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Ein Spaziergang am 3. Februar 2014: 

1 Violetter Lederporling

Die Berge haben sich eingeh├╝llt, verstecken ihre Schneereste hinter Nebelschleiern. Die Wintersonne versucht hoffnungsvoll die Schleier aufzul├Âsen. Voller Zuversicht, dass ihr das gelingt, mache ich mich auf. Steige ├╝ber den Resiweg hoch zum Diaskop. Betrachte im Vor├╝bergehen aus dem braunen Buchenlaub dr├Ąngende erste gr├╝ne Bl├Ątter des Aronstabs, an einem Buchenstumpf den Violetten Lederporling. Der schwarze Rabe auf der abgebrochenen Fichte fliegt nicht weg. Ein Schelm hat einen h├Âlzernen Raben in Szene gesetzt. Die Lappige Lepraflechte ├╝berzieht den Boden am Stammfu├č der Fichten und Kiefern in dichten kugeligen Polstern. Ein paar den Winter ├╝berdauernde Pilze dazwischen, sie erweisen sich als Zinnoberroter Buchen-G├╝rtelfu├č. Der zeigt, dass einmal Buchen da gewesen sind, ihr altes  Wurzelwerk noch im Boden vorhanden ist. Beim Diaskop eine neue Bank. Der gegen├╝ber liegende Gro├če Burgberg im winterlichen Grau seiner Buchen, Eschen, des Ahorn. Der Blick durch das Diaskop zeigt wie einmal die Burg Heinrichs des IV auf dem Berg thronte. Ein sommerliches Bild von Berg und Burg. Es passt nicht so ganz in die graue Winterlandschaft. Macht nichts, denn alles nur Fiktion! Real schaut vom Plateau der noch nicht fertige Neubau des Burgberg-Logiergasthauses,  der gelbe verbliebene Kasten des Untergeschosses des abgerissenen "Schweizer Hauses", so nenne ich die desolate vergangene Kneipe hier oben und die Canossas├Ąule, durch die blattlosen hohen Laubb├Ąume, herunter.
Liegende mit Trompetenflechten ├╝berzogene Buchenst├Ąmme, knorrige alte Buchen, umgeben von einem Meer der Breitbl├Ąttrigen Hainsimse. Zwischen dem gr├╝nen Bl├Ąttermeer der Hainsimse, steht junger Buchennachwuchs noch im alten braunen Laub  des vergangenen Jahres, ├╝berragt von silberst├Ąmmigen schlanken Buchenst├Ąmmen,  begleiten mich auf dem Weiterweg in das Krodotal. Eine Felswand mit vielen waagerecht verlaufenden Gesteinsschichten links des Weges. Scharfkantige Felsriegel weiter oben am steilen  Berghang. Wahrscheinlich zum Acker-Bruchbergquarzit  geh├Ârend, der vom Brockengranit, in seiner hei├čen Phase, im Gebiet um Torfhaus aufgel├Âst wurde, dort verschwindet, hier unter anderen Namen wie Kammquarzit, Ilsenburgquarzit, wieder auftaucht. Ich sage wahrscheinlich, bin ich doch kein Geologe. Kenner unterscheiden die Gesteinsarten spielend, sprechen von umgewandelten Wissenbacher Schiefer, von Hornfels. Bei mir ist in der Regel alles was kantig ist, zur aufsteigenden hei├čen Granitschmelze Kontakt hatte und was ich nicht so richtig kenne, Grauwacke, graue "Wackersteine". Zwischen diesen vielen Wackersteinen w├Ąchst eine gro├če Zahl verschiedener Moose. Das Gemeine Widertonmoos, Schlafmoos, Gl├Ąnzendes Hookermoos, Aloe-Filzm├╝tzenmoos und andere Arten die ich nicht ansprechen kann. Zu gro├č ist die winzig kleine, meist nur mit der Lupe zu bestimmende Familie der Laubmoose, von den Lebermoosen ganz zu schweigen. Im Krodotal vom leichten Schnee eingerahmte Wohnh├Ąuser, die von Gr├╝nspan ├╝berzogene Turmspitze der Bugenhagenkapelle der Heiligen Schwestern, dem Diakonissen Mutterhaus. Unser Krankenhaus, in sonniger Lage vorm Butterberg, wird heran gezoomt. Von hier, dem im Winterschatten der Berge liegenden Krodotal, geht es hoch zum Kleinen Burgberg, ins Reich der Flechten. Der Acker-Bruchbergquarzit in seiner verwandelten Form hat hier das Sagen. Stimmt nicht ganz, das Sagen ├╝bernimmt eine bunte Flechtengesellschaft die den Aussichtsfelsen ├╝berzieht. Hier k├Ânnen sich Flechtenliebhaber auslassen. Hier ist von Nabelflechten bis Mauer- und Erdflechten allerhand vertreten.

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9 Jungbuchen

10 Gl├Ąnzendes Hookermoos

11 Wackersteine