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2 Herbstwald

3 Moosbewachsene Sandsteinmauer

4 Campylopus flexuosus / Krummstielmoos

5 im Sandsteinbruch

6 Erosion durch

7 Wasser und Wind

8 eingelagertes Eisenoxyd

9 Warteturm Steinholz

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1 Centaurea stoebe / Rispen-Flockenblume

 Federleicht, richtig grazi├Âs schm├╝ckt sie sich mit ihren kleinen wei├čen Bl├╝ten. Im Gegensatz dazu wirken ihre schmalen, starren, ges├Ągten lanzettlichen Bl├Ątter wie wehrhafte, unter ihren Bl├╝tendolden versteckte, sch├╝tzende Dolche. Sie ist, wie der schon angesprochene Feldmannstreu, auch ein "Steppenroller". Das bedeutet das beide Pflanzen eine Sollbruchstelle an ihrem St├Ąngel besitzen, die nach der Samenreife so br├╝chig wird, dass der Wind die ganze Pflanze abrei├čt und ├╝ber die H├╝gel treibt. Auf ihrer Reise mit dem Winde verstreuen sie dann ihre Samen. ├äu├čerst geschickt und effektiv das Ganze f├╝r eine Pflanze ohne Hirn. Auf der B├Âschung am Hang des Feldweges auf den wir sto├čen, stehen mahnend, an die Vergangenheit des Sommer erinnernd, in Reihe hintereinander, vergangene Sommertr├Ąume der Eselsdistel. In der Ferne, hinter den gr├╝nen Getreidefeldern blinken die hellen Giebel von M├╝nchenhof her├╝ber. Dahinter der lang hingestreckte Heidberg mit seiner bewaldeten H├Âhe. Neben uns stehen hochaufragend trockene Samenst├Ąnde der Rispen-Flockenblume / Centaurea stoebe, braune verbl├╝hte stachelige Bl├╝tenk├Âpfe der Nickenden Distel / Carduus nutans. Ein Zaun, der ein Grundst├╝ck im Steinbruch umfasst, verhindert unser direktes Weiterkommen. Wir schl├Ąngeln uns an Spitz-Ahorn, in noch gr├╝nem Blatt, an Trauben-Eichen, schon mit braunen Bl├Ąttern, zum trockenen Kamm hoch. Der Zaun, nun nach S├╝den abgeschwenkt, nicht mehr sichtbar. Unter uns im ehemaligen Steinbruch stehen polterige H├╝tten, abgestellte landwirtschaftliche Anh├Ąnger, alte Fahrzeuge  und sonstiges Ged├Âns umher. Wir landen, absteigend, immer auf der Suche nach einer offen Stelle im Gestein mit zwei einrahmenden, kleinen Zweigen der Waldkiefer, einem wei├čen l├Ąnglichen Stein oder hellen Stamm davor, in diesem abgestellten Plunder.Treffen auf eine von Moosen ├╝berzogenen,aufgeschichteten Natursteinmauer. Bestimmt eine ehemalige Verladerampe des Bruches.  Die gr├╝ne Mauer ist nun eine Fundgrube f├╝r Moosexperten geworden. Vor einem verschlie├čbaren ehemaligen kleinen Bunker mit aufgebrochener T├╝re steht ein leerer Discounter-Einkaufswagen. Umherliegende leere Flaschen erz├Ąhlen uns von dem Zecher und Bewohner, der f├╝r eine Zeit hier sein Zuhause hatte. Dann k├Ânnte es soweit sein! Ein Birkenstamm vor hellem Sandstein, nur die Kiefernzweige fehlen. Das Sonnenlicht zeichnet Schattenzweige der B├Ąume aufs Gestein, daneben ein Sandsteinbrocken mit Erosions-Rillen. Trotzt intensiver Betrachtung von Pflanzenabdr├╝cken nichts zu sehen. Nur eine kleine Krone, ein kleiner Bogen von eingeschlossenem Eisenoxyd. Diese kleine braune eisenhaltige Krone im hellen Sandstein wird zu unserem Trostpflaster. Die erfolglose Suche  macht bescheiden! Noch ein bisschen Geklettere und Schleichen durch die Senken und W├Ąlle, dem Gestr├╝pp, dann taucht, etwas unvermittelt die Steinholzwarte auf. Meine beiden Begleiter sind geschafft. "Wollt ihr mit auf dem Turm"? "Nee, da steig man alleine hoch"! Das mache ich, denn einen herbstlichen Blick von hier oben, von der Steinholzwarte, konnte ich noch nie genie├čen. Bisher immer nur im Fr├╝hling, wenn die Spitz-Ahorne bl├╝hen und ihre gelbgr├╝nen Bl├╝ten zwischen den noch kahlen anderen Laubb├Ąumen strahlen lassen, die Bergulmen schon verbl├╝ht, kleine Fr├╝chte tragen, dann sind wir immer hier um nach den Fr├╝hbl├╝hern wie Veilchen, Wald-Gelbsternen und Adonisr├Âschen Ausschau zu halten. Sp├Ąter, wenn dann die Pracht der Wind- und Buschwindr├Âschen, der Wiesen- und Waldschl├╝sselblumen, die Schattenbl├╝mchen den Wald beherrschen, treiben sie uns wieder hier her.  Heute pr├Ąsentiert sich, unter wei├čen Wolken am blauen Himmel, in der Ferne der Harz mit seinem rundbackigen Brocken. Bald steht auch Kuno neben mir und wir betrachtet das Bunte, von gr├╝n bis ins dunkle braun reichende Panorama des Herbstes von hier oben. Ein Hohlweg bringt uns zur├╝ck an den s├╝dlichen Waldrand. Erst tauchen am Weg starke Rosskastanien, dann ein paar ├╝berstarke Robinien die sich Feuerwanzen als Versammlungsplatz ausgesucht haben, auf. Sp├Ąter begleiten uns, rechts am Weg, eine ganze Reihe alter Winterlinden. Eine einseitige, wunderbare Allee sehenswerter B├Ąume. Links neben uns der krasse Gegensatz zu dieser Sch├Ânheit. Ein hoher dichter Holzzaun, der das plunderige, desolate Steinbruchgrundst├╝ck hinter sich verbirgt. Wieder bringt mich das "Moos am St├Ąngel", das erneut auftaucht, ins Gr├╝beln. Die blauen Bl├╝ten des Natterkopfes die aus ihm heraus wachsen bringen mich auf die F├Ąhrte. Es kann sich nur um Ihn, den Gemeinen Natterkopf / Echium vulgare handeln der so deformiert, hier wie Moos ├╝ber den Boden krabbelt. Doch wer und was verursacht diese Abweichung von seinem nat├╝rlichen Habitus. Wer kann den Natterkopf, seinem aufrechten, stolzen bis zu 1m hohen Wuchs, seine gro├čen rauen Bl├Ąttern, in ein winziges moos├Ąhnliches Gebilde zu verwandeln? Alles hat sich an seinem Aussehen ver├Ąndert.

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10 Blick zum Hoppelberg

11 ein alte Lindenallee