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2 eine Neue auf dem Karstwanderweg

3 Wildapfel

4 Kupferberg

5 Wiesen-Schl├╝selblume

6 lieb gewonnen

7 erfrorene Kirschbl├╝ten

8 aber keine Unterkunft!

9 ein herrlicher

10 Umweg

11 und immer noch 5km!

Seite 3 

1 alte Orientierungshilfe

Die hinterliegenden Harzer Berge im nebligen Dunst. Werde unterhalten vom plapperndem Gesang der M├Ânchgrasm├╝cke. Stelle mir die geschundene Landschaft zur Zeit des Kupferbergbaus vor. Braune, nackte, nur von Birken bewachsene allgegenw├Ąrtige Halden hier oben bringen mich in diese vergangene Zeit! Was m├╝ssen diese Menschen geschuftet haben, in und ├╝ber der Erde! Konnten sie, so wie ich, dem Gesang der M├Ânchgrasm├╝cke lauschen, sich daran erfreuen? Hatten sie nach der Arbeit noch Sinn f├╝r dieses doch eigentlich sorgloses, nur erfreuendes Tun? Gedanken wie der Himmel ├╝ber mir! Feucht, grau, undurchsichtig, nicht dem Fr├╝hling entsprechend. Morgen wird es wieder besser, mein herbeigesehnter Trost.
Ein mit Schildern schwerbefrachteter Wanderpfahl. Nach Grillenberg noch 5 km steht darauf. Bin ein bisschen erschrocken, noch einmal eine gute Stunde und dann noch keine Unterkunft! Wird schon, tr├Âste ich mich selbst. Schwer, duster, h├Ąngen die Wolken ├╝ber der gr├╝nen Landschaft. Auf der H├Âhe zieht der Weg ├╝ber Wiesen und Weiden hin. Erst kurz vor der Klippm├╝hle in Grillenberg die ersten Entgegenkommenden. Der Hund wird spazieren gef├╝hrt. "Bitte, k├Ânnen sie mir sagen wo ich eine ├ťbernachtung finde"? "Gleich hier vorne, sie m├╝ssen die Treppe runter, da ist die erste M├Âglichkeit und dann noch ganz am Ende von Grillenberg im Berghotel, sonst kenne ich nichts". "Danke, ist das noch weit"? "Nein gleich hinter der Gonna, links der Stra├če". Links der Stra├če hat geschlossen mit dem Zusatzschild. -Zimmer belegt-. Ein Herr schleppt seinen Rasenschnitt verpackt im gr├╝nen Riesensack zur Stra├če. "Wo wollen sie denn noch hin" spricht er mich an. "Suche ein Hotel".
"Ist noch ein ganz sch├Âner Weg bis da oben, beim Schwimmbad geht eine Treppe hoch, da brauchen sie die lange Kurve nicht zu laufen" gibt er mir mit auf dem Weg. Es zieht ich hin das Grillenberg. Die Lichter brennen hoch ├╝ber mir im Harzer Erlebnishof, dem Berghotel ├╝ber Grillenberg. Der Nachmittagswind hat mich so halbwegs wieder trocken gepustet. Die tr├Âpfelnde N├Ąsse ist vor├╝ber gezogen. Der Tresen im Erlebnishof ist nicht besetzt. Warte auf jemanden dem ich meinen Wunsch um ein Zimmer f├╝r die Nacht vortragen kann. Eine Kellnerin bedient den einzigen mit acht Personen besetzten Tisch. L├Ąsst mich in ihrer Gesch├Ąftigkeit links liegen.
Dann ist sie doch so freundlich kommt auf mich zu. Mustert mich sorgf├Ąltig. "Was ist denn das f├╝r ein Vogel" steht ihr quasi im Gesicht geschrieben. "Bitte ein Zimmer f├╝r die Nacht. Kann ich noch ein Abendessen bekommen?". Mit einem nochmaligem aufmerksamen Mustern, mich von oben bis unten skeptisch betrachtendem Blick: "Muss ich nachschauen" verschwindet sie. Das ├╝bliche Spiel beginnt.  Ich bekomme auch mein Zimmer. 51,- Euro plus 0,50 Cent Kurtaxe werden verlangt. Werden sofort f├Ąllig!
"Wie lange ist die K├╝che auf" will ich noch wissen. "Noch eine Stunde", antwortet sie freundlich. "Mache mich nur ein wenig frisch, dann bin ich wieder da". "Gern", das seit langem gebrauchte freundliche Wort der Gastronomie. Die unsichere Freundliche kommt mit mir, zeigt mir mein Zimmer. Im Zimmer wird noch die zweite Bettdecke abgenommen, im Kleiderschrank verstaut. "Muss ich machen, sie haben ja ein Einzelzimmer". Sie verschwindet. Ich schaue in den Spiegel. Bin ich das der da heraus schaut? Das Brombeergestr├╝pp vor Siebigerode hat Spuren hinterlassen. Eine angetrocknete Blutspur zieht sich vom rechten Wangenknochen nach unten, macht eine kleine Kurve, um sich hinter dem Kinn zu verstecken. Da verliert sie sich, teilt sich in verschiedene Wischspuren auf. Am Hemdkragen ein schmaler schw├Ąrzlicher, am Hals ein heller sauber gescheuerter Streifen!  
Ein Anblick zum F├╝rchten, wenigstens ein wenig! Wasche mein Gesicht. Der Hals wird auch nicht vergessen. Wechsle meine Klamotten. Setze mich unten an einem der Tische in der ├╝berdachten Aussichtsterrasse. Bin der einzige Gast.
Die achter Truppe steigt drau├čen in ihre Autos. Die Freundliche hat ihre Skepsis verloren. Ein herzliches L├Ącheln bestimmt nun ihre Gesichtsz├╝ge. Sie bedient mich freundlich.
"Bitte ein kleines Bier und ein Schnitzel mit Spargel". "Gern"
Es bleibt bei dem einen Schnitzel. Nicht aber bei den einem kleinen Biere. Kein weiter Gast taucht auf. F├╝hle mich ein wenig verloren in dem gro├čen Raum der Terrasse. Bald hocke ich vor der Kiste, nicht ohne mir noch ein halbes, ein gro├čes Bier mit aufs Zimmer genommen zu haben.
Der Fu├čball flimmert ├╝ber den Schirm. Hin und her wird der Ball geschoben. Zwei spanische Mannschaften spielen gegen einander. Wer ist wer muss ich erst einmal einordnen. Als die Mannschaft des Superstars in F├╝hrung geht, der ber├╝hmte Spieler sein Tor schie├čt, verliere ich die Lust am Spiel. Mein Glas ist leer, ausgetrunken mein Bier. Die M├╝digkeit zieht durch die Glieder. Der Schlaf gibt mir einen s├╝├čen Traum von besserem Wetter, nimmt mir den vom Regen, dem kalten Winde, aufgestauten Druck von der Seele.
"Gl├╝ck auf".

Otto Pake

12 unter dunklen

13 Wolken in herrlich

14 gr├╝ner Landschaft

15 durch lichte W├Ąlder

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