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2 Hundef√ľhrerin

3 Fruchtbecher der Rotbuche

4 Hornisse

5 Herbstfärbung - Felsenbirne

6 Fruchtstand der Strauchpaeonie

7 vertrockneter Spitzahorn

8 Feldahorn mit Runzelschorf

9 Kammweg

Im Septemberblues √ľber den Butterberg 

1 Felsenbirne

2018.09.22.

Es sind jetzt ein paar Tage her seit ich die Zerst√∂rung des Hornissennest in der alten Esche entdeckte. Die Neugier ob sie noch fliegen, ob noch ein wenig Leben in dem hohlen Baum herrscht, treibt mich zu Ihnen. Noch ist der bunte Maler des Herbstes nicht so richtig √ľber den Butterberg gezogen. Von der sommerlichen Hitze liegen zwar schon viele braune, vertrocknete Bl√§tter der B√§ume am Boden, hat sich das dichte Laubdach etwas gelichtet, doch sonst bestimmt noch das Blattgr√ľn wer auf dem Kamm des Butterberges das Sagen hat. Noch bleibt der Blick im dichten gr√ľnen Laub h√§ngen, h√§lt die Landschaft dahinter verborgen. Den Hundeausf√ľhrern macht das aber nichts aus. Diese Damen und Herren haben in der Regel sowieso nur ihren Liebling im Auge, umsorgen sie mit einer oft √ľberzogenen F√ľrsorge. Nicht allen Hunden gef√§llt das. Sind sie einmal von der Leine sind sie auch schon verschwunden, lassen ihrem Freiheitsdrang freien Lauf. St√∂bern im Gel√§nde umher, lassen sich auch am √§ngstlichen Rufen ihrer Besitzer √ľberhaupt nicht st√∂ren. Und wenn der Umherstrolchende im Geist schon aufgegeben ist, dann taucht er, freundlich mit dem Schwanz wedelnd wieder auf, schaut mit einem  leicht zur Seite geneigten Kopf und treuen um Vergebung bittenden Hundeblick von unten herauf. Die Sorge √ľber sein Verschwinden ist sofort vergessen. Er wird vor lauter Gl√ľck, dass der Liebe zur√ľck gefunden hat, wieder da ist, herzlich geknuddelt und gek√ľsst. Neidisch k√∂nnte man machmal werden, wie so ein Schwanzwedeln mit leicht h√§ngendem Kopf und traurigen, entschuldigenden tiefen Blick den Zorn der Alleingelassenen verschwinden l√§sst. Tief gr√§bt sich Zorn, Unverst√§ndnis und Traurigkeit in mein Herz. Warum nur hat schon wieder irgend so ein √§ngstliches unwissendes Subjekt tief in das summende Leben der Hornissen eingegriffen. Nach dem erst ihre Einflugl√∂cher zu ihrem Nest in der hohlen Esche zerst√∂rt wurden, ist nun der ganze tote Stamm der Esche seiner Rinde beraubt.  Die letzten Reste des Nestes im Inneren des Baumes zerst√∂rt. Nichts mehr mit dem gl√ľcklichen Summen, mit dem gesch√§ftigen Treiben des Hornissenvolkes. Nur drei, vier der gro√üen "Sozialen Faltenwespen" sind noch zu sehen. Sie suchen traurig nach ihren verschwunden Genossen. Trost gibt mir nur die Hoffnung, dass es vielleicht ein tierischer J√§ger auf Nahrungssuche war der die Hornissenbrut gefressen hat. Der Braunb√§r wird noch nicht, wie der Wolf zur√ľckgekommen sein. Da bleibt also nur der alles fressende Waschb√§r der hier gepl√ľndert haben k√∂nnte. Vielleicht war es aber auch der Wespenbusshard, der auf seinem Flug in den S√ľden hier durchgezogen ist, das Nest entdeckte und sich an der Brut bediente. Trost suchende Gedanken.
Am Pfad zum Sch√ľtzenhaus hat sich im Garten des ersten Wohnhaus eine Felsenbirne herbstlich geschm√ľckt. Hat ihre Bl√§tter in ein Rot getaucht das weithin leuchtet, uns anlockt, uns an den Zauber des Herbstes im Appalachen Gebirge erinnert.
Wir laufen wieder zur√ľck √ľber die Wiese zum Geb√ľschrand, zum Insektenhotel am Halbtrockenrasen. Nichts tut sich hier mit dem Insektenleben. Ein paar Schilfhalme sind mit Lehmpfropfen verschlossen, das ist schon alles was auf ihre Anwesenheit hindeutet. Sonst herbstlicher Totentanz, Stille im Insektenhotel. Eine l√§rmende Damengruppe zieht auf dem Kammweg in Richtung Sophienh√∂he. Wir warten ein wenig bis ihr L√§rm verhalt, wieder Stille eingekehrt ist. Leichter Nieselregen treibt uns auch nach Hause. Zwischen gelbgr√ľnen Bl√§ttern, hohen braungelben Gr√§sern hat sich der Mond verborgen, leuchtet uns pl√∂tzlich entgegen. Ein Naturwunder. Erst als der runde Mond sich pl√∂tzlich erhebt, in einer blauen Hose verschwindet, wird mir klar wo die Rundung hingeh√∂rt. Der Burgberg wurde gew√§ssert! Die Damengruppe l√§rmt wieder voraus.

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