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2 Reitgras

3 Grasnelke

4 Riesenkn├Âterich

5 Okerdeich

6 Prallwand

7 Str├Âmung

8 Wasser-Braunwurz

9 Wasserk├╝sel

10 Grenzdenkmal

11 Fruchtstand des Riesen-B├Ąrenklau

Seite 3 

1 Grasbulben

Bald wieder Fl├Ąchen mit dem Riesenkn├Âterich, diesmal jedoch von der durchgezogenen Schafherde total zusammengebissen. Nur noch abgenagte Str├╝nke der hohen hohlen St├Ąngel, mit wenigen frisch austreibenden Bl├Ąttern, ist von der hohen Pracht, die sich am gegen├╝ber liegenden Ufer weiter bl├╝hend hinzieht, ├╝brig geblieben. Ich bin ├╝berrascht, dass die Schafe dieses leicht s├Ąuerliche "Gem├╝se" fressen, ├╝berhaupt anr├╝hren. Vielleicht k├Ânnte man den Schafen das ├ťberhandnehmen dieser hohen, dauerhaften Stauden ├╝bertragen, statt dauernd umher zu wundern, dass der Kn├Âterich unsere einheimische Uferflora verdr├Ąngt. Wo der Kiesboden trockener ist wachsen herbstlich gelbe Gr├Ąser. Oft liegen, angeschwemmt vom Fr├╝hlingshochwasser, fein bis grobk├Ârnige Kiesel neben dem Weg. Sie sind noch weitgehend vegetationslos. Nur ein paar rundliche Grasbulben haben sich bisher eingefunden. Dahinter dominiert meterhoch das Land-Reitgras bildet in der Herbstsonne eine wiegende goldene Fl├Ąche, ├╝ber der in weiter Ferne der Brocken steht. Dann wieder glatt gefressene Grasfl├Ąchen auf dem sich nur Brombeerranken behauptet haben. Aus dem abgefressenen, von der Sonne verdorrten Gras wagt sich z├Âgernd eine Grasnelke hervor, bildet eine gr├╝ne Blattrosette, schiebt den ersten Bl├╝tenst├Ąngel. Die Schafstrifft endet. Allgegenw├Ąrtig wieder der bl├╝hende Kn├Âterich. Gegen├╝ber dem wilden Geb├╝schs des ehemaligen K├Âpperkrug, dort wo der "Wilde J├Ąger Hanns von Hackelberg" 1581 sein Leben lie├č, endet der Wiesenweg. Sein Grabstein ist in der alten Schule in W├╝lperode ausgestellt.
Ein wenig muss man suchen bis der Weiterweg gefunden ist. Erst nur eine zarte Spur durch das Gras, dann auf dem Okerdeich breiter, sichtbarer werdend, bringt der Pfad uns zum Grenzdenkmal neben der Stra├če. Es handelt sich um die Zaunreste des ehemaligen Todesstreifen, dem Kfz-Sperrgraben mit den schr├Ągstehenden Betonplatten auf westlicher Seite des Grabens. Auch hier hat die Oker am Ufer genagt, hat Kies und Erde mitgenommen auf ihrer Reise. Ihre Kurve ist ausladender geworden. Am eineinhalb Meter hohen Steilufer str├Âmt sie br├Ąunlich-klar im Sonnenschein glitzernd  schnell dahin; den gelben Bl├╝tengru├č des Jakobgreiskraut, dicht ├╝ber ihrem Wasserspiegel am Ufer, wenig beachtend. Hat sie den Wasser-Braunwurz, der ihr auch vom Fu├č des br├╝chigem Steilufer, zuwinkt ├╝berhaupt bemerkt? Zu sehr ist ihr Wasser mit sich selbst besch├Ąftigt. Bildet kleine Wellen, Strudel, Kehrwasser, tr├Ąumt von vergangener Macht und Gr├Â├če, vielleicht von der Wiederkehr und ist im Nu vorbei auf dem langen Weg zur Nordsee.
Wir queren die nun unsichtbare Landesgrenze, bleiben weiter am Ufer der Oker. Ein Trampelpfad begleitet sie, f├╝hrt bald holperig durchs Geb├╝sch. Brombeeranken, Haselzweige Waldreben und andere greifen nach Hose, Jacke, schieben die M├╝tze vom Kopf und benehmen sich nicht sehr freundlich uns gegen├╝ber. Von der "Z├Âllnerbr├╝cke", die hier die Nieders├Ąchsischen Z├Âllner auf ihren Grenz-Kontrollg├Ąngen auf die andere Seite der Oker brachte, sind nur noch die Betonpfeiler an beiden Ufer stehen geblieben. Zugewachsen, mit Schwemmgut verdeckt fristen sie ihr, nun unn├Âtiges Dasein. Der Weg wird breiter und endet mit einer geschlossenen Schranke an der Landstra├če. Wir sind vorbei geblustert am Abzweig des ehemaligen Pfad der Z├Âllner. Zur├╝ck steht nicht der Sinn, so m├╝ssen wir am Stra├čenrand, an der Ziegelei, dem Sportplatz vorbei nach Wiedelah laufen. Ein bunter putziger "Zwergengarten" begr├╝├čt uns. Queren bald die Ecker die hinter der Ziegelei in die Oker m├╝ndet, kommen wieder an ihr Ufer und wundern uns noch einmal ├╝ber unsere Schusselichkeit den Z├Âllnerpfad ├╝bersehen zu haben, kommt doch von rechts ein ausgetretener Pfad an. Stehen am gro├čen ├ťberfallwehr in Wiedelah. Es hat von seiner Gef├Ąhrlichkeit, durch einen halbherzigen R├╝ckbau, ein wenig eingeb├╝├čt. Fr├╝her mit einem gewaltigen R├╝cksog versehen pl├Ątschert sein Wasser jetzt holperig zwischen gro├čen Steinen ins Unterwasser. Ein gro├čer Walnussbaum verliert seine ersten N├╝sse. Meine Tasche wird voll. Rita schneidet f├╝r Zuhause noch ein paar Hopfenranken. So bringt jeder von uns, wie bei den  alten Germanen ├╝blich, der Mann etwas f├╝r den Tisch, die Frau, nicht nur ihre Sch├Ânheit, mit ins Heim.

Otto Pake

12 Grenzbr├╝ckenpfeiler

13 Zwergengarten

14 Wiedelaher Okerwehr

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