WillkommenWanderungenWanderstreckenGasthÀuserServiceKontakt

Seite 3 

1 Rinder

Der Karstwanderweg verlĂ€uft jetzt am Nordrand des Ankenberges. Die Ankenbergschwinde wo der Hainröderbach im Karst verschwindet bietet eine sehenswerte Rast. Ich schenke ihr nicht die angebrachte Aufmerksamkeit. Rita will mich um 18 Uhr in Questenberg abholen und bis dahin ist noch mancher Fuß voreinander zu setzen. Hainrode wird vom Weiten betrachtet. Durch Wiesen, Felder, LaubwĂ€lder, erst hoch dann wieder ins Tal leitet mich das Wanderzeichen. Ein langer sachter Anstieg durch ein Trockental bringt mich auf den alten Fahrweg Questenberg - Hainrode. Noch ein Anstieg zur Stempelstelle 210 "Schöne Aussicht". Ein großer neuer Pavillon mit Blick auf den KyffhĂ€user, dem Helmetal. BlĂŒhendes Mannsknabenraut in den Wiesen. Vor dem KyffhĂ€user ein Mosaik von rechteckigen gelb strahlende Rapsfeldern umgeben von ObsthĂ€ngen die am Berghang hinauf ziehen. Rechts auf der Höhe das KyffhĂ€userdenkmal mit der Ruine der Oberen Burg. Rechts der Fernsehturm des Kulpenbergs. Rechts, etwas abgesetzt die grauen GemĂ€uer der Rothenburg.
Ein Blick die Seele öffnet. Auf der alten Straße nach Questenberg zu wandern ist nicht das aller Prallste. Der Straßenschotter staubt, rollt unter den Stiefelsolen in Richtungen die nicht vermutet werden. Kein schönes Laufen. Die Diesterbachschwinde wird noch betrachtet. Bietet nichts besonderes fĂŒr das Auge. Sie versteckt sich hinter den grĂŒnen BlĂ€ttern des Buschwerks, macht sich unsichtbar.
Auf hoher Kuppe jenseits der Nasse hoch ĂŒber dem Ort Questenberg grĂŒĂŸt das Questenkreuz herunter. Bald ist es soweit. Am Pfingstmontagmorgen um 3 Uhr wird Questenberg geweckt. Dann wird sein Kranz, seine Quasten, sein Feuerbusch an der Spitze des Eichenstammes abgenommen, neu mit frischen GrĂŒn aufgehĂŒbscht, die Quasten, der Feuerbusch total neugebunden. Gegen Abend steht die "Queste" dann wieder in frischem GrĂŒn gekleidet unverrĂŒckbar und fest an ihrem Platz hoch ĂŒber der Ortschaft. Ein Zeichen alter germanischer, wendischer Kraft. Ein Zeichen fĂŒr Heimat, Frieden, Freiheit, Versöhnung und GlĂŒck. Warum gerade hier die Queste wacht? Dieses RĂ€tsel ist noch zu lösen!
Mich erfreut sie wie sie dort oben steht, dem Winde trotzt, herunter grĂŒĂŸt. Hoffentlich finden sich immer wieder wackere MĂ€nner die diese alte Tradition des Questenfestes weiterleben lĂ€sst!  Etwas frĂŒher als verabredet komme ich in Questenberg an. Habe noch Zeit hoch zur Questenburg zu steigen. Die Heimatpfleger waren fleißig, sie haben  die Burgruinen vom wilden Wuchs der StrĂ€ucher und BĂ€ume befreit. Man sieht wieder ihre alten Mauern, TĂŒrme, DurchgĂ€nge. Auch der Blick von hier ĂŒber den Ort ins Tal der Nasse, dem kleinem BĂ€chlein der tief in Mauern gefasst durch den Ort fließt, zwischen den grĂŒnen HĂ€ngen verschwindet, ist bezaubernd. Es lohnt hier hoch zu steigen! Um 18 Uhr sitze ich im Gasthaus zur Queste, lösche meinen Durst und labe mich an der angebotenen "Keltischen KĂŒche". Warmer Schwarzwurzelsalat mit Zwiebel und Girsch, einem StĂŒck Brot als Vorspeise. Einer Terrine keltischen Gulasch als Hauptgang. Halt so wie die Kelten so speisten. Der keltische Schwarzwurzelsalat findet meinen geschmacklichen Gefallen. Die Gulaschsuppe hat zwar viel Fleisch, doch ihr keltischer Geschmack ist nicht der meine! Sie kannten wohl noch nicht das wĂŒrzige Salz, den scharfen Pfeffer, den feurigen Paprika! Etwas fade, geschmacklos und dĂŒnnflĂŒssig das Gulasch der Kelten. HĂ€tte ich man nur nur die kleine Portion ausgewĂ€hlt, die hĂ€tte ich bestimmt mit Verachtung des Todes aufgegessen; so aber geht die HĂ€lfte zurĂŒck. Obendrein ist die Wirtin so freundlich und aufgekratzt und von Ihrer keltischen KĂŒche so ĂŒberzeugt, dass ich nicht wage nach Salz, Pfeffer oder sonst irgendetwas Geschmacksbringendes zu verlangen! Gut das Rita mit einer Stunde VerspĂ€tung erscheint, die hĂ€tte bestimmt danach verlangt. So habe ich wenigstens die Wirtin bei guter Laune gehalten. Kann es sein das wĂŒrzloses Essen schneller sĂ€ttigt? Denn nach dem FrĂŒhstĂŒck am Morgen, dem Apfel zu Mittag sollte das die Mahlzeit des Tages werden. War sie denn auch.
Ein zweites Bier ertrÀnkte die "Keltische Mahlzeit".

Otto Pake

9 alles kommt in die Jahre

10 Löwenzahn

11 vor Questenberg

Datei zum Drucken als pdf

Zum Öffnen dieser Datei benötigen Sie den Adobe Acrobat Reader, welchen Sie auf nachfolgender Internetadresse kostenlos herunterladen können: