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Isingerode - Bad Harzburg, .. am 2015.04.15. 

1 Im Morgenlicht

2018.03.20.
Der halbe April ist schon vergangen. Der Vorfr├╝hling mit der Haselnussbl├╝te, der Schneegl├Âckchenbl├╝te ist schon durchs Land gezogen. Jetzt mit der Bl├╝te der Salweide, dem Laubaustrieb der Rosskastanie, dem wei├čem Schleier der Kirschpflaume, der Schlehe beginnt der Erstfr├╝hling. Es ist die Zeit der Sommertr├Ąume lockt, da muss man unterwegs sein, durch die ergr├╝nende Landschaften laufen. Da scheint die Sonne warm auf die Haut, der raue Wind wird milder und die Luft ist voller D├╝fte. Ich bin allein unterwegs. Wandere von Isingerode nach Bad Harzburg. Am Itschenkrug, zwischen Schladen und Hornburg in Niedersachsen, bin ich aus dem Auto gestiegen. Ein kurzer Gang hoch auf die ├Âstliche Okerterrasse, vorbei am Friedhof des Ortes, schaue ich durch die noch etwas sch├╝tteren Str├Ąucher und B├Ąume ├╝ber Isingerode hinweg auf Schladen, seinen Silos, dem Schornstein seiner Zuckerfabrik, den Baggerseen. Der Grasweg im sonnigen hellem Gr├╝n, eingefasst von ergr├╝nenden B├Ąumen, Geb├╝schen. Im Unterholz die duftende gelbe Bl├╝te der Mahonie, einem immergr├╝nen, eingewanderten Sauerdorngew├Ąchs aus N-Amerika. Seine im Herbst blauschwarzen Fr├╝chte sind essbar, k├Ânnen als Marmelade auf dem Butterbrot landen. Der Wiesenweg ├Âffnet sich ein wenig. Das ├Âstliche Geb├╝sch weicht einem kniehohen Rapsfeld. Am westlichen Hang der Terrasse macht der Wald-Gelbstern auf sich aufmerksam, pr├Ąsentiert seine hellgelben, sechs Bl├╝tenbl├Ątter. An der ehemaligen Innerdeutschen Grenze endet der Weg oberhalb der Terrasse, f├╝hrt hinunter zu ihrem Fu├č. Nun, in Sachsen-Anhalt, bleibt der Weg bis zum ehemaligen Patrouillenweg am Hangfu├č, schwenkt dann ab in die Feldflur. Ein kleiner, fast unsichtbarer Pfad am Hang, zieht aber weiter, bietet sich an, bringt mich nach G├Âddeckenrode. Aufpassen hei├čt es, auf Pfad und Fr├╝hlings-Vegetation. Auf Buschwindr├Âschen, den Aronstab mit seinen gro├čen, mal gefleckten, oft aber unbefleckten, Bl├Ąttern. Auf kleine T├╝mpel die au├čer feuchten F├╝├čen noch nichts bieten, auf die in trockenen Bereichen spitzen Triebe der Maigl├Âckchen. Auch B├Ąrlauch ist vertreten, h├Ąlt seine Bl├╝tenknospen noch unter seinem Laub versteckt. Die Wei├čwurz steht kniehoch ├╝ber den im zarten Blau bl├╝henden Efeubl├Ąttrigen Ehrenpreis. Aufpassen wo man seine F├╝├če hinsetzt muss man schon, um die erwachende Pracht nicht umzutreten. Auf dem Kirchplatz ist Fr├╝hlingsputz angesagt. Das K├╝sterpaar am Aufr├Ąumen. Die Kirche bleibt f├╝r mich verschlossen. Der dicke Schl├╝ssel f├╝r das B├╝gelschloss der Eisenkette h├Ąngt Zuhause am Schl├╝sselbrett. "Ja, wenn wir das gewusst h├Ątten" die Antwort auf meine Frage zum Betreten der Kirche. Auch gut, bleibe so im Sonnenschein und erfreue mich an den wei├čen Bl├╝ten der G├Ąnsebl├╝mchen im Rasen, den gelben Forsythien, dem lachroten Bl├╝hen der Scheinquitte in den G├Ąrten. Genau gegen├╝ber dem Kriegerdenkmal f├╝hrt ein kleiner Pfad mich weiter, trifft auf eine Stra├če und endet. Rechts ein sehenswertes Doppelhaus. Zwei Wohnkulturen nebeneinander. Eine b├╝rgerliche der ├Ąlteren Generation mit flatternder W├Ąsche an der Leine auf dem Hof, Gem├╝se- und Blumengarten. Eine junger Leute mit Blumenecken im Rasen und Fotovoltaik auf dem Dach. ├äu├čerst gegens├Ątzlich, aber h├╝bsch anzusehen. Schon ist G├Âdeckenrode verlassen, mein Weg verl├Ąuft weiter am Fu├č der Okerterrasse. Rechts in der Niederterrasse, dem vergangenen Bett der alten Oker, gr├╝ne Felder, nur eingegrenzt von Geh├Âlzstreifen am Eckergraben, dem Wassergraben der die M├╝hlen in Niedersachen und Sachsen-Anhalt bediente. Gewaltig breit m├Ąanderte hier der Gebirgsfluss Oker in die Fl├Ąche. Floss nach jedem Hochwasser in einem anderem Bett. Schleppte Harzer Ger├Âlle, Kiese und Sande mit sich, lagerte sie auf breiter Fl├Ąche ab. Die Baggerteiche von W├Âltingerode, von Schladen zeugen davon. Am Hang in der Sonne, im Trockenen, wachsen Hasen-Segge und Rentierflechten.
Bald begleitet mich rechts ein kleiner Graben, ein Abzweig vom Eckergraben, Er versorgte fr├╝her mit seinem Aufschlagwasser die M├╝hle in W├╝lperode. Jetzt ist von ihr nichts mehr zu sehen, wenn man von den verwilderten Kirschen, den in Samen stehenden Schneegl├Âckchen die im M├╝hlengarten wachsen, einmal absieht. Eine lange Stange mit einer runden Unterlage zum Nestbau eines Storches wartet wohl schon lange vergebens auf einen Nutzer. Die Feuchtwiesen Nutzung mit Rindern findet nicht mehr statt. Auf den intensiv genutzten Ackerfl├Ąchen ist Storchennahrung nicht zu finden und bevor ein Storch hier hungern muss, da kommt er erst gar nicht. 

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11 Quelltopf

12 Maigl├Âckchen

13 Vielbl├╝tige Weisswurz

14 noch sichtbar

15 die Kirche

16 in G├Âddeckenrode