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1 Schloss Mansfeld

Am besten erhalten sind noch die gelben Schilder: "Betreten verboten"! Der Blaustrich-Wanderweg, der rechts an der nicht aufh├Âren wollenden Einz├Ąunung entlang f├╝hrt, ├╝ber eine Wiese im Wald verschwindet; verschwindet bald zugewachsen im Stachelgerank der Brombeeren v├Âllig. Kein Weiterkommen. Ein Trampelpfad f├╝hrt zur rechten H├Âhe. Ein Hochsitz am Pfad. Ein weiterer beim Abw├Ąrtsgehen. Dann ist es aus mit Pfad und Spur. Ein Wildwechsel bringt mich steil ansteigend zur├╝ck auf die H├Âhe. Ein Ferienhaus taucht auf. Freue mich wieder einen Weg gefunden zu haben. Mit: "Betreten verboten Privatgel├Ąnde" wird mir die Freude sofort wieder genommen. Die k├Ânnen mich, saust der Gedanke durch meinen Kopf. Greife meinen Kn├╝ppel ein wenig fester, betrete den verbotenen Bereich. Kein kl├Ąffender Hund, kein bissiger Besitzer. Alles friedlich, alles verschlossen, alles ruhig. Ein Stein f├Ąllt mir vom Herzen. Komme kurz vor Siebigerode, genau wie geplant, wieder auf die B 86. Biege gleich wieder von der Vielbefahrenen ab. Besuche den alten Steinbruch von Siebigerode. M├╝hlsteine wurden hier ├╝ber Jahre herausgehauen. Nun tot und aufgelassen. Ich kann aber mit den "Geologischen Schichten" f├╝r den er auch ber├╝hmt ist nicht viel, gar nichts, anfangen. Freue mich ├╝ber die Feuersalamander die hier in sachten Bewegungen umher krabbeln. Die lieben diese N├Ąsse des heutigen Tages! Gl├╝ckliche schwarzgelbe langsame Tiere mit undenklicher Zeit und Geduld. Gegen├╝ber dem Abzweig, nun von der anderen Seite, nach Blumerode zweigt mein "Blaustrich" nach Annarode ab. Zwar ist der "Blaustich" nur auf meiner Karte vorhanden. In der Natur, am Wege, ist der wohl schon l├Ąnger verloren gegangen oder niemals da gewesen! Was nat├╝rlich die reinste Spekulation ist!  
Es hat sich wieder eingetr├╝bt. Nebelstreifen ziehen ├╝ber die Felder, h├╝llen die Landschaft ein. Riesenpf├╝tzen auf dem Weg. Keine Menschenseele in den D├Ârfern. Wenn der Verkehr auf der Bundesstra├če nicht rollen, die Fahrer hinter ihrem Steuer sitzen w├╝rden, dann w├Ąre ich der einzige Mensch der sich durch die Landschaft bewegt! Das Caf├ę am Rossberg hat die T├╝ren verschlossen. Zum Ausruhen am ├╝berdachten Sitzplatz ist es zu kalt, zu zugig. Es bleibt nur weiter zu gehen. Nur kurz wird Annarode angetischt. Die "Kohlenstra├če" ist im Ort als Ortsstra├če ausgeschildert. Biegt vor dem Rossberg links ab, f├╝hrt zwischen angetriebenen Zwetschgenb├Ąumen konstant nach S├╝dwest. Noch gr├Â├čere Pf├╝tzen zwischen dem Uralt-Pflaster, sp├Ąter als die Pflasterung in Schotter ├╝bergeht, werden die Pf├╝tzen zu kleinen Seen. Noch halbwegs kahle Zwetschgenzweige spiegel sich darin. Kein Regentropfen st├Ârt ihr  Spiegelbild. Wundere mich ├╝ber die Menge an Regenw├╝rmern die in den T├╝mpeln baden; dort im Seichten umher kriechen. Sich wie ein Dickdarm zusammen ziehen um gleich darauf sich zur drei-  bis vierfachen L├Ąnge zu strecken, dabei ihre Farbe von grau zu rosa wechseln. Am Waldrand wurde gewerkelt. Es duftet nach geschlagenem Holz. Verzehre mein Fr├╝hst├╝cksei aus Hettstedt. Schmeckt aber nicht besonders. Es fehlt das Salz. Der kalte Eiglibber schlupft die Speiser├Âhre hinunter wie ein Eiskristall aus einem  vergessenen, im Winter drau├čen liegengebliebenen Schlauch, den man im Fr├╝hjahr wieder findet, an den Wasserhahn anschlie├čt, den Hahn aufdreht. Eiskalt bahnt sich der Eiglibber seinen Weg von der Zunge zum Magen! Mich schwindelt regelrecht bei seiner eisigen Magenankunft. Ein Hustenschauer ├╝berf├Ąllt mich! Kalte Eier sind ab diesen Moment f├╝r mich gestorben. Ein Schluck, meines genau so kalten Wassers, bringt mich wieder ins Lot. Der Waldschachtelhalm am Wege mich auf andere Gedanken. Am Querweg, am Pufferberg treffe ich auf die ersten Wegschilder. Der Karst-Wanderweg ist hier schon ausgezeichnet. Ist mir etwas r├Ątselhaft wo der herkommt, hin will. Mir ist nur bekannt das der Karst-Wanderweg in P├Âlsfeld endet oder beginnt, je nachdem, wie man den Weg angeht. P├Âlsfeld ist mit 3,3 km angeschrieben. Da will ich hin! Doch erst einmal ist mein Apfel dran. Der wird mit Appetit gegessen. Selbst das Kerngeh├Ąuse verschwindet, nur der Stiel fliegt in das Gras.
Wild├Ąpfel bl├╝hen am Wege. Der Kupferberg mit noch winterlichen Eschen, Himmelsschl├╝sselchen in den Wiesen am Rand des Weges.
Bin total gut drauf. Studiere die aufgestellten Hinweistafeln die ├╝ber das vergangene Bergbaugeschehen erz├Ąhlen. Der Nebel hat sich gehoben, die h├╝bsche Landschaft ist wieder sichtbar. Ein alter Schuppen unter vom Frost gesch├Ądigten grauwei├čen Kirschb├Ąumen. Der Frost war auch hier ein n├Ąchtlicher Maler, hat das pr├Ąchtige strahlende Wei├č der Kirschbl├╝ten in ein weitgehend Braungraues verwandelt.
In P├Âlsfeld wird auf ein Caf├ę, auf eine Speisewirtschaft hingewiesen. Wenn noch eine Unterkunft angeboten w├╝rde ich zuschlagen. Also weiter bis Grillenberg, da gibt es Unterkunft und Kneipe. Ins Schleudern komme ich als der Karst-Wanderweg in die "verkehrte" Richtung ausgeschildert ist. Statt nach Westen zeigt das Wanderzeichen, der - Rotstrich mit wei├čen K - nach Osten. Trotzt meines inneren Widerstand folge ich der "verkehrten" Richtung. Lande bald oben, sehr weit oben beim Barbaraschacht. Sch├Âner Ausblick auf P├Âlsfeld.

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11 in den Pf├╝tzen

12 Wald-Schachtelhalm