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2 Das Allerletzte!

3 Die umgepfl├╝gte Wiese

4 am Butterberg

5 Bis hart an den Waldsaum

6 ist die bl├╝tenreiche Wiese

7 nicht nur f├╝r Spazierg├Ąnger,

8 auch f├╝r Schmetterling und Co.,

9 erst einmal

10 verdorben!

11 Friedhof und Burgberg

November├╝berraschung. 

1 Die Allerletzte! -- Campanula persicifolia

2018.11.01.

"Hast du dir schon einmal die Wiese am Butterberg angesehen" fragt der G├╝nter. "Warum"?  "Eben verschwindet der Trecker, schau dir das einmal an". Was der G├╝nter wieder f├╝r Sorgen hat. Es ist der 1. November und obendrein noch Allerheiligen, was soll da schon passieren. Doch neugierig bin ich schon, was er mir da verschweigt.
Am 2. November mache ich mich auf den Weg um zu sehen was sich hinter den Worten G├╝nters verbirgt. Novembersonne ist angesagt. Wei├če Wolkenberge wandern von leichtem S├╝dwest geschoben ├╝ber den blauen Himmel. Ein Wetter das die Kraniche f├╝r ihren Flug in den S├╝den lieben. Doch so fr├╝h am Tag ├╝berfliegen sie uns selten, warten immer bis gegen Mittag, bis sich die Luft erw├Ąrmt hat, aufsteigt, f├╝r Aufwind sorgt f├╝r ihren Flug ├╝ber die Harzer Berge. Wenn sie dann erscheinen, drehen sie ein paar Runden, schrauben sich in die H├Âhe, trompeten sich zur Ordnung, zur Flugordnung. Wenn man nun glaubt es wird nichts mehr aus dem Wirrnis, dem wilden Trompeten der V├Âgel  eine Flugordnung herzustellen ist sie urpl├Âtzlich da. Ein Kranich ├╝bernimmt die Spitze und schon ist sie da, die "Gro├če Eins" des Kranichsflug. Manchmal l├Âst sich die erst gebildete Formation unter gro├čem Trompetengeschrei noch einmal auf, werden ein paar Flugregeln besprochen, hin und her trompetet und dann geht es weiter, mit ihrem schnellen Flug nach S├╝den. Im Nu sind sie zu P├╝nktchen am Himmel geschrumpft. Noch ab und an ein leiser werdender Trompetenschall durch die herbstliche, klare Luft. Das war's.
In einer Ritze des Kalksandstein eine letzte wei├če Bl├╝te. Die Pfirsichbl├Ąttrige Glockenblume zeigt noch einmal ihre Sch├Ânheit. Dann stehe ich an der Butterbergwiese. Grobschollig  umgepfl├╝gt liegt das Wiesenst├╝ck auf ihrem Gesicht. Bestimmt 50 Jahre Wiesenfl├Ąche liegen auf der Nase, ist Ihr Wachsen umgedreht, zeigen ihre Wurzeln nach oben. Ein Schmerz zieht durch Herz und Seele. Warum nur ist das geschehen, wird eine von den wenigen nat├╝rlichen Gr├╝nfl├Ąchen Bad Harzburgs so misshandelt. Warum ist ein Kleinod von Pflanzenreichtum umgedreht, ein Lebensraum von Insekten vernichtet? Was wird geschehen mit der umgedrehten Wiese? Soll sie zum Acker, zum Feld werden, in eine Steuobstwiese umgewandelt oder musste nur sterben weil aus irgendwelchen landwirtschaftlichen F├Ârdermitteln Kapital gezogen werden konnte? Werden wieder einmal die Interessen Einzelner, denen der Einwohner mit und ohne Hund die sich hier erfreuten, eine h├Âhere Wertigkeit gegeben? Bis hart an die gr├╝nen Heckenstr├Ąucher des Butterberg ist der Pflug gef├╝hrt worden, die Wiese umgebrochen. An der ersten Bank die am Heckenrand zur Rast einl├Ądt, ist dem, der Traktor und Pflug steuert, wohl die Erkenntnis ins Hirn gezogen, dass das was er da treibt wohl nicht ganz stimmen kann. Er l├Ąsst einen kleinen Wiesenstreifen stehen, um den Besuchern dieser Bank und der weiteren, folgenden B├Ąnke ein Hinkommen zu erm├Âglichen. Helle Wurzeln der Espen, die teilweise den Geb├╝schrand bestimmen, weit in die Wiese reichten, sind hoch gepfl├╝gt, abgerissen. Wie tote Riesenschlangen liegen sie, von hochgepfl├╝gten Kalksandsteinen, die wie eine Trauergemeinde die Verstorbene begleitet, auf den umgedrehten Grasschollen. Mein mitgenommener Stock kommt zum Einsatz. Wenn schon so viele L├Âcher in den Furchen, zwischen den mal ganz um gedrehten, mal mit der Grasnabe nach oben liegenden Schollen, offen liegen, ist so auch viel Platz f├╝r den umherliegen Schutt zu finden. Angefangen von Papiertaschent├╝chern, Getr├Ąnkeschachteln, Zigarettenkippen, eingepackte und frei umher liegende Hundekacke und sonstigen verrottbaren Abfall der an und neben den B├Ąnken umher liegt verschwindet alles in der Furche, wird unter einer Grasscholle beerdigt, begraben. Auch Grasschollen die auf dem ├╝brig gebliebenen schmalen Wiesenstreifen, in die verkehrte Richtung gefallen sind, finden mit Hilfe meines Stockes, ihren Weg zur├╝ck. Spazierg├Ąnger auf der verl├Ąngerten Goethestra├če, von oder nach Westerode, bleiben h├╝bsch artig auf dem Wiesenweg, wechseln nicht wie sonst her├╝ber zum Heckenrand. Sie scheuen, wie ihre mit gef├╝hrten Hunde, das Gepolter ├╝ber die umgedrehten Schollen. Der Verursacher dieses Gepolters, nehme ich an, kann ja herrlich mit dem Trecker umher kurven. Zum Absteigen braucht er bestimmt h├Ąusliche Hilfe, denn sonst h├Ątte er bestimmt die drei gro├čen ├äste die die "Friederike", der Sturm im Fr├╝hling, von Eiche und  Ahorn abgerissen und auf die Wiese geschleudert hat,  nicht einfach liegen gelassen. Er ist mit gro├čem fahrerrischen K├Ânnen um die herum liegenden ├äste herumgekurvt. So wie die "Friederike", wie der K├Ânner bei der Wiesenmahd im Sp├Ątsommer das auch gemacht hat, hat er h├╝bsch die ├äste  liegen gelassen. Sind alle weitergezogen, in der wagen Hoffnung dass das Aufr├Ąumen einem Untergeordneten zuf├Ąllt. Oder in Hoffnung, dass die Abgerissenen doch noch Wurzeln schlagen und wieder austreiben.
Die Wolken sind dunkler geworden, haben sich zusammengeballt, liegen grau ├╝ber den Bergen. Der Sudmerberg noch im Sonnenschein, auch die Blutbuchen am Goetheweg leuchten kr├Ąftig  in rot-gelb. Ein Sonnenstrahl hat durch das Himmelsgrau noch einen Weg zu ihnen gefunden. Der Langenberg im Wolkenschatten. Auf dem Butterbergkammweg sammeln sich braune Buchenbl├Ątter, zwischen den dunkelgr├╝nen Bl├Ąttern des Efeu segeln auf ihrem langen Blattstielen gelbe Spitzahornbl├Ątter. Wenn sie zur Erde fallen wirkt ihr Blattstiel wie ein Anker.
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12 Wolken ├╝ber Torfhaus

13 Sonnenschein ├╝ber dem Sudmerberg

14 das gelbe Spiel des Spitzahorn