WillkommenWanderungenWanderstreckenGasth├ĄuserServiceKontakt

Der 29. Jahrestag: Freier Brocken. 

1 Morgenstimmung am Abbegraben

2018.12.03.

Zum zeitigen Fr├╝hst├╝ck ist der ersehnte Regen endlich da. Es pl├Ąstert kr├Ąftig. Die Welt verhangen, die Berge in Wolken. Ausgerechnet heute am Tag des Gedenken als der Zaun, der den Brocken umschloss, aufgeschlossen wurde, da ├Âffnet der Himmel seine Schleusen. Den ganzen Sommer ├╝ber haben wir auf Regen gewartet, jetzt haben wir ihn, stellt unseren Ausflug in Frage. Wir hadern bei dem Sauwetter zum Brocken hoch zu steigen. Zwei Stunden sp├Ąter ist das intensive Schauer vor├╝ber. Leichter Nieselregen h├Ąngt noch in der Luft. Kein Grund den Hintern in der Stube zu lassen. Unser Harzklub bietet einen Spaziergang zum Brocken an. Start um 9:15 von Bad Harzburg, Brocken- Gedenkfeier 11:30 Uhr. "Ich will da nicht hin jachtern, da nass geschwitzt ankommen. Wenn, dann starten wir fr├╝her", die Entscheidung Ritas.
Die Torfhaussiedlung um 9 Uhr: Nass, neblig und verlassen. Die Stimmung gleicht der Unsrigen. Noch nie habe ich Torfhaus so leer und einsam angetroffen. Keine Menschenseele rennt umher, will hoch zum Brocken. Ordentlich muss es hier geregnet haben. Alles was Wasser sammeln kann ist voll gelaufen. Braunrotes Moorwasser str├Âmt im Trockenmauerbett des Abbegraben. Wei├če kleine Schauminseln, wie schnelle helle Boote, schwimmen auf ihm. G├╝nter, unser 80 j├Ąhriger Wegewart vom Harzklub und der Abbegraben sind unsere Begleiter. D├Ąmmerlicht unter den Fichten, ihre Nadeln federn den Schritt. Der Borkenk├Ąfer ist schweigend bei seiner Arbeit. Der ehemalige dunkle Fichtenwald zeigt urw├╝chsige, ja grausame Bilder gefallener, abgestorbener Fichten. Ein Wald im Umbau, ein sich selbst ├╝berlassener Wald im Entstehen. Nur selten wird vom NP noch in seine Struktur eingegriffen. Nur zur Sicherungspflicht seiner Besucher, dem Bestandsschutz des Wasserregals der Harzer Wasserwirtschaft,  soll und wird noch in seiner Dynamik umher gestochert. S├Ągeschnitte der gef├Ąllten St├Ąmme, eingef├╝gte Wasserbausteine, erneuerte Wasserabschl├Ąge, die Fehlschl├Ąge des Grabens, zeigen das. Braungelbe T├Âne der anspruchslosen Gr├Ąser des Radaumoores, der Heidekrautgew├Ąchse, die wassergef├╝llten Schlenken  strahlen beeindruckend im Grau des morgendlichen Lichts. Nehmen die Seele mit auf eine Reise in die Unendlichkeit. Hellgr├╝ne Torfmoose, dunkelgr├╝nes Widertonmoos, gelbe nickende Pfeifengrashalme haben die Ufer, die Trockenmauern des Abgegraben ├╝berwachsen, legen sich wie bunter herbstlicher Wall auf, ├╝ber seine Ufer.
Silberfarbene Flechten ├╝berziehen die toten liegen Fichtenst├Ąmme, klettern an den noch aufrecht Stehenden empor. Aus jeden den alten Entw├Ąsserungsgr├Ąben der Forstwirtschaft pl├Ątschert Wasser in den Abbegraben, f├╝llt ihn ├╝ber seine Norm. ├ťberlaufende Fehlschl├Ąge regeln seinen Wasserstand, sch├╝tzen ihn vorm ├ťberlaufen, vor Zerst├Ârung. Nicht weit ist es um die Ableitung des Grabens von der Abbe anzusehen. Ein kleiner etwas verborgener Pfad bringt uns hin. Rechts flie├čt der Graben in flotter Str├Âmung, links zeugen weggeworfene Papiert├╝cher, dass es auch hier im Verborgenem manchmal ordentlich str├Âmen muss. Muss ja auch einmal sein, aber so einen Dreck danach zu hinterlassen ist eine absolute Sauerei, weit jenseits meines Verst├Ąndnis. Die alten Br├╝ckenbohlen ├╝ber die Abbe enden im Nichts, im Wildnisgepolter. Der R├╝ckweg zur Tafel des WasserWanderWeg 1 bringt noch einmal die linke Freude zur rechte Seite. Doppelte Freude!
Ärgern wir uns nicht weiter über die sorglosen Verschmutzer.
Der Quitschenberg, der nun links von uns liegen bleibt, hat den Waldumbau des Borkenk├Ąfers schon ein paar Tage hinter sich gebracht, steht im satten jungen Fichtengr├╝n.

Weiter  zu

10 Gro├čer Fehlschlag

11 abflie├čendes Moorwasser

12 Sturmschaden