąchtig, ein gro├čer Birnbaum zu uns her├╝ber. Auf der n├Ąchsten Anh├Âhe hinter der Schutzh├╝tte biegen wir rechts ab in den Bl├╝tenschatten der Kirschen. Tuffs von langstieligen Himmelsschl├╝sseln leuchten her├╝ber.  Kleine selbstgezimmerte Aussichtsb├Ąnke laden zur Rast. Werden nicht mehr von uns genutzt. Es wird schneller gegangen. Das Auto, die Heimat ruft. Der Helm von St. Urbani kommt in Sicht. Noch einmal Fr├╝hlingsfingerkraut, dicke Tuffs von Erdrauch am Warberg. Abbl├╝hende Kirschen, in voller wei├čer Pracht die Birnen. Ein Hund hinter dem ersten Zaun links am Weg verbellt uns. Der Wendeplatz am Beginn unserer kleinen Reise hat uns wieder. M├Âchte noch gern die Geschichte des vor uns stehenden alten, mit Kalksteinen gemauerten Wohnhaus, dem ehemalige Jagdhaus des Halberst├Ądter Domherr Freiherr von Spiegel  zu erz├Ąhlen, doch die geht in der ausbrechenden Verabschiedungshektik  verloren. Heidi meldet sich noch: "War sch├Ân, das waren aber nur 12 km die wir gewandert sind. 18 km steht im Programm". "Die fehlenden 6 km h├Ąnge ich beim n├Ąchsten Mal dran" vertr├Âste ich sie. Der Entschluss das Benediktiner Kloster Huysburg auszulassen ist  schon in der Vergessenheit verschwunden. Bestimmt w├╝rden dann auch noch 700 m der Wanderstrecke fehlen. Die beschissenen Handys und andere Wegstrecken Messger├Ąte! In die Tonne k├Ânnte ich die treten. Den, der die Dinger erfunden hat gleich mit! Bringen die Biester doch nur Unruhe und Streit. Habe noch nie zwei gleiche Ger├Ąte, die an verschiedenen K├Ârpern auf dem selben Wege durch die Gegend getragen wurden, mit Gleichgang am Ende der Strecke erlebt. Eins schummelte immer!

Einen Tag sp├Ąter schreibt mir Heidi:
Es war wieder eine wundersch├Âne Wanderung! Wie haben die Morcheln geschmeckt? Euch beiden (sie meint mich und meine Liebe) noch einen sch├Ânen restlichen Ostermontag. Gru├č Heidi   
Anhang 6 Bilder.

Meine Antwort:
Unsere K├╝che war eingeh├╝llt in Morchelduft. In zwei Pfannen, eine mit Morcheln, die Zweite, mit zwei, zu je in vier Scheiben geschnittenen rohen Kartoffeln; alles in Butter, die Kartoffeln beidseitig gebraten, mit Salz und Pfeffer gew├╝rzt, so bereitete ich unser Abendessen. Nachdem wir unsere kleinen Portionen auf unserer Terrasse verzehrt hatten bemerkte Rita spitz: " Es duftet besser als als es schmeckt. Viel zu kross gebraten. Deine Kartoffeln aber Spitze!.
Wenigsten ein kleiner Trost.
Sch├Âne Bilder hast Du mir geschickt. Besonders gut getroffen finde ich den Erdrauch. Danke und viele Gr├╝├če.  


Otto Pake

12 Erdrauch

13 Kirschen und Birnen

14 altes Jagdhaus an der Wendeschleife

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