WillkommenWanderungenWanderstreckenGasth├ĄuserServiceKontakt

Seite 2 

1 Spitz-Ahorn

Durch die offene Feldmark f├╝hrt der R1 in Richtung Hahausen. Tr├Ąume, als ich die Stra├če K53 erreiche, von einer Abk├╝rzung meines Weges ├╝ber das Vorwerk Klingenhagen. Tr├Ąume von einem Pfad am Kaltebach entlang, um den R1 wieder zu erreichen. Es bleibt ein Traum. Klingenhagen ist Sackgasse! 1km Kreisstra├če ist angesagt. Rund gefahren ist diese. Richtig laufen am Stra├čenrand geht nicht. Immer wird zur ebenen Mitte gedriftet. Ein paar Autos kommen schon entgegen, die sieht man kommen. Die von hinten sind das Problem. K├Ânnte ich nur die Ohren wie die Hasen nach hinten drehen, mein Schritt auf der Stra├če w├╝rde sicherer! So bleibt mir nur ein h├Ąufiger Blick nach hinten. Beiderseits meines Weges bl├╝ht in dichten Streifen am Ackerrand die Wei├če Lichtnelke, ab und an leuchtet auch eine der Roten her├╝ber. Mitten auf der Stra├če in einem Loch im Asphalt gr├╝nt der Raps. Duckt sich unter den ├╝ber ihn hinweg rollenden Autoreifen. Bis zur Bl├╝te im Fr├╝hjahr wird er es bestimmt nicht bringen! Entweder die Stra├čenbauverwaltung l├Ąsst das Loch verf├╝llen, oder und das ist Wirklichkeitsn├Ąher seine Bl├╝tentriebe werden von den rollenden Reifen gestutzt.
Die kleine Siedlung Steinbrink am s├╝dlichen Hang der Schaller ist die reinste Idylle. Ein paar H├Ąuser mit sch├Ânen G├Ąrten in ruhigen H├╝geln versteckt. Doch der Paketdienst kommt auch schon in diesen Winkel der Abgeschiedenheit. Die Stra├če wechselt von Asphalt auf Schotter, senkt sich zum Kaltebach herunter, folgt diesem bis der in die Schaller einm├╝ndet. Vor der stillgelegten Bahnstrecke, der Bahndamm gibt eine steile Barriere vor dem anschlie├čenden Buchenberg, hei├čt es rechts abbiegen. Durch feuchten Sumpf an m├Ąchtigen Erlen schl├Ąngelt sich links der Schaller Bach.  50m oberhalb verl├Ąuft der R1 fast parallel  zur├╝ck. Die Schleife abk├╝rzen? Traue mich nicht durch die Dickung zu krabbeln, zu dschungelhaft verwachsen erscheint mir der oben liegende Wald. Bleibe auf dem ausgeschilderten Weg des R1. Spitzwinkelig biegt der bald darauf nach rechts ab. Ein Wegschild des Harzklub nach Hahausen weist in die entgegen laufende Richtung. Wieder wird die Karte zu Rate gezogen. Der Harzklub will mich ├╝ber den Buchenberg lotsen. Ich bleibe auf dem R1, der verspricht mehr herbstlich bunte Aussichten. So ist es auch. Immer wieder sch├Âne Sicht auf das freundliche kleine Tal das die Schaller lieblich einbettet. Kleine Trinkpause neben einem am Wegrand liegenden starken Buchenstamm. Spaltbl├Ąttlinge haben mit ihren kleinen wei├č-grauen, an einer Seite festgewachsenen H├╝ten, die helle Rinde der Buche ├╝berzogen. Nicht mehr lange wird es dauern und weitere Pilze werden ihre Fruchtk├Ârper zeigen. Ihr Myzel wird in nicht gedachteter Schnelle das Buchenholz vergehen lassen. Etwas weiter am n├Ąchsten Stamm einer Buche zeigt der Austernseitling schon seine Fruchtk├Ârper. Beiderseits des Weges haben sich in Erdf├Ąllen kleine Teiche und T├╝mpel gebildet. Bunte Bl├Ątter des Herbstes spiegeln sich in ihnen. Pl├Âtzlich laute weibliche Stimmen einer Wandergruppe, -denke ich wenigsten-, hallen mir entgegen. Statt einer Gruppe von Damen taucht eine Einzelne auf. Sie unterh├Ąlt sich laut mit ihren frei laufenden Hund und ihrem ans Ohr gepressten Handy. Erschrocken bleibt sie stehen als sie mich erblickt. Schaut noch einmal, dreht sich abrupt um und wandert strammen Schrittes zur├╝ck. Wundere mich ├╝ber ihre Reaktion. Ist es mein Aussehen mit Wanderstock und Rucksack das sie zum Umdrehen veranlasst? Leider muss ich ihr folgen, denn Hahausen ist wohl unser gemeinsames Ziel. Manchmal verliere ich sie hinter einer Kurve aus den Augen. Doch immer wieder taucht sie vor mir auf , blickt zur├╝ck und eilt schnell weiter. Mittlerweile ist der Hund an der Leine. Auch der betrachtet mich im Stehenbleiben, wird von seinem Frauchen weiter gezerrt als ich n├Ąher komme. So bleibt es eine ganze Weile bis der R1 nach rechts abzweigt, der Bahnlinie nach Hahausen folgt. Am Abzweig l├Ądt eine Bank zur Pause. Die Gelegenheit der Tante mit dem Hund einen Vorsprung einzur├Ąumen, ihr die Angst vor dem Verfolgtsein zu nehmen. Bald ist sie nicht mehr zu sehen, verschwunden hinter dem bunten Bl├Ąttern der B├╝sche am Wege. Ein Wiesenpfad f├╝hrt am Waldrand weiter auf Hahausen zu.

Weiter zu