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2 Mansfelder Teich

3 endlich weg von der Straße

4 Stopp am Archeopark

5 Regenfreund

6 geologische Besonderheit

7 am Langer Berg

8 geschlossen

9 auf der Kohlenstraße

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1 Schloss Mansfeld

Am besten erhalten sind noch die gelben Schilder: "Betreten verboten"! Der Blaustrich-Wanderweg, der rechts an der nicht aufhören wollenden Einzäunung entlang führt, über eine Wiese im Wald verschwindet; verschwindet bald zugewachsen im Stachelgerank der Brombeeren völlig. Kein Weiterkommen. Ein Trampelpfad führt zur rechten Höhe. Ein Hochsitz am Pfad. Ein weiterer beim Abwärtsgehen. Dann ist es aus mit Pfad und Spur. Ein Wildwechsel bringt mich steil ansteigend zurück auf die Höhe. Ein Ferienhaus taucht auf. Freue mich wieder einen Weg gefunden zu haben. Mit: "Betreten verboten Privatgelände" wird mir die Freude sofort wieder genommen. Die können mich, saust der Gedanke durch meinen Kopf. Greife meinen Knüppel ein wenig fester, betrete den verbotenen Bereich. Kein kläffender Hund, kein bissiger Besitzer. Alles friedlich, alles verschlossen, alles ruhig. Ein Stein fällt mir vom Herzen. Komme kurz vor Siebigerode, genau wie geplant, wieder auf die B 86. Biege gleich wieder von der Vielbefahrenen ab. Besuche den alten Steinbruch von Siebigerode. Mühlsteine wurden hier über Jahre herausgehauen. Nun tot und aufgelassen. Ich kann aber mit den "Geologischen Schichten" für den er auch berühmt ist nicht viel, gar nichts, anfangen. Freue mich über die Feuersalamander die hier in sachten Bewegungen umher krabbeln. Die lieben diese Nässe des heutigen Tages! Glückliche schwarzgelbe langsame Tiere mit undenklicher Zeit und Geduld. Gegenüber dem Abzweig, nun von der anderen Seite, nach Blumerode zweigt mein "Blaustrich" nach Annarode ab. Zwar ist der "Blaustich" nur auf meiner Karte vorhanden. In der Natur, am Wege, ist der wohl schon länger verloren gegangen oder niemals da gewesen! Was natürlich die reinste Spekulation ist!  
Es hat sich wieder eingetrübt. Nebelstreifen ziehen über die Felder, hüllen die Landschaft ein. Riesenpfützen auf dem Weg. Keine Menschenseele in den Dörfern. Wenn der Verkehr auf der Bundesstraße nicht rollen, die Fahrer hinter ihrem Steuer sitzen würden, dann wäre ich der einzige Mensch der sich durch die Landschaft bewegt! Das Café am Rossberg hat die Türen verschlossen. Zum Ausruhen am überdachten Sitzplatz ist es zu kalt, zu zugig. Es bleibt nur weiter zu gehen. Nur kurz wird Annarode angetischt. Die "Kohlenstraße" ist im Ort als Ortsstraße ausgeschildert. Biegt vor dem Rossberg links ab, führt zwischen angetriebenen Zwetschgenbäumen konstant nach Südwest. Noch größere Pfützen zwischen dem Uralt-Pflaster, später als die Pflasterung in Schotter übergeht, werden die Pfützen zu kleinen Seen. Noch halbwegs kahle Zwetschgenzweige spiegel sich darin. Kein Regentropfen stört ihr  Spiegelbild. Wundere mich über die Menge an Regenwürmern die in den Tümpeln baden; dort im Seichten umher kriechen. Sich wie ein Dickdarm zusammen ziehen um gleich darauf sich zur drei-  bis vierfachen Länge zu strecken, dabei ihre Farbe von grau zu rosa wechseln. Am Waldrand wurde gewerkelt. Es duftet nach geschlagenem Holz. Verzehre mein Frühstücksei aus Hettstedt. Schmeckt aber nicht besonders. Es fehlt das Salz. Der kalte Eiglibber schlupft die Speiseröhre hinunter wie ein Eiskristall aus einem  vergessenen, im Winter draußen liegengebliebenen Schlauch, den man im Frühjahr wieder findet, an den Wasserhahn anschließt, den Hahn aufdreht. Eiskalt bahnt sich der Eiglibber seinen Weg von der Zunge zum Magen! Mich schwindelt regelrecht bei seiner eisigen Magenankunft. Ein Hustenschauer überfällt mich! Kalte Eier sind ab diesen Moment für mich gestorben. Ein Schluck, meines genau so kalten Wassers, bringt mich wieder ins Lot. Der Waldschachtelhalm am Wege mich auf andere Gedanken. Am Querweg, am Pufferberg treffe ich auf die ersten Wegschilder. Der Karst-Wanderweg ist hier schon ausgezeichnet. Ist mir etwas rätselhaft wo der herkommt, hin will. Mir ist nur bekannt das der Karst-Wanderweg in Pölsfeld endet oder beginnt, je nachdem, wie man den Weg angeht. Pölsfeld ist mit 3,3 km angeschrieben. Da will ich hin! Doch erst einmal ist mein Apfel dran. Der wird mit Appetit gegessen. Selbst das Kerngehäuse verschwindet, nur der Stiel fliegt in das Gras.
Wildäpfel blühen am Wege. Der Kupferberg mit noch winterlichen Eschen, Himmelsschlüsselchen in den Wiesen am Rand des Weges.
Bin total gut drauf. Studiere die aufgestellten Hinweistafeln die über das vergangene Bergbaugeschehen erzählen. Der Nebel hat sich gehoben, die hübsche Landschaft ist wieder sichtbar. Ein alter Schuppen unter vom Frost geschädigten grauweißen Kirschbäumen. Der Frost war auch hier ein nächtlicher Maler, hat das prächtige strahlende Weiß der Kirschblüten in ein weitgehend Braungraues verwandelt.
In Pölsfeld wird auf ein Café, auf eine Speisewirtschaft hingewiesen. Wenn noch eine Unterkunft angeboten würde ich zuschlagen. Also weiter bis Grillenberg, da gibt es Unterkunft und Kneipe. Ins Schleudern komme ich als der Karst-Wanderweg in die "verkehrte" Richtung ausgeschildert ist. Statt nach Westen zeigt das Wanderzeichen, der - Rotstrich mit weißen K - nach Osten. Trotzt meines inneren Widerstand folge ich der "verkehrten" Richtung. Lande bald oben, sehr weit oben beim Barbaraschacht. Schöner Ausblick auf Pölsfeld.

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10 tauchen die Regenwürmer

11 in den Pfützen

12 Wald-Schachtelhalm