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2 Reusch Teich

3 Dunst zwischen den Bäumen

4 Fichtennadeln,

5 Buchenzweige mit

6 Wassertropfen

7 Kurzbüchsenmoos mit

8 Gemeinem Wurzelschwamm

9 Talwächter-Fichte

Seite 3 

1 Spiegelungen im

 Hier auf der Kuppe des Sachsenberges ist schon immer etwas los gewesen. Teilweise kann man es auf der Tafel nachlesen. Wer sich etwas Mühe gibt, kann den Erdwall der alten Sachsen die hier lagerten, noch entdecken. Doch auch neuere Geschichten haben sich hier abgespielt. Nicht nur, dass hier einmal zur Belustigung ein hölzerner Aussichtsturm des Harzklubs stand und wieder verschwand. Nein, auch die Rotbuche die eingegattert das Hinweisschild des Sachsenaufstand trägt hat ihre besondere kleine Geschichte: Als der Borkenkäfer den Harz fand, zog er auch hier auf dem Sachsenberg ein. Der Forstmeister, auf der Hut, schnitt die Borkenkäferfichtenheimat ab. Erntemaschinen zogen sie aus dem Wald, von der Kuppe zum Lagerplatz. Dabei musste die kleine Rotbuche Federn lassen, geriet unter die dicken Reifen der Zugmaschine. Platt wie eine Flunder, noch ein wenig ausgefranster, von ihren Seitenästen weitgehend befreit, lag sie dem Tode geweiht da. Das sah Horst, unser damaliger Chef vom Burgbergverein. Der mobilisierte  nicht nur einen Flaschenzug sondern auch noch ein paar Helfer. Gemeinsam wurde die Gefallene unter äußerster Vorsicht, dass ja keine Wurzel zuviel abriss, angehoben, unterfüttert, angehoben wieder unterfüttert, festgetreten, mit einem umherliegenden Birkenstamm aus der stabilen Seitenlage in die Senkrechte gebracht. Verbliebene Hohlräume im Wurzelbereich mit Erde verfüllt, angegossen. "Das wird nie was. Pflanzt lieber eine Neue" so sprach der Forstmeister Horst an. Da wusste er noch nichts von dem starken Überlebenswillen der Buche, der Energie die Horst beflügelte. Der schleppte Wasser in Flasche und Blase herbei, entleerte beides im Wurzelbereich der Aufgerichteten. Dankbar genoss sie seine Pflege und wuchs zügig zu ihrer heutigen Stärke heran. Die dicksten Steine, die wir hier oben auf dem Sachsenberg finden konnten, schleppten, rollten, zerrten wir, zu einem Steinkreis gelegt, unter ihre Traufe um sie vor weiteren Gummireifen zu schützen. Bauten eine kleine Lagerfeuerstelle etwas entfernt von ihr, damit auch der unbedarfteste Pösterer nicht seine unter ihrer Traufe anzündete. Widmeten ihr bei einer Brotzeit, einem Schluck Sekt, wilden Sprüchen, ein Überlebensgedenken. Alles das hat gewirkt, sie dankt es mit Wachstum und Schönheit. Nun haben auch andere Steinsammler und Künstler diesen Platz entdeckt. Zahlreiche große, mittlere und kleine Steinmännchen, aufgestellt auf unseren Steinkreiswackern, zeugen von ihrer Beliebtheit. Heute schleichen still und feucht Nebelschleier über diese geschichtlich, geschichtenreichen Höhe, verwischen  schemenhaft die Vergangenheit mit der Gegenwart  im fahlem Dämmer der Fichtenzweige. Am Platz 4, dem Himmelsloch hat uns die Gegenwart wieder. Eine Entscheidung wird uns abgefordert. Nach links, der Truppe des Besinnungsweges entgegen, mit dem ganzen bestimmt eintreffenden Palaver, oder rechts absteigend zur Säperstelle. Rita entscheidet sich für rechts. Ein letzter Gruß zum völlig verharzten Besinnungswegweiser rechts an der Fichte. Die glaubt wohl einen erneuten Borkenkäfer trotzen zu müssen. Ist aber nur das angenagelte Brett das ihr schmerzt, sie mit ihrem gesteigerten  Harzfluss vernichten will. Ein Borkenkäfer wäre schon lange abgesoffen unter der klebrigen Brühe, das Holzschild nimmt's gelassen. Auf der Säperstelle kann man die ankommenden Gondeln der Seilbahnfahrer zählen. Immer in Gondelstärke treffen Wanderer ein, verteilen sich hier in Richtung Kreuz des Deutschen Ostens, zur Rabenklippe, zum Molkenhaus auf dem Kaiserweg oder nur um ins Kaltetal zu gelangen um von dort nach Bad Harzburg zurück zu wandern. Letzteres ist unser Gedanke. Am Wegrand haben die Heidelbeeren ihre Blätter verloren. Grasgrüne kantige Zweige des Halbstrauches bestimmen den Waldboden. Zwischen blassgrünen Flechtenpolster der Trompetenflechte versucht die Besenheide ihr Lebensglück. Ein starker Lärchenstamm ist über und über mit der Bandartigen Blasenflechte überzogen, seine Borke verbirgt sich unter dem Silberschleier der Blattlappen der Flechte. Ein bizarrer Waldgnom eines toten rindenlosen Fichtenstamms betrachtet die diffuse Nebelszenerie. Der heimliche kleine Teich links neben dem Weg, meist übersehen, bietet in seinem dunklen Wasser Spiegelungen der Superlative. Das Schwarz der Erlen, das Grün der Fichten, das Braun der kleinen noch im Laub stehender Buchen, im Widerspiegel des hellen Himmelsnebel. Bilder der Wassertropfen an Fichtennadeln, an Buchenzweigen  nehmen uns mit in die Tristes des letzten Tag des Jahres.

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