WillkommenWanderungenWanderstreckenGasth├ĄuserServiceKontakt

2 l├Ądt ein.

3 Rast am Teich

4 Weichselkirsche

5 Adonis vernalis vor Wiederstedt

6 Dolden-Milchstern / Stern von Bethlehem

7 Park des "Novalis"

8 in Oberwiederstedt / St. Marien

9 zum "Blauen Garten"

Seite 3 

1 Das Planteurhaus

Kein Hinweis auf eine Unterkunft in der Stadt. Frage ein ├Ąlteres Paar wo ich unterkommen k├Ânnte. "Hier unten in der Stadt gibt es nur eine Pension, da k├Ânnen sie nachfragen. Aber ob die offen hat ist fraglich. Hinter der Kirche so ein blau-gr├╝nes Haus neben der Hauptstra├če. Finden sie. Sonst oben auf dem Berg, im Waldhaus. Das ist super. Da aber bestimmt". So stehe ich ein wenig bedr├Âppelt am Saigertor in Hettstedt umher. Mache mich gleich weiter auf die Suche die Pension zu finden. Am Rathaus vorbei, um die Kirche herum. Treffe das Paar wieder. "Da dr├╝ben das ist die Pension". "Danke". Der Laden hat auf, aber kein Zimmer mehr frei. Werde freundlich weiter geschickt. Die Wirtin zeigt mir, vor die T├╝r tretend, zwei weitere H├Ąuser die Unterkunft bieten. "Dort wo die gr├╝ne Schirme stehen, oder dort dr├╝ben beim Fidschi". Die gr├╝nen Schirme sind mir lieber. Versuche es da. Hinter den gr├╝nen Schirmen verbirgt sich ein Caf├ę. Da ist die T├╝r zugeschlossen. Die T├╝r des anschlie├čendes Blumengesch├Ąftes steht offen. Eine Blumenbinder beim R├Ąumen. "Bitte ich suche ein Zimmer". Freundlich strahlt sie mich an. "Das bekommen sie nebenan". Da ist alles verschlossen". Eine Etage h├Âher, da ist die Kellnerin, mit der m├╝ssen sie sprechen". Sie zeigt auf eine dunkle, verschwiegene Treppe. Ich finde keinen Schalter um die Dunkelheit im Treppenaufgang zu vertreiben, daf├╝r aber ein Aufzug der mich eine Etage h├Âher bringt. Niemand da im oberen Caf├ę. Ein Tresen, dahinter ein Schl├╝sselbrett mit Zimmerschl├╝sseln. Leere sauber Tische mit kleinen, k├╝nstlichen Blumengestecken. Ein leises "Hallo". Nichts schallt zur├╝ck. Ein lautes "Hallo". Wieder nichts. Meine Stimme wird lauter, schreie mein "Hallo" in die aufstehende K├╝chent├╝r. ---Nichts! Wandere von Gastraum zu Gastraum, alles bleibt still. H├Âre am Treppenaufgang verhaltenes Murmeln von unten. Auf ein weiters kr├Ąftiges "Hallo" das ich in den Treppenschacht schreie, Schallt es s├╝├č von unten herauf: "Ich komme". "Wie kommen sie denn hier rein" die Begr├╝├čung der Dame. "Hab den Fahrstuhl genommen, die Treppe war mir zu finster". "Wir haben ├╝berall Schalter zum Licht an knipsen". Habe ich nicht gefunden; aber jetzt ja wir uns beide. Bitte ich m├Âchte ein Zimmer".
"F├╝r eine Nacht"? "Ja" "Ich schaue nach ob was frei ist". Sie verschwindet. Frei ist bestimmt was, bei den vielen Schl├╝sseln am Schl├╝sselbrett geht es mir durch den Kopf. Das ist so eine Marotte der Vermieter, erst einmal die Entscheidung offen halten, den Kunden etwas zappeln lassen, um damit den Preis des Zimmers etwas anheben zu k├Ânnen. Ein altes, sich immer wieder holendes Spiel. Ich bekomme mein Zimmer. 40 Euro f├╝r die Nacht, 6 Euro kommen f├╝rs Fr├╝hst├╝ck dazu.  Ein sch├Ânes Einzelzimmer mit Blick auf das gegen├╝berliegende Rathaus. Toilette top, selbst ein F├Ân ist vorhanden! Probiere erst einmal aus ob das Ding auch warme Luft pustet. Bin da etwas vorbelastet. Der F├Ân ist perfekt, kann also duschen und die Haare waschen. Gut getroffen bei den gr├╝nen Schirmen, nur Abendbrot gibt es nicht im Hause. "Da kann ich ihnen nicht weiter helfen" s├Ąuselt mir s├╝├č die Kellnerin, auf meine Nachfrage wo ich essen k├Ânnte, zu.
Finde keine offene Kneipe in der Stadt Hettstedt. Eine D├Ânerbude bleibt die Alternative. Kenne mich in solchen Gastr├Ąumen nicht so richtig aus. Bemerke aber schnell, dass man alles selbst am Tresen abholen muss. Das Riesenangebot was da angeschrieben ist bringt mich durcheinander. Bestelle erst einmal einen gemischten Salatteller f├╝r 4,50 Euro. Der junge Mann hinter dem Tresen meint es gut mit mir. Haut mit einer Zange verschieden farbiges, schon Geschnittenes an Salaten auf den Teller. Schaufelt einen richtigen Berg darauf, fragt welche So├če ich m├Âchte. Zeigt auf drei So├čentr├Âge, schaut mich an. Ich nat├╝rlich keine Ahnung was da angeboten wird zeige auf den mittleren Trog aus dem ein appetitliche Wei├č mir zublinkt. "Knoblauchso├če"? Ich nicke. Eine halbe Kelle wird dr├╝ber gekippt. Wieder fragende Augen: "Noch Mehr"? Ich sch├╝ttele mit dem Kopf, er reicht mir den Salattellerberg. Nehme mir noch eine Flasche Raderberger f├╝r 2 Euro aus dem K├╝hlschrank. Bezahlen soll ich sp├Ąter.Trage alles nach oben in den n├╝chternen Gastraum. Freue mich ├╝ber die f├╝nf Rosenknospen in der Tischvase. Knuspere mir meinen Salat vom Teller. H├Ątte doch mehr So├če nehmen sollen! Zum Ende meiner Mahlzeit komme ich mir vor wie ein Rindvieh auf der Weide. Ungew├╝rzt wird die vegetarische Kost vertilgt. Gut dass ich kein Wiederk├Ąuer bin. Das Ganze noch einmal! Nein, nein. Nein!
Dann lieber noch eine zweite Radeberger!
Der Fernseher auf meinem Zimmer soll mich tr├Âsten. Sein Bild ist voller Griesel mit wechselnder Helligkeit. Kann knapp den helmbewerten Polizisten auf seinem Motorrad erkennen. Habe ja auch genug gesehen an diesem Tage. Nein das Grieselbild brauche ich nicht mehr!
Indem der Bildschirm seine Helligkeit verliert, verl├Âscht der Schlaf meine Gedanken.

Otto Pake

10 Rathaus Hettstedt

11 St. Jacobi

Datei zum Drucken als pdf

Zum ├ľffnen dieser Datei ben├Âtigen Sie den Adobe Acrobat Reader, welchen Sie auf nachfolgender Internetadresse kostenlos herunterladen k├Ânnen: