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1 Braunrote Sumpfwurz

Brauche nicht umkehren, übernachten oder darüber fliegen! Es ist ziemlich beschissen und bescheuert so ein Schild mittig des Wanderwegs anzubringen! Geschieht wahrscheinlich nur aus Gründen zur Ausschließung einer Haftung wenn es dann doch einmal passieren sollte, einem Wanderer ein Ast auf den Kopf gefallen ist. Es lohnt sich dieses Wegstück noch einmal in Ruhe zu betrachten. Hinter dem gefährlichen Abschnitt finde ich ein Schild das auf die Alternativrute hinweist. Habe bestimmt an der anderen Seite dieses Schildchen übersehen. Leiste gedankliche Abbitte an den Betreuern des Karstweges. Weit zieht sich der Weg, immer hart an der B243 bleibend, nach Osterode. Hier bin ich wohl auf einer Seitenstraße gelandet. Leere Häuser, leere Wohnungen, aufgegebene Gastwirtschaften und Hotels. Es graust mich ein wenig. Ist das ein Grund warum die Kreisstadt Osterode zu Göttingen gekommen ist? In einer Passagen-Wirtschaft finde ich Platz. Lösche erst einmal meinen Durst. Frage die Bedienung nach einer Unterkunft. "Es gibt nur noch zwei Hotels in Osterode" bekomme ich zur Antwort. "Sie brauchen nur die Straße weiter zu laufen da finden sie das Erste, den Harzer-Hof. Das Andere ist ein Stückchen weiter. Am besten sie fragen dort noch einmal". Frage im ersten Hotel nach. "Alles ausgebucht" die Antwort. "Wo gibt es denn noch eine Möglichkeit" frage ich den Wirt. "Ich rufe bei meinem Kollegen an, dann brauchen sie nicht umsonst dahin zu laufen". Der Freundliche tippert auf seinem Handy. Ich bekomme ein Zimmer im Hotel-Restaurant "Zum Röddenberg". Herzlich bedanke ich mich für die unentgeltliche Hilfe. "Da haben sie ja noch einmal Glück gehabt. Es ist das letzte Zimmer das ich noch frei habe". So werde ich von der Wirtin hinter dem Tresen des "Röddenbergs" angesprochen. Das wird stimmen. Motorradfahrer bestimmen die Terrasse am Eingang. Ein gewaltiger Maschinenpark aller Motorradmarken stehen auf dem Bürgersteig, an der Straße vor dem Haus. Nachdem ich meinen Rucksack auf Zimmer gebracht habe, mir Wasser über Gesicht, Hals und Füße laufen gelassen habe suche auch ich mir einen Platz auf der Terrasse. Die hinter den Häusern langsam unter gehende, verschwindende Sonne blendet, scheint mir voll ins Gesicht. Auch der Zigarettenqualm der Biker steigt mir in die Augen, in die Nase. Verlasse meinen Freiluft-Platz, setze mich nach drinnen. Hier ist es hell und rauchfrei. Schaue, während ich an einem 0,3er Altenauer nippe, in die Speisekarte. Entscheide mich für Kalbsleder Berliner Art. Mir gegenüber schaut ein Biker unverdrossen über mich hinweg. Denke erst er will etwas von mir. Nichts will er von mir.  Hinter, hoch über mir am Eingang hängt der Fernseher, darauf richten sich seine Augen. Ein Fußballspiel wird gezeigt. Ich wechsele auf die andere Seite des Tisches um dem Spiel folgen zu können. Bin schon beim zweiten 0,3er als meine Kalbsleber Berliner Art serviert wird. Ein Berg von einem Teller steht vor mir. Alles was ich gestern an Fleisch versäumt habe muss ich heute nachholen. Da hat es die Küche gut gemeint. Alles was ich unterwegs abgelaufen habe wird wieder aufgesattelt. Nur schemenhaft kann ich dem Spiel folgen. Macht nichts, so ein Fußballbegeisterter bin ich sowieso nicht. Noch ein drittes Altenauer hinterher. Rundum satt und um 23,80 Euro weniger in der Tasche, klettere ich die Stufen hoch. Satt, müde und zufrieden mache ich die Beine lang, kuschele mich in mein Nachtlager.

Otto Pake

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11 oberhalb der Sieber

12 Treff am Seelenpfad

13 Notfall Treff

14 Waldrand

15 Hausberg-Turm

16 der Gute Heinrich

17 Schwefelporling

18 Bismarckturm

19 Bad Lauterberg