WillkommenWanderungenWanderstreckenGasth├ĄuserServiceKontakt

Seite 3 

1 Spiegelungen im

 Hier auf der Kuppe des Sachsenberges ist schon immer etwas los gewesen. Teilweise kann man es auf der Tafel nachlesen. Wer sich etwas M├╝he gibt, kann den Erdwall der alten Sachsen die hier lagerten, noch entdecken. Doch auch neuere Geschichten haben sich hier abgespielt. Nicht nur, dass hier einmal zur Belustigung ein h├Âlzerner Aussichtsturm des Harzklubs stand und wieder verschwand. Nein, auch die Rotbuche die eingegattert das Hinweisschild des Sachsenaufstand tr├Ągt hat ihre besondere kleine Geschichte: Als der Borkenk├Ąfer den Harz fand, zog er auch hier auf dem Sachsenberg ein. Der Forstmeister, auf der Hut, schnitt die Borkenk├Ąferfichtenheimat ab. Erntemaschinen zogen sie aus dem Wald, von der Kuppe zum Lagerplatz. Dabei musste die kleine Rotbuche Federn lassen, geriet unter die dicken Reifen der Zugmaschine. Platt wie eine Flunder, noch ein wenig ausgefranster, von ihren Seiten├Ąsten weitgehend befreit, lag sie dem Tode geweiht da. Das sah Horst, unser damaliger Chef vom Burgbergverein. Der mobilisierte  nicht nur einen Flaschenzug sondern auch noch ein paar Helfer. Gemeinsam wurde die Gefallene unter ├Ąu├čerster Vorsicht, dass ja keine Wurzel zuviel abriss, angehoben, unterf├╝ttert, angehoben wieder unterf├╝ttert, festgetreten, mit einem umherliegenden Birkenstamm aus der stabilen Seitenlage in die Senkrechte gebracht. Verbliebene Hohlr├Ąume im Wurzelbereich mit Erde verf├╝llt, angegossen. "Das wird nie was. Pflanzt lieber eine Neue" so sprach der Forstmeister Horst an. Da wusste er noch nichts von dem starken ├ťberlebenswillen der Buche, der Energie die Horst befl├╝gelte. Der schleppte Wasser in Flasche und Blase herbei, entleerte beides im Wurzelbereich der Aufgerichteten. Dankbar genoss sie seine Pflege und wuchs z├╝gig zu ihrer heutigen St├Ąrke heran. Die dicksten Steine, die wir hier oben auf dem Sachsenberg finden konnten, schleppten, rollten, zerrten wir, zu einem Steinkreis gelegt, unter ihre Traufe um sie vor weiteren Gummireifen zu sch├╝tzen. Bauten eine kleine Lagerfeuerstelle etwas entfernt von ihr, damit auch der unbedarfteste P├Âsterer nicht seine unter ihrer Traufe anz├╝ndete. Widmeten ihr bei einer Brotzeit, einem Schluck Sekt, wilden Spr├╝chen, ein ├ťberlebensgedenken. Alles das hat gewirkt, sie dankt es mit Wachstum und Sch├Ânheit. Nun haben auch andere Steinsammler und K├╝nstler diesen Platz entdeckt. Zahlreiche gro├če, mittlere und kleine Steinm├Ąnnchen, aufgestellt auf unseren Steinkreiswackern, zeugen von ihrer Beliebtheit. Heute schleichen still und feucht Nebelschleier ├╝ber diese geschichtlich, geschichtenreichen H├Âhe, verwischen  schemenhaft die Vergangenheit mit der Gegenwart  im fahlem D├Ąmmer der Fichtenzweige. Am Platz 4, dem Himmelsloch hat uns die Gegenwart wieder. Eine Entscheidung wird uns abgefordert. Nach links, der Truppe des Besinnungsweges entgegen, mit dem ganzen bestimmt eintreffenden Palaver, oder rechts absteigend zur S├Ąperstelle. Rita entscheidet sich f├╝r rechts. Ein letzter Gru├č zum v├Âllig verharzten Besinnungswegweiser rechts an der Fichte. Die glaubt wohl einen erneuten Borkenk├Ąfer trotzen zu m├╝ssen. Ist aber nur das angenagelte Brett das ihr schmerzt, sie mit ihrem gesteigerten  Harzfluss vernichten will. Ein Borkenk├Ąfer w├Ąre schon lange abgesoffen unter der klebrigen Br├╝he, das Holzschild nimmt's gelassen. Auf der S├Ąperstelle kann man die ankommenden Gondeln der Seilbahnfahrer z├Ąhlen. Immer in Gondelst├Ąrke treffen Wanderer ein, verteilen sich hier in Richtung Kreuz des Deutschen Ostens, zur Rabenklippe, zum Molkenhaus auf dem Kaiserweg oder nur um ins Kaltetal zu gelangen um von dort nach Bad Harzburg zur├╝ck zu wandern. Letzteres ist unser Gedanke. Am Wegrand haben die Heidelbeeren ihre Bl├Ątter verloren. Grasgr├╝ne kantige Zweige des Halbstrauches bestimmen den Waldboden. Zwischen blassgr├╝nen Flechtenpolster der Trompetenflechte versucht die Besenheide ihr Lebensgl├╝ck. Ein starker L├Ąrchenstamm ist ├╝ber und ├╝ber mit der Bandartigen Blasenflechte ├╝berzogen, seine Borke verbirgt sich unter dem Silberschleier der Blattlappen der Flechte. Ein bizarrer Waldgnom eines toten rindenlosen Fichtenstamms betrachtet die diffuse Nebelszenerie. Der heimliche kleine Teich links neben dem Weg, meist ├╝bersehen, bietet in seinem dunklen Wasser Spiegelungen der Superlative. Das Schwarz der Erlen, das Gr├╝n der Fichten, das Braun der kleinen noch im Laub stehender Buchen, im Widerspiegel des hellen Himmelsnebel. Bilder der Wassertropfen an Fichtennadeln, an Buchenzweigen  nehmen uns mit in die Tristes des letzten Tag des Jahres.

Weiter zu