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2 Blick auf den Wartenberg

3 Feld-Ahorn

4 Pfaffenh√ľtchen

5 Gemeiner Weißdorn

6 Salbei-Gamander

7 Rote Lichtnelke

8 Schmalblättrige Greißkraut

9 Hexeneiche

10 Birken unter Weymouthkiefern

Heinisches Bruch / Wendischweh 

Ein Spaziergang Anfang August 18 . 

1 Nordhang Butterberg

2019.03.31.

Gestern zog der √Ąrger durch meinen Kopf. Die Wiese am Butterberg ist Opfer des Pflugschar geworden. Mit einem gro√üer Trecker als Schlepper, hat ein Landwirt den Eisenstachel durch die Wiese gezogen, die Grasnabe umgekippt. Nun hei√üt es warten was aus der umgepfl√ľgten bl√ľtenreichen Wiese werden wird. Ob sie wirtschaftlich genutzt, neu einges√§t oder ganz und gar als Ackerland umgewandelt wird. Erst einmal ist ihre nat√ľrliche Flora zerst√∂rt.
Was wird aus Witwenblume, Wundklee, der Tauben-Skabiose, der Wiesen-, der Skabiosen-Flockenblume, dem kleinen sich entwickelten Bestand der Bienenragwurz der sonstigen, Bienen und Falter anlockenden Bl√ľten?
Polterig, in grober Scholle, graubraun mit gr√ľnen Streifen durchzogen liegt sie auf ihrem Gesicht, recken sich Gras- und Bl√ľtenpflanzenwurzel zum Himmel, liegen abgerissenen, von der Seite eingewachsene Baumwurzeln, hochgepfl√ľgte Kalksandsteine an der Oberfl√§che. Ein elendiger Anblick der schmerzend in mein Herz dringt.
Heute will ich mich nicht wieder dar√ľber √§rgern und lenke meine Schritte zum Heinischen Bruch. Steige √ľber den Abbenroderstieg, der heutigen Bad Harzburger Rodelwiese, vom Butterberg herunter. Im Sonnenschein breitet sich das N√∂rdliche Harzer Vorland vor mir aus. Hinter dem Harly, dem N√∂rdlichen Abschluss der Ebene zwischen Oker und Ecker steigt kerzengerade die Dampfs√§ule des Schornsteins der Zuckerfabrik Schladen, in den mit Schleierw√∂lkchen und Kondensstreifen der Flieger, leicht bedeckten Himmel. Angeherbstet, in bunter Bl√§tterpracht die ersten B√§ume und Geb√ľsche der Feldraine und W√§lder. √úber den Bergen des Harzes ziehen graue Wolken. Gelb sind schon die Bl√§tter des Feldahorns. Die rosenroten Samenkapseln an schon blattlosem Zweigen der Pfaffenh√ľtchen sind aufgeplatzt, zeigen ihren orangen Samen. Auch die mehligen roten Fr√ľchte des Gemeinen Wei√üdorn bieten sich als Vogelfutter an, wollen ihre Samenk√∂rner in die Landschaft, zu anderen Wuchs-und Standorten tragen lassen. Harzige, lange Weymouth-Kiefernzapfen liegen im gelben Gras unter den hohen St√§mmen ihrer M√ľtter.  Vertrocknete kahle, braune, verbl√ľhte einseitswendige Scheintrauben, des noch im fleckigen Gr√ľn auf den Winter wartenden Salbei-Gamander /Teucrium scodonia, bestimmen das steile, trockene Ufer des Kattenbachs. Eine einsame rote Bl√ľte der Roten Lichtnelke erinnert noch an den Sommer, w√§hrend das Schmalbl√§ttrige Grei√ükraut / Senecio inaequidens noch in Hochform seine gelben Bl√ľten pr√§sentiert. Der Gew√∂hnliche Beifu√ü / Artemisia / vulgaris am Wege. Er wartet auf einen Sammler der seinen G√§nsebraten mit ihm w√ľrzt, die fettige Bratensauce schmackhaft und bek√∂mmlicher werden l√§sst. Die "Hexeneiche" mit ihrem √ľberdimensionierten rauen, borkigen Stamm, die bald darauf am Waldrand auftaucht, ist auch schon blattlos, hat ihre unz√§hligen Eicheln schon auf dem Boden verteilt. Schlanke wei√üe Birkenst√§mme leuchten in freundlichem vergilbten Blattgr√ľn unter den hohen, schlanken, dunklen Weymouthkiefern / Pinus strobus, die wie ein sch√ľtterer Schirm hoch √ľber den Birken im Winde schwanken. Irgendwo kreischt eine Motors√§ge. Waldarbeiter am Aufarbeiten eines gefallenen Stammes. Gleich in kurze, f√ľr den Ofen passend ges√§gte Kl√∂tze geschnitten, landet der Gefallene auf einem Anh√§nger. √úber allen diesem Tun schimpfen hoch oben aufgeregt kreisend ein paar Rabenkr√§hen. Still und unscheinbar lassen die hakeligen Fr√ľchte der Klette / Arctium die Aufregung, den L√§rm √ľber sich hinweg ziehen. Sie warten auf Jemanden der vorbei kommt an den sie sich anh√§ngen k√∂nnen. Egal ob Jacke oder Fell, alles was Halt bietet wird genommen, Hauptsache man kann auf ein Reise gehen, sei das Ziel auch in weiter unbestimmter Ferne. Nur weg von der Heimat lautet ihr einprogrammiertes Wander-Gen. Der Ufer-Wolfstrapp / Lyopus europaeus in seiner feuchten, nasse Senke hatte es bestimmt schwer in diesem trockenen Sommer. Seine Samen schickt auch er auf Reise. Nicht durch Felle oder Jacken oder Hosen, nein er vertraut seinen Samen dem Wasser an. Schwimmausbreitung nennt man das. Doch damit nicht genug, eine Portion Klebstoff haben sie mit an Bord. Am Gefieder der Wasserv√∂gel haften sie an und kommen so von Graben zu Graben, von Teich zu Teich, von Wasserloch zu Wasserloch. So sage nur noch einer die Pflanzen h√§tten keinen Verstand. Den haben sie bestimmt! Nur wo der sich im Pflanzenk√∂rper versteckt, das halten sie uns verborgen. Was wiederum darauf hinweist wie √ľberlegen sie uns sind.

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11 in Lauerstellung

12 Weymouthkieferstämme warten auf den LKW

13 Ufer-Wolfstrapp

14 Harvesterschneise