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Kattn├Ąse - Eine Winterwanderung. 

1 Von der Wartenberg Stra├če

2018.02.11.
In der Nacht fauchte der Sturm durch die B├Ąume, schlug ihre ├äste gegeneinander. ├ťber den Butterberg zu laufen verbot sich, bei dem vielen Totholz, das hoch ├╝ber dem Kammweg dem Winde trotzt. Nichts mit einem Anwandern ├╝ber den Butterberg. Auch sonst reizte der Tag nicht nicht besonders zum Wandern. Graue, schnell ziehende feuchte Wolkenfetzen treibt der Wind an den Bergh├Ąngen vorbei. Schlechte Aussichten auf einen sch├Ânen Tag. Doch es warten sechs Wanderer am Treff Pfennigpfeiffer. "Urspr├╝nglich wollte ich durch den Schimmerwald mit Euch, doch da sind viele der Wege derma├čen nass und schlammig! Das ist nur etwas f├╝r ganz Harte! Seid ihr mit der Kattn├Ąse einverstanden"? "Kattn├Ąse ist auch gut", die kopfnickende Antwort. "Da brauchen wir ja kein Auto". "Doch, ├╝ber den Butterberg traue ich mich heute nicht, der Sturm bl├Ąst zu stark und ein trockener Ast auf einen unserer K├Âpfe soll nicht zum Sonntagsgru├č werden. Wir fahren zum Wolfstein, da wandern wir los. So machen wir's". Bald steigen wir, im moderatem Aufstieg, die Wartenberg Stra├če hoch. Der sonst so sch├Âne Ausblick h├Ąlt sich heute in Grenzen. Nebeliger Dunst breitet sich im Land aus, versteckt auch die s├╝dwestlichen Berge. An der scharfen Rechtskurve der Wartenberg Stra├če laufen wir geradeaus weiter. Eine Bank des NP, links am Weg, mit einem in der Lehne eingraviertem Spruch aus Pauls Clean "Fadensonnen". Heute k├Ânnte es stimmen mit der "grauschwarzen ├ľdnis" die hier angesprochen wird; aber nur heute bei dem Wetter! Denn sonst kann hier nur von einer "├ľdnis mit lieblicher Aussicht" gesprochen werden. Der n├Ąchste Weg rechts ab f├╝hrt uns im Buchenwald unterhalb der Blockhalden des Mittelberg, durch einen kleinen Fichtenwald zur Geologischen Hinweistafel der Kattn├Ąse. Hier oben auf der H├Âhe betrachtet der Sturm noch einmal  die sch├╝tteren Fichten, die nackten kr├╝ppeligen Buchen und auch uns als sein Spielzeug. Eisig treib er gefrorene Kristalle vor sich her, bringt Baum und Mensch in Schr├Ąglage. Sorgen ziehen sich durchs Hirn. Zu wenig bedacht die Kraft der B├Âen, zu sorglos, zu unvorsichtig, verantwortungslos unterwegs? Ein Aufatmen an der Hinweistafel. Alles gut gegangen! Die ersten unserer kleinen Truppe machen sich wieder auf den Weiterweg. "Halt, erst hoch zur Klippe" mein Stoppzeichen. "Immer muss man da hoch" meckert eine der Damen. Eine Andere: "Was, da geht es noch weiter? Hier war ich schon einmal. Damals sagte Addi: "Das schenken wir uns". Wir schenken uns den kleinen Anstieg nicht, steigen hoch, und wie zum Dank, ├╝ber unseren Besuch ihrer mit altem Harzer Eisengel├Ąnder abgesicherten Klippe, h├╝llt die Kattn├Ąse sich in strahlendem Sonnenschein und in Windstille. Auch die Sicht ist besser geworden. Einmal hat der Wind den Dunst aus dem Tal geblasen und die Fichten, die teilweise die Aussicht versperrten, hat er freundlicher Weise gleich mit, das allerdings schon vor ein paar Tagen, umgelegt. Die Aussicht wieder perfekt auf der Klippe der Kattn├Ąse. Ein zuf├Ąllig vorbeikommender fremder Wander wird verpflichtet uns mit den eigenen Kameras zu fotografieren. Er macht das gern, ist gl├╝cklich ├╝ber unser Verlangen. Die letzte gro├če gr├╝ne Fichte, die der Borkenk├Ąfer vom Hochwald ├╝bergelassen hat, hebt sich wie ein mahnender Finger vor dem Brocken. Links davon ragt das Totholz, die Reste der aufgefressenen Fichten, in den wolkengrauen Himmel vor dem 1141 Meter hohen Vater des Harzes. Gern w├╝rde ich zum St├╝bchental absteigen, die Winterwanderung beenden, werde aber ├╝berstimmt. Neues Ziel wird die Rabenklippe. Mein Hinweis: "Da ist die Bude voller Leute" wird weggewischt. Also zur Rabenklippe! Wider Erwarten sind noch Tische frei. Wir Sieben passen an einen mit Aussicht zum Brocken. Der Kellner nimmt die Getr├Ąnke auf, verschwindet. Nicht lange dauert es, da wird auf den doch ganz sch├Ânen Tag angesto├čen. Eine Essenbestellung wird aus Zeitmangel des Kellners auf sp├Ąter verschoben. Mehrmals hebe ich den Arm um ihn auf unseren Bestellwillen hinzuweisen. "Komme". Warten auf den Kellner. Frage mich ein wenig, ob das noch vor Sonnenuntergang sein wird. Dann sind auch wir an der Reihe, die Bestellung wird aufgenommen. Zweimal Germkn├Âdel mit Mohn und Butter, einmal mit Heidelbeeren, einmal Currywurst mit Kartoffelspalten, einmal mit Kartoffelsalat, ein gebackener Camembert und einmal Bauernfr├╝hst├╝ck.

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