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2 Wurzelkr├Ąfte

3 Millimeterstreifen

4 Gartengrundst├╝ck

5 wei├čer Weg

6 oberhalb von Sargstedt

7 in der Feldmark

8 am Waldrand

9 Kreuzstein

10 Blaurote Steinsame

11 Fr├╝hlingsplatterbse

12 keimende Eichel

Seite 3 

1 Hofblick

Endlich sind die Zweifel verflogen, fliegt die Gewissheit, es ist die Kornelkirsche, in meinen Kopf.  
├ťber die steilen Treppenstufen verlassen wie den Kirchenh├╝gel. Betrachten das Ehrenmal, einzelne Grabstelen, die Wuchskraft der bestimmt 200 j├Ąhrigen starken Linde hart an der umfassenden St├╝tzmauer. Die Kraft ihrer Wurzeln sprengt die Fugen zwischen den Kalksteinen, rei├čt tiefe Rillen in den Steinverbund. Etwas schelmisch wirkt der kleine angeheftete Plastikstreifen der das Auseinanderdriften der Kirchhofmauer messen soll. Hier f├Ąllt es schwer richtig zu handeln. Schade w├Ąre es wenn so eine alte dominierende Linde im Dorf verschwinden w├╝rde. W├╝nsche den Damen und Herren, die ├╝ber Linde und Mauer entscheiden werden m├╝ssen, kluge Gedanken und noch eine bessere Umsetzung derer.  
Verlassen sind die Dorfstra├čen, wie schlafend wirkt der Ort. Ein kleiner Pfad den ich schon lange kenne f├╝hrt hinter dem Friedhof entlang zu einem kleinen eingez├Ąunten wunderbaren kleinen Garten. Dieser verschwiegene Weg ist mir lieb, also f├╝hre ich meine Wandertruppe dort entlang. Auf der H├Ąlfte der Strecke schwenkt der Pfad jetzt aber ab und f├╝hrt auf den Friedhof. Macht nichts, ein Friedhof zeugt vom Charakter des Ortes, seiner Einwohner und der und die sind allemal einem ehrenden Gedanken wehrt. Auf alte aufgegebene verwilderte Gr├Ąber treffen wir zuerst. Dann Gepflegte der Neuzeit. An der ├Ąu├čersten nord├Âstlichen Ecke, ein ganz neues mit Bossensteinen eingefasstes gr├╝nes Viereck. Die Ruhest├Ątte der Anonymen, der wie ich sie nenne, der Verscharrten, der Vergessenen. Hier geht, wie meist in den St├Ądten ├╝blich, der Geldbeutel vor dem Anged├Ąchtnis. Hier wird die Deutsche Friedhofskultur gleich mit beerdigt. Zeitenwandel! Daf├╝r steht nun ein neuer Zaun am Ausgang des Friedhofs. Da ein Zaun auch ein Tor braucht, ist auch ein Tor eingebaut. Es hat zwei Fl├╝gel zum ├ľffnen. Der eine Fl├╝gel tr├Ągt ein Schloss und wo ein Schloss ist ist auch ein Schl├╝ssel mit dem man das Tor verschlie├čen kann. So ist es richtig, dass das Tor auch verschlossen wird. So stehen wir nun vor dem Verschlossenen und k├Ânnen den anvisierten Garten vom Friedhof aus betrachten. Machen wir aber nicht lange. Der tolle neue Zaun endet abrupt in der Hecke die den Friedhof nach Westen einheckt. Durch die Hecke f├╝hrt der Trampelpfad weiter. Wir sind dort wo wir hinwollen. Fr├╝hlingshaft hergerichtet warten die Beete auf ihre Einsaat, der Bepflanzung. In der N├Ârdlichen Ecke ein kleines schon bl├╝hendes Staudenbeet aus dem der Doronicum, die Gemswurz herrlich gelb her├╝ber leuchtet Ein wundersames Gartenh├Ąuschen macht den Garten vollkommen. Idyllisch zieht der kalk-helle Feldweg sich zur H├Âhe des "Langer Berg" hinauf. Auf der Kuppe, vor dem noch sachte schwelenden, sonst verloschen Osterfeuer wird Rast-, Essen-, und Trinkpause gemacht. Ein aussichtsreicher Blick auf Halberstadt, den Spiegelsbergen, dem Hoppelberg. Neben uns bl├╝hende Adonis, gr├╝ne Felder, bl├╝hende Hecken. Ein Anruf unser Verlorengegangenen. Ihr Auto ist wieder perfekt, sie auf der Heimfahrt.
Selten wird so eine lange Pause von mir bei den Wanderungen eingelegt. Diesmal bin nicht ich es, der auf ein Weiter dr├Ąngelt, das kommt von einem der Wanderer. Der ist am Abend schon wieder vergeben. Also werden die Knie wieder gestreckt der Rucksack aufgeschwungen und weiter geht es durch die Felder dem bewaldeten Huy entgegen. Hart hat aus dem Getreidefeld der Einkeimbl├Ąttrigen, die Pestizidspritze die Zweikeimbl├Ąttrigen Pflanzen aussortiert. Nur ein paar Widerspenstige, aus der Sicht des Landwirts, sind ├╝ber geblieben, haben der Spritzbr├╝he getrotzt. Immer fallen herrliche Worte von Insektenfreundlichkeit und Umweltbewusstsein. Ein f├╝nf, zehn Meter breiter ungespritzter Ackerrandstreifen neben den Feldwegen, w├╝rde den Willen, die Einsicht der Landwirte entschiedener dokumentieren als alle Worte!  Einschlie├člich der Einsaat eines gef├Ârderten Bl├╝hstreifen, der lediglich mit seinem Bl├╝hen der bodenfremden Pflanzenarten vort├Ąuscht, umweltfreundlich zu sein. Noch ruhen in den B├Âden Samen der nat├╝rlich vorkommenden Vegetation. Gebt ihnen ihre Chance und es wird wieder summen und brummen. Rebhuhn, Fasan, Lerche, Hase, Igel und die vielen Anderen halbwegs verloren gegangenen, wieder zur├╝ck bringen. Gebt unserer nat├╝rlichen Vegetation die durch die intensive Landwirtschaft, dem Erfolgsdruck der Bewirtschafter, in eine Kriese gespritzt wurde ihre Chance zur├╝ck! Noch finden wir sie, die Ackerstiefm├╝tterchen, das Ackerhornkraut, die Rote Schuppenmiere, den Erdrauch, die gelben und wei├čen Bl├╝ten der Kreuzbl├╝tlerarten, die Wolfsmilch- und der Hahnenfu├čgew├Ąchse mit ihren Sommeradonis, dem Acker-Rittersporn, den Doldenbl├╝tlern mit Venuskamm und Sichelm├Âhre und was sich sonst noch so alles rumtreibt, nur darauf wartet, wachsen zu d├╝rfen!
"Wei├čt du, dass wir erst 6 km gelaufen sind? Willst du noch zur Huysburg"? Eine, zwei Zwischenfragen. "K├Ânnen wir, wenn gew├╝nscht. Doch wollen wir uns das antun, aus dieser ruhigen Idylle, vom Gesang der Lerchen, in den L├Ąrm der Ausfl├╝gler wechseln"? Wir wollen nicht und so wird der "Kreuzstein" zwischen Stein- und Spechtsberg am Waldrand des Huy, zu unserem ├Âstlichsten Wendepunkt. Hier entdecken wir im Geb├╝sch die erste bl├╝henden Blaurote Steinsame, Fr├╝hlings Platterbse, Maigl├Âckchen mit treiben Knospen. Wundern uns ├╝ber mit Stecknadeln angeheftete Herzen, Sterne, Buchstaben an B├Ąumen und Baumst├╝mpfen.

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13 bl├╝hender Seidelbast

14 vorj├Ąhrige Golddistel

15 Cornus mas am Turm von St.Stephani