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2 was kann sch├Âner sein?

3 nat├╝rlicher Mauerschmuck

4 heimlicher Gartenblick

5 Dorfkirche Sargstedt

6 St. Stephani

7 Kirchenstieg

8 Mittagssonne

9 Denkmal

10 Tr├Ąnende Herzen

11 der goldene Igel der Kornelkirsche

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1 Zimbelkraut

Gegen├╝ber herrscht das Chaos  von Aleppo. Etwas weiter auf der Gegenseite eine bunte Holzschnitzel-Gartenlandschaft.  Die, wird ein Haus weiter, wiederum noch ├╝bertroffen von eingestreuten Nippes-Figuren auf roten Holzschnitzeluntergrund, etwas erhoben in einem Kalksteinm├Ąuerchen neben der M├╝lltonne. Ein an Zahnschmerz grenzendes Superidyll! Dann ein wunderbar verwilderter Garten. Gr├╝ne Bl├Ątter der Herbstzeitlose, Kaiserkronen, Narzissen, Tulpen, Tr├Ąnende Herzen und Bergenien und alles was man sonst im Fr├╝hjahr zu finden sucht, dominiert hier.  Ein Garten den die Insekten lieben, w├Ąhrend sie in den vorangegangenen Hunger leiden. Bestimmt ├╝berfliegen sie diese im R├╝ckenflug um das Elend nicht ansehen zu m├╝ssen.

Auf meiner Vorwanderung mit Rita, schlenderten wir durch den alten Ort. Schauten ├╝ber manche Mauer in die verdeckten G├Ąrten von Sargstedt. Sind beeindruckt von den alten Mauern, der liebevollen, manchmal heimlichen Gestaltungen der Anwesen. Eine alte Dame mit einem Messer in der Hand kratzt traumverloren in der Mittagssonne an einer alten Mauer ihres Grundst├╝cks herum. Entfernt mit inniger Lust den Bewuchs von Mauerraute und Zimbelkraut. Schmerz durchzieht mein Herz. So etwas H├╝bsches, das Flair alter Mauern, entfernen zu m├╝ssen, begreife ich nicht. "Warum machen sie bitte so etwas" spreche ich sie an. "Das schei├č Unkraut macht mir doch die Mauer kaputt. Darum muss das weg". "Meinen sie das wirklich"? "Ich wei├č das", ihre Antwort. Bedr├Âppelt ziehen ich weiter. Rita l├Ąchelt spr├Âde.
Die m├Ąchtigen Linden auf der Kirchenmauer, die selbst ohne Bl├Ątter die Kirche St. Stephani, von hier unten kommend verdecken, lassen meinen Frust vergessen. So gewaltige B├Ąume auf einem  mauerumfassenden H├╝gel. Etwas modernisierte Steinstufen f├╝hren zur Kirchent├╝r. Beim Suchen einer perfekten Kirchturmaufnahme wandere ich entlang der Kirchenmauer, vorbei an m├Ąchtigen Eiben, finde "meinen Blick" zum Kirchturm. Ein links davor stehendes Kriegerdenkmal kommt mit aufs Bild. Ebenso der, hier gr├╝n gestrichene, in Arbeit befindliche Stakettenzaun. Die Pforte zur Kirche, nun ebenerdig mit der Dorfstra├če, wird von einem keifenden Mops bewacht. Sein schrilles Gekl├Ąff aus seiner stumpfen Schnauze lockt seine Besitzerin hervor. Die schnappt sich das kleine Unget├╝m, tr├Ągt den Widerspenstigen ohne weitere Worte in den Hof. Nach dem ├ľffnen der Pforte werden wir viel freundlicher, mit Kanarienvogelgesang, begr├╝├čt.
├ťber den Zaun des keifendes Mopses winken uns die Bl├╝tenrispen des Tr├Ąnenden Herzens zu. Ein kleiner Baum vor dem Kirchenfenster macht es mir schwer. Er ist ├╝ber und ├╝ber besetzt mit stachligen verbl├╝hten Bl├╝ten. Noch nie gesehen so ein kleines B├Ąumchen und mir doch irgendwie bekannt. Ich breche einen Triebchen ab. Frage den ankommenden Eiermann, der Eier vom "Mopshof" ins Auto packt: "Bitte, wissen sie was das f├╝r ein Baum ist"?  "Wei├č ich nicht. Bestimmt die Gerda" und zeigt auf die eben verschwundene Mopsbesitzerin. Der Eiermann geht zu ihr. Die wei├č es aber auch auch nicht. "Der Opa wei├č das". Der Opa wird gesucht. Wir warten. Leider wei├č Opa das auch nicht. So demmeln wir beide, weiterhin ahnungslos, davon. Weit in meinen hintersten, dunklen  Gehirnwindungen,  die sich mir einfach nicht ├Âffnen wollen, da lauert die L├Âsung. Ich kenne dich!

Zu diesem Baum an der Kirche St. Stephani steht mein Sinn, mein n├Ąchstes Ziel. Es wird, es muss sich um die Kornelkirsche / Cornus mas handeln. Jetzt werden die Bl├Ątter gr├Â├čer sein. Bestimmt werde ich die L├Âsung finden. So wandern wir gemeinsam, fast wie zuf├Ąllig zur Kirche St. Stephani. Kein Mops kl├Ąfft. Die Kanarienv├Âgel singen, das Tr├Ąnende Herz winkt wie letztens, die sich entwickelnden Bl├Ątter des Unbekannten nur bedeutungslos gr├Â├čer. Niemand unserer Gruppe kennt ihn. Nur: "Wenn du den nicht kennst"! Orgelmusik schallt aus der Kirche. Die Kircht├╝r ├Âffnet sich. Der Pastor mit einer alten Dame dr├Ąngeln nach drau├čen. "M├Âchten sie die Kirche besuchen" schallt es aus dem Mund der alten Dame. "Bestimmt. Kommen sie ruhig herein und schauen sich alles an. Bitte". Schon hat sich unser Schwarm in der Kirche verteilt. Die alte Dame mich sozusagen bei der Hand genommen. "Hier sehen sie unsere neue K├╝che. Die ist erst Heute fertig geworden. Nun, dass sehen sie ja, ist unser kirchlicher Feierabendraum perfekt. Sehen sie, wir haben hier, (sie hat mich hinter die gl├Ąserne Wand gezogen die den Kirchenraum teilt,) uns einen Versammlungsraum, der im Dorfe fehlt, eingerichtet. Alles ist wunderbar geworden oder etwa nicht. Wir haben einfach die letzten Kirchenb├Ąnke heraus genommen und so unseren abgeschlossenen Raum erhalten.Gef├Ąllt es ihnen"? Was soll man da antworten. Sch├Ân ist die Kirche wirklich, ob nun mit oder ohne Glaswand. Es wird fotografiert, mit dem Pastor, der als Aushilfe eingesprungen ist getratscht, die Orgel, deren Pfeifen in einem geschnitzten Holzkasten verborgen sind, bewundert. Der ganze Trubel, den wir hier unten im Kirchenschiff veranstalten, wird von der Organistin einfach ├╝bert├Ânt. Unbeeindruckt l├Ąsst sie die Orgelpfeifen erklingen, begleitet mit ihrem Spiel unsere Gespr├Ąche. H├Ąndesch├╝tteln beim Abschied der Ruf des Pastors hoch zur Organistin: "Bin gleich bei ihnen". Die alte Dame, immer noch an meiner Seite, die muss es wissen. Frage: "Bitte was f├╝r ein Baum steht vor dem Fenster ihrer Kirchen-K├╝che, dem Versammlungsraum"? "Ich wu├čte es schon einmal. Die Hilde wei├č es genau, sie ist heute leider nicht da. Er bl├╝ht ganz zeitig, tr├Ągt zum Herbst l├Ąngliche, essbare s├Ąuerliche rote Fr├╝chte mit einem Kern. Der Name ist mir aber entfallen".

Weiter zu

12 im dichten Reigen am Zweig

13 vor St. Stephani / Sargstedt

14 Kanzel ├╝ber dem Altar

15 Orgel ├╝ber der K├╝che

16 Ehrenmal

17 trauernder Engel