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2 Pestwurz Samenstand

3 B√§rlauch, Wei√üwurz, T√ľrkenbund, Bingelkraut.

4 Einer der Letzten!

5 Jungborn

6 H√ľttenplatz

7 Rentierflechte

8 Säulenflechte

9 Waldmoos

10 Schwarze Kohlenbeere

Seite 3 

1 Grenzbr√ľcke

Nun haben die B√§ume schon wieder Schlagreife erlangt. Hasel, Brombeere und andere Str√§ucher bilden schon bald ein undurchdringliches Dickicht. Etwas ins Vergessene ist auch mein Trampelpfad an der B√∂schungskante, am Rand des Bahndamms, der in den breiten Bacht√§lern des Schimmerwaldes, wieder hoch aufgesch√ľttet auf seiner H√∂henlinie bleibend dahin zieht. Komme am Gedenkstein des "Wilden J√§ger Hackelbart", der hier auf seinen ihm den Tod bringenden Keiler getroffen ist vorbei. Ob die Geschichte wohl stimmt? Der Gedenkstein tr√§gt auf der einen Seite das "Eiserne Kreuz", die andere Seite des Stein schm√ľckt fest eingeschlagen die "Wolfsangel". Manchmal wechsele ich auch die Seiten der Bahntrasse, f√ľhrt der Pfad von der linken auf die rechte Seite. An der alten Bundesstra√üe 6, kurz vor Eckertal muss ich die Bahntrasse verlassen. Der Eckertaler-Bahnhof ist ins private gewechselt. Der neue Besitzer hat das Bahnhofsgrundst√ľck gleich mit erworben, den vorbeilaufenden Weg mit eingez√§unt. Kein offizielles Durchkommen mehr. Quere die Ecker, wandere nun auf Sachen-Anhalter Seite auf dem Grenzweg √∂stlich an der Ecker dem Harzgebirge zu.
Passiere den Jungborn. Eine abgerissene Kuranlage die der innerdeutschen Grenze weichen musste. Ein eingetragener Verein versucht die vergangenen H√§user, die kleinen Parks zu aktivieren. Sch√∂n machen sie das. Doch ist es auch von Dauer? Von Dauer ist der sp√§ter erreichte alte H√ľttenplatz. Hier, nun im NP-Harz, w√§chst auf dem mit Schwermetallen belasteten Boden die Hallersche Grasnelke (Armeria halleri), auch die Fr√ľhling-Miere (Minuartia verna), auch Kupferbl√ľmchen genannt ist vertreten. Weite Fl√§chen des flachen Areals sind mit der Rentierflechte, Cladonia Arten √ľberzogen, geben ihr einen silbrigen Schimmer. Die roten Apothecien an der Spitze verschiedener S√§ulenflechten, Cladonien mit anderen Habitus, auf der nackten Bodenkrume, t√§uschen Bl√ľten vor. Es sind die Fruchtk√∂rper der Flechtenpilze. √úber den Besenbinderstieg, der erst durch einen sch√ľtteren Fichtenwald mit zahlreichen jungen Laubgeh√∂lzen im Unterbewuchs f√ľhrt, wird sp√§ter auf der H√∂he ein Buchenwald mit besonderer Sch√∂nheit passiert. Braune, trockene Vorjahrsst√§ngel der Vogelnestwurz einer chlorophylllosen Orchidee, am Rande des Weges. Moosbewachsene, niederliegende tote Buchen, aufragende Wurzelteller! Frisches hellgr√ľnes Buchenlaub. Ein alter Buchenstamm mit "Schwarzer Kohlenbeere" total √ľberzogen. Hinter dem Plattenweg des Thumkulentals wird bald darauf der NP-Harz schon wieder verlassen. Am Wiesenhang des Weinbergs bei Ilsenburg grasen schottische Hochlandrinder.  Gewaltige braune beh√∂rnte Tiere. Gut, dass ein stabiler Zaun die Koppel umschlie√üt. Wei√übuchen bl√ľhen, entfalten vorsichtig ihre empfindlichen Bl√§tter. Das Hotel links hinter der Koppel umrahmt von Schlehen, Kirschen in wei√ü, dahinter das dunkel der Fichten mit Einsprengseln von hellgr√ľnen Laubb√§umen. Am Hang des Weinberges im braunen Laub der Buchenbl√§tter, das erste Blau der Leberbl√ľmchen. Traubenhyazinthen, Hasengl√∂ckchen zeigen ihre Bl√ľtenknospen. Beide wohl aus den anschlie√üenden Schreberg√§rten illegal am Waldrand entsorgt. W√§ren in den G√§rten besser aufgehoben als hier. Doch h√ľbsch sind sie allemal! Der Hohle Lerchensporn hat gegen diese neuen Nachbarn anscheinend nichts einzuwenden, er bl√ľht in tr√ľber, purpurner Pracht.
Ein bunter Gartentraum in Ilsenburg. Fr√ľhbeetfenster, Kissenprimel, gelbe Kaiserkronen, rote und gelbe Tulpen. Austreibende Rosen, eben gepflanzte Dahlien im Beet. Selbst die Pfosten, die ihnen sp√§ter Halt geben sollen, stehen schon, blau angestrichen an ihrer Seite im frisch geharktem Beete. Das alles wird von einen braun gestrichen J√§gerzaun eingefasst, von dem in Streifen die Farbe abbl√§ttert. Ein Teichidyll, alte Schuppen, bl√ľhende Hausg√§rten.
Ein mit Schilfmatten verh√§ngter Lattenzaun, durch den sich die Bl√ľten des Ranunkelstrauches die Freiheit der Stra√üe erk√§mpft haben. Die alte Krugbr√ľcke aus riesigen Granitbl√∂cken die die Ilse √ľberspannt. Das in die Jahre gekommenen Fachwerkhaus daneben. Alles aus l√§ngst vergangenen Zeiten. Ebenso die Klosterkirche, dem Jagd-Schloss gegen√ľber. Zu sehen wenn man ein paar Schritte den Weg verl√§sst, den Schlosshof betritt. Der spitze Turm der Ev. Kirche, eingerahmt von knorrigen wei√üen Kirschb√§umen, verschieden mit den Kugeln der Misteln √ľberwuchert. Pfosten der Einz√§unung mit der Wolfsft√∂ter-Flechte bewachsen. Rast und "Apfelpause" am Erdfallsee hinter Ilsenburg. Die Seerosen legen ihre ersten Bl√§tter auf die Wasseroberfl√§che, die Wald-Platterbe zeigt am Teichdamm ihre schmutzig rot-gelben Bl√ľten. Vorj√§hrige gelbliche Schilfhalme am anderen Ufer. Idyllische Stille. Vom "Schiefe Berg" ein herrlicher Blick auf Dr√ľbeck mit seiner doppelt√ľrmigen Klosterkirche, den Klostergeb√§uden, der massigen Dorfkirche. Hinter Dr√ľbeck zieht sich der bl√ľhende Raps zur Charlottenlust, dem Lustberg hoch. Links davon sind die T√ľrme von Halberstadt zu sehen, rechts, der wie ein gedeckelter Sarg in der Landschaft stehende, Hoppelberg.  Weiter nach Osten kommt der Horstberg, der Struvenberg, der Agnesberg mit seinem Schloss ins Bild. Davor mein heutiges Ziel, breit und lang gestreckt Wernigerode. Doch vorerst muss noch die Senke zum √Ėhrenfeld durchquert, zum Karrberg hochgestiegen werden. Hier steht eine Baumgruppe aus Linden und Bergahorn. Noch stehen sie kahl im Wind. Seitlich am Heckenstreifen bl√ľht der L√∂wenzahn in seiner gelben Pracht. Unz√§hlige Bl√ľtenk√∂pfchen recken sich der Sonne entgegen. Wie schnell geht der Bl√ľtentraum in den silbrigen Samenstand √ľber! Nicht einmal eine Woche vergeht, dann ist der erste Flor des L√∂wenzahn schon dahin, kann sein Samen in den Wind geblasen werden. Noch einmal sch√∂nste Aussicht von der H√∂he 304,1 dem Karrberg. Selbst der Brocken, hinter den austreibenden wei√üst√§mmigen Birken, weit hoch hinter dem T√§nntal, ist zu sehen.

11 am Plattenweg

12 Weißbuche

13 vor Ilsenburg

14 Traubenhyazinthen

15 Hasenglöckchen

16 Gartengl√ľck

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