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1 Centaurea stoebe / Rispen-Flockenblume

 Federleicht, richtig graziös schmückt sie sich mit ihren kleinen weißen Blüten. Im Gegensatz dazu wirken ihre schmalen, starren, gesägten lanzettlichen Blätter wie wehrhafte, unter ihren Blütendolden versteckte, schützende Dolche. Sie ist, wie der schon angesprochene Feldmannstreu, auch ein "Steppenroller". Das bedeutet das beide Pflanzen eine Sollbruchstelle an ihrem Stängel besitzen, die nach der Samenreife so brüchig wird, dass der Wind die ganze Pflanze abreißt und über die Hügel treibt. Auf ihrer Reise mit dem Winde verstreuen sie dann ihre Samen. Äußerst geschickt und effektiv das Ganze für eine Pflanze ohne Hirn. Auf der Böschung am Hang des Feldweges auf den wir stoßen, stehen mahnend, an die Vergangenheit des Sommer erinnernd, in Reihe hintereinander, vergangene Sommerträume der Eselsdistel. In der Ferne, hinter den grünen Getreidefeldern blinken die hellen Giebel von Münchenhof herüber. Dahinter der lang hingestreckte Heidberg mit seiner bewaldeten Höhe. Neben uns stehen hochaufragend trockene Samenstände der Rispen-Flockenblume / Centaurea stoebe, braune verblühte stachelige Blütenköpfe der Nickenden Distel / Carduus nutans. Ein Zaun, der ein Grundstück im Steinbruch umfasst, verhindert unser direktes Weiterkommen. Wir schlängeln uns an Spitz-Ahorn, in noch grünem Blatt, an Trauben-Eichen, schon mit braunen Blättern, zum trockenen Kamm hoch. Der Zaun, nun nach Süden abgeschwenkt, nicht mehr sichtbar. Unter uns im ehemaligen Steinbruch stehen polterige Hütten, abgestellte landwirtschaftliche Anhänger, alte Fahrzeuge  und sonstiges Gedöns umher. Wir landen, absteigend, immer auf der Suche nach einer offen Stelle im Gestein mit zwei einrahmenden, kleinen Zweigen der Waldkiefer, einem weißen länglichen Stein oder hellen Stamm davor, in diesem abgestellten Plunder.Treffen auf eine von Moosen überzogenen,aufgeschichteten Natursteinmauer. Bestimmt eine ehemalige Verladerampe des Bruches.  Die grüne Mauer ist nun eine Fundgrube für Moosexperten geworden. Vor einem verschließbaren ehemaligen kleinen Bunker mit aufgebrochener Türe steht ein leerer Discounter-Einkaufswagen. Umherliegende leere Flaschen erzählen uns von dem Zecher und Bewohner, der für eine Zeit hier sein Zuhause hatte. Dann könnte es soweit sein! Ein Birkenstamm vor hellem Sandstein, nur die Kiefernzweige fehlen. Das Sonnenlicht zeichnet Schattenzweige der Bäume aufs Gestein, daneben ein Sandsteinbrocken mit Erosions-Rillen. Trotzt intensiver Betrachtung von Pflanzenabdrücken nichts zu sehen. Nur eine kleine Krone, ein kleiner Bogen von eingeschlossenem Eisenoxyd. Diese kleine braune eisenhaltige Krone im hellen Sandstein wird zu unserem Trostpflaster. Die erfolglose Suche  macht bescheiden! Noch ein bisschen Geklettere und Schleichen durch die Senken und Wälle, dem Gestrüpp, dann taucht, etwas unvermittelt die Steinholzwarte auf. Meine beiden Begleiter sind geschafft. "Wollt ihr mit auf dem Turm"? "Nee, da steig man alleine hoch"! Das mache ich, denn einen herbstlichen Blick von hier oben, von der Steinholzwarte, konnte ich noch nie genießen. Bisher immer nur im Frühling, wenn die Spitz-Ahorne blühen und ihre gelbgrünen Blüten zwischen den noch kahlen anderen Laubbäumen strahlen lassen, die Bergulmen schon verblüht, kleine Früchte tragen, dann sind wir immer hier um nach den Frühblühern wie Veilchen, Wald-Gelbsternen und Adonisröschen Ausschau zu halten. Später, wenn dann die Pracht der Wind- und Buschwindröschen, der Wiesen- und Waldschlüsselblumen, die Schattenblümchen den Wald beherrschen, treiben sie uns wieder hier her.  Heute präsentiert sich, unter weißen Wolken am blauen Himmel, in der Ferne der Harz mit seinem rundbackigen Brocken. Bald steht auch Kuno neben mir und wir betrachtet das Bunte, von grün bis ins dunkle braun reichende Panorama des Herbstes von hier oben. Ein Hohlweg bringt uns zurück an den südlichen Waldrand. Erst tauchen am Weg starke Rosskastanien, dann ein paar überstarke Robinien die sich Feuerwanzen als Versammlungsplatz ausgesucht haben, auf. Später begleiten uns, rechts am Weg, eine ganze Reihe alter Winterlinden. Eine einseitige, wunderbare Allee sehenswerter Bäume. Links neben uns der krasse Gegensatz zu dieser Schönheit. Ein hoher dichter Holzzaun, der das plunderige, desolate Steinbruchgrundstück hinter sich verbirgt. Wieder bringt mich das "Moos am Stängel", das erneut auftaucht, ins Grübeln. Die blauen Blüten des Natterkopfes die aus ihm heraus wachsen bringen mich auf die Fährte. Es kann sich nur um Ihn, den Gemeinen Natterkopf / Echium vulgare handeln der so deformiert, hier wie Moos über den Boden krabbelt. Doch wer und was verursacht diese Abweichung von seinem natürlichen Habitus. Wer kann den Natterkopf, seinem aufrechten, stolzen bis zu 1m hohen Wuchs, seine großen rauen Blättern, in ein winziges moosähnliches Gebilde zu verwandeln? Alles hat sich an seinem Aussehen verändert.

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10 Blick zum Hoppelberg

11 ein alte Lindenallee